StartWeltMord an zwei Nonnen in Haiti: Bande befreit Gefangene

Mord an zwei Nonnen in Haiti: Bande befreit Gefangene

Am Montag, den 31. März, überfiel eine bewaffnete Gruppe die Stadt Mirebalais und befreite Hunderte von Inhaftierten aus einem Gefängnis. Wie Erzbischof Max Leroy Mésidor von Port-au-Prince gegenüber Kirche in Not bestätigte, wurden bei dem Angriff Schwester Evanette Onezaire und Schwester Jeanne Voltaire, Mitglieder der Kongregation der Kleinen Schwestern von der Heiligen Thérèse vom Kinde Jesu, getötet. Die Bande „Vivre Ensemble“ (zu Deutsch: Zusammenleben) ist für den Überfall, den Mord an den beiden Nonnen und für Chaos in mehreren Städten Haitis verantwortlich. Nach der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse vor rund vier Jahren steigt der Einfluss bewaffneter Banden, die mehrere Teile des Landes kontrollieren.

Mord an zwei Nonnen – Ausdruck der Ungerechtigkeit und Absurdität

Zunächst stürmte die bewaffnete Bandenkoalition am Montag, den 31. März, die Stadt Mirebalais im Zentrum Haitis. Dort befreiten sie rund 500 Gefangene aus einem Gefängnis. In der Folge überfielen sie eine Polizeistation und stifteten Chaos. Brennende Häuser und gewalttätige Übergriffe sowie Morde hinterließen eine Spur der Verwüstung. Wie die päpstliche Institution mitteilte, suchten die Ordensschwestern mit weiteren Personen Schutz und Sicherheit in einem Haus. Doch dort wurden die gesamte Gruppe von den Tätern entdeckt und ermordet.

„Während dieses Angriffs ereigneten sich mehrere Morde, darunter die beiden Schwestern der örtlichen Kongregation der Kleinen Schwestern der Heiligen Thérèse vom Kinde Jesu“, erklärte Erzbischof Mésidor. In einem Brief drückte der Sprecher der Haitianischen Bischofskonferenz (CEH) seine Trauer aus und verurteilte den Angriff. Er betonte, dass sie „von der Ungerechtigkeit und Absurdität einer Welt angegriffen werden, die unter der Last des Bösen zusammenzubrechen scheint“. Wiederholt ruft die CEH zur Vernunft der „Architekten der Gewalt“ und derjenigen auf, die sich an Verbrechen beteiligen. „Dieser Aufruf soll auch ein Aufruf zur Achtung des Lebens und der Würde dieses verwundeten Volkes sein“, betonten die Bischöfe.

Zunehmendes Chaos in Haiti

Die Ermordung des Präsidenten Jovenel Moïse am 7. Juli 2021 verstärkte die Welle der Gewalt, die über das Land hinwegrollt. Seit dem Tod des politischen Führers befindet sich das Land in einem Machtvakuum. Die fehlende legitim gewählte Führung ermöglicht es den bewaffneten Banden, immer mehr an Einfluss zu gewinnen. Bereits jetzt kontrollieren diese Großteile des Landes.

Auch die Situation und das Leben in den Kirchen seien stark betroffen, beklagte Mésidor. 28 Pfarreien in der Erzdiözese Port-au-Prince seien bereits geschlossen, 40 weitere müssen aufgrund der Bandenkontrolle in ihren Vierteln „auf reduziertem Niveau arbeiten“. Priester mussten fliehen und suchten bei ihren Familien oder anderen Geistlichen Zuflucht. Auch die Erzdiözese sei in Schwierigkeiten, warnte Mésidor gegenüber Kirche in Not.

„Hier in Haiti ist unsere Fastenzeit wirklich ein Kalvarienberg, aber wir bieten sie in Gemeinschaft mit den Leiden Christi an. Haiti steht in Flammen und braucht dringend Hilfe. Wer wird kommen, um uns zu helfen?“, appellierte er an die internationale Gemeinschaft.

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