StartFamilieÜber 100.000 Abtreibungen in Deutschland im Jahr 2024

Über 100.000 Abtreibungen in Deutschland im Jahr 2024

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte am Donnerstag die neuen Zahlen zu Abtreibungen in Deutschland. Wie aus dem Bericht hervorgeht, wurden auch im Jahr 2024 mehr als 100.000 vorgeburtliche Kindstötungen vorgenommen. Zwar sei erkennbar, dass die Zahlen weiterhin hoch sind, doch die Gründe dafür ließen sich daraus nicht erschließen, erklärte die Behörde. Aus dem Dokument geht auch hervor, dass der Großteil der Abbrüche von Frauen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren durchgeführt wurde. Wie das Statistische Bundesamt vermeldet, ging in 96 Prozent der Fälle ein benötigtes Beratungsgespräch voraus.

Zahl der Abtreibungen in Deutschland leicht angestiegen

In den vergangenen zehn Jahren registrierte das Statistische Bundesamt einen Anstieg der Schwangerschaftsabbrüche. In den Jahren zwischen 2014 und 2020 lag die Zahl der Abtreibungen in Deutschland stets zwischen etwa 99.000 und 101.000. Im vergangenen Jahr wurden 106.000 vorgeburtliche Kindstötungen gemeldet. Das ist im Vergleich zu 2023 ein Anstieg von 0,2 Prozent. Die Ursachen für die Entwicklung sind anhand der Daten nicht erkennbar, erklärte die Behörde. Besonders auch deshalb, da dem Bundesamt keine Erkenntnisse über die Gründe vorliegen, die zu der Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch führten.

Grundsätzlich sind Abtreibungen in Deutschland im Strafgesetzbuch geregelt und als illegal zu betrachten. Dennoch sind seit Jahrzehnten aufweichende Ausnahmeregeln gestattet. So ist es den Frauen nach einer staatlich sanktionierten Beratung möglich, bis zur zwölften Schwangerschaftswoche den Abbruch straffrei durchführen zu lassen. Schwangerschaften, die „eine Gefahr für das Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren“ zur Folge haben, sowie Schwangerschaften nach Vergewaltigungen, sind weitere Ausnahmefälle.

Katholische Kirche lehnt Schwangerschaftsabbrüche ab

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, seien die meisten Abbrüche (79 %) innerhalb der ersten acht Schwangerschaftswochen erfolgt. Nur drei Prozent der Abtreibungen wurden nach der zwölften Schwangerschaftswoche oder später vorgenommen. Von den Müttern, die eine Abtreibung durchführen ließen, seien sieben von zehn Frauen zwischen 18 und 34 Jahre alt gewesen. Rund 20 Prozent waren zwischen 35 und 39 Jahren alt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Nur drei Prozent der Frauen waren jünger als 18 Jahre, und neun Prozent waren 40 Jahre oder älter. Zudem erklärte die Behörde, dass fast die Hälfte der Frauen (43 %) vor der Abtreibung noch kein Kind zur Welt gebracht hatte.

Nur vier Prozent der Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2024 gingen auf medizinische Gründe oder auf Vergewaltigung zurück, berichtete die Behörde. Weiterhin seien 96 Prozent der gemeldeten Abtreibungen in Deutschland nach der sogenannten Beratungsregelung durchgeführt worden. Mit Blick auf die Abbruchsmethoden erklärte das Statistische Bundesamt, dass 41 Prozent der Fälle durch die Abtreibungspille Mifegyne und die meisten Abbrüche „mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt“ wurden.

In den vergangenen Monaten und Jahren hat die Bundesregierung mehrfach versucht, den Zugang zu Abtreibungen zu vereinfachen, unter anderem durch den Vorschlag, den Abtreibungsparagrafen 218 vollständig aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Die katholische Kirche in Deutschland hat sich jedoch ausdrücklich dagegen ausgesprochen und dazu aufgerufen, am bestehenden „Kompromiss“ festzuhalten.

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