StartGlaubenKatechesetext: Jesus geht auf diejenigen zu, die verloren sind

Katechesetext: Jesus geht auf diejenigen zu, die verloren sind

Wie schon in den vergangenen Wochen gewohnt, veröffentlichte der Vatikan zur Generalaudienz einen von Papst Franziskus vorbereiteten Text. In diesem richtete Franziskus, der sich weiter von seiner schweren Lungenentzündung erholt, seinen Blick auf das Lukas-Evangelium (Lk 19,5) und den Zöllner Zachäus. Im Katechesetext erklärt der Pontifex, dass Jesus auf diejenigen zugeht, die hoffnungslos sind. Der Zöllner Zachäus, der sein Leben ändert, sei ein Vorbild, wenn es darum geht, nicht die Hoffnung zu verlieren.

Gott sucht nach den Verlorenen

„Dieses Mal möchte ich mich auf die Figur des Zachäus konzentrieren“, begann Franziskus. Dies sei eine Episode, die ihm besonders am Herzen liege, da sie einen besonderen Platz auf seinem geistlichen Weg einnehme, erklärt der Pontifex. Das Lukasevangelium berichtet über die Begegnung von Jesus mit dem Zöllner Zachäus. Dieser sei „in gewissem Sinne verloren“. Vielleicht aufgrund seines Amtes, vielleicht weil er falsche Entscheidungen getroffen hat oder weil er sich wohl auch auf Kosten anderer selbst bereichert hatte, reflektiert der Papst die Situation des Zöllners. Doch gerade er war es, bei dem Jesus einkehren will.

Dazu erklärte Franziskus im Katechesetext, dass Jesus nach Jericho hinabging. Eine Stadt, die als Bild für die Unterwelt gilt. Er ging dorthin, um diejenigen zu suchen, die sich verloren fühlen, so Franziskus. Gott könne nicht vorbeigehen, „ohne nach den Verlorenen zu suchen.“ So steigt der Auferstandene auch in die heutige Unterwelt ab, führte der Heilige Vater aus. „An die Orte des Krieges, zum Schmerz der Unschuldigen, in die Herzen der Mütter, die ihre Kinder sterben sehen, zum Hunger der Armen.“

Papst im Katechesetext: „Lassen wir uns von der Barmherzigkeit Gottes finden“

Als Zachäus erfährt, dass Jesus in der Stadt vorbeikommt, wächst in ihm der Wunsch, ihn zu sehen.
„Er wagt es nicht, sich eine Begegnung vorzustellen; es würde ihm genügen, ihn aus der Ferne zu sehen“, so Franziskus weiter. Doch auch Sehnsüchte stoßen auf Hindernisse und erfüllen sich nicht automatisch. Zachäus ist klein, erklärte der Papst weiter. Das sei auch unsere Realität, denn es gebe Grenzen, „mit denen wir umgehen müssen.“ Zudem sind da noch die anderen, „die uns manchmal nicht helfen: Die Menge hindert Zachäus daran, Jesus zu sehen. Vielleicht ist es auch eine Rache ihrerseits“, überlegte Franziskus. Zachäus schafft es jedoch, all diese Hürden zu überwinden und findet eine Lösung: Er klettert auf einen Baum. Jesus entdeckte ihn zu Verwunderung vieler dort und wendet sich zu ihm. „Gott geht nicht vorbei, ohne sich um die zu kümmern, die verloren sind“, betonte Franziskus dazu.

Als Jesus dann bei Zachäus zu Hause einkehrt, geht der Zöllner eine Verpflichtung ein: Er will das Vierfache dessen zurückgeben, was er zu Unrecht genommen hat. Dies ist jedoch kein Preis, den er zahlen muss, da Gottes Vergebung kostenlos ist. Vielmehr drückt es den Wunsch aus, demjenigen zu ähneln, der ihn bedingungslos liebt. Zachäus sei ein Vorbild für viele, denn er habe einen Weg zur Umkehr gefunden, erklärte der Papst. Er habe auf sein Leben geschaut und einen Punkt gefunden, an dem der Wandel beginnen kann. „Liebe Brüder und Schwestern: Lernen wir von Zachäus, nicht die Hoffnung zu verlieren, auch wenn wir uns ausgeschlossen oder unfähig zu verändern fühlen“, appelliert der Papst. „Nähren wir unser Verlangen, Jesus zu sehen, und lassen wir uns von der Barmherzigkeit Gottes finden, der immer auf der Suche nach uns ist, egal in welcher Lage wir uns verloren haben.“

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