Bischof Wilmer nimmt Abschied von Hildesheim – Pilgerreise durch neue Diözese
Mit einem Gottesdienst im Hildesheimer Dom hat sich Bischof Heiner Wilmer von seinem bisherigen Bistum verabschiedet. Kurz vor der Amtseinführung in Münster setzt er auf persönliche Begegnungen: Eine mehrtägige Pilgerreise soll den Austausch mit Gläubigen vertiefen und Einblicke in deren Glaubenserfahrungen ermöglichen.
Mit einem Gottesdienst im Hildesheimer Dom hat sich Bischof Heiner Wilmer SCJ am Samstag von seinem bisherigen Bistum verabschiedet. Vor rund 1.000 Gläubigen sprach er über die Aufgabe der Kirche, ihre Botschaft in die jeweilige Zeit zu übersetzen, und blickte zugleich auf seinen bevorstehenden Wechsel nach Münster. Dort wird Wilmer am 21. Juni als neuer Bischof eingeführt. Bereits zuvor will er bei einer fünftägigen Pilgerreise durch die Diözese mit Gläubigen über ihre Glaubenserfahrungen ins Gespräch kommen.
Abschiedsgottesdienst im Hildesheimer Dom: „Ich gehe mit vielem, was mir geschenkt wurde“
Bischof Heiner Wilmer SCJ hat sich am Samstag im Hildesheimer Dom mit einem frei gehaltenen Gottesdienst von seinem Bistum verabschiedet. Vor rund 1.000 Gläubigen rückte er dabei ein ungewöhnliches Detail in den Mittelpunkt seiner Predigt: die Darstellung einer Brezel am mittelalterlichen Taufbecken.
Diese sei für ihn zu „einem wunderbaren Wink“ geworden, sagte Wilmer, und sprach von einer „Dynamik zwischen Himmel und Erde“, die sich daran ablesen lasse. Die Brezel, die neben Brot und Fisch auf einem Tisch mit Jesus und seinen Jüngern dargestellt ist, verstehe er als Beispiel für „Inkulturation“. Damit, so der Bischof, werde sichtbar, dass die Kirche ihre Botschaft immer wieder in neue Zeiten und Kontexte übersetzen müsse, ohne ihren Kern zu verändern. Es handle sich um „ein Zeichen der Inkulturation“, bei dem ein später hinzugefügtes Element die ursprüngliche Aussage nicht verfälsche, sondern ergänze.
Vor den Gläubigen betonte Wilmer zudem: „Sie sind Kirche, ganz konkret und lebendig.“ Der Abschied aus Hildesheim falle ihm nicht leicht, sagte er. Zugleich gehe er „nicht mit leeren Händen; ich gehe mit vielem, was mir geschenkt wurde“.
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Pilgerreise vor Amtsantritt in Münster
Vor seiner Amtseinführung als Bischof von Münster am 21. Juni will Heiner Wilmer SCJ die Diözese bereits auf besondere Weise kennenlernen: In den kommenden fünf Tagen ist eine Pilgerreise durch verschiedene Regionen geplant, bei der vor allem der Austausch über Glaubenserfahrungen im Mittelpunkt stehen soll.
„Es gehe ihm hierbei vor allem auch um einen Austausch über Glaubenserfahrungen“, sagte Wilmer. An den einzelnen Stationen seien jeweils gesondert eingeladene Gruppen beteiligt, während zu den abschließenden Gottesdiensten alle Gläubigen eingeladen seien. Der künftige Bischof von Münster betonte, er wolle „gerne mit sehr unterschiedlichen Menschen ins Gespräch kommen“ und freue sich auf „Begegnungen, den Austausch und die Eucharistiefeiern“. Zugleich zeigte er sich gespannt, „von welchen Erfahrungen die Menschen erzählen werden“.
Mit Blick auf seinen neuen Dienst erinnerte Wilmer an frühere Worte: „Auch wir sind unterwegs. Auch wir suchen. Auch wir fragen: Was trägt? Was bleibt? Was gibt Sinn?“ Daraus leite er ein Verständnis von Kirche ab, das vor allem im Zuhören und gemeinsamen Unterwegssein bestehe. „Nicht alles wissen. Nicht alles erklären können. Aber unterwegs sein“, so Wilmer. Vertrauen spiele dabei eine zentrale Rolle: „Gott begegnet uns – oft unerkannt, oft leise, aber immer wirklich.“ Die Pilgertage seien genau Ausdruck dieses Verständnisses, erklärte der Bischof. Zugleich hoffe er, so bereits vor der offiziellen Amtseinführung im Bistum Münster „ein wenig anzukommen“.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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