StartFamilieKatholische Verbände warnen vor Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern

Katholische Verbände warnen vor Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern

Angesichts steigender Krankenkassenbeiträge und anhaltender Finanzprobleme in der gesetzlichen Krankenversicherung haben der Familienbund der Katholiken und der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) eindringlich vor einer Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern gewarnt. Diese sei kein Privileg, sondern ein notwendiger Ausgleich für Familien, die durch Kindererziehung und Sorgearbeit einen zentralen Beitrag zum umlagefinanzierten Sozialsystem leisten, betonten die Verbände.

„Kein Geschenk, sondern Ausgleich im Solidarsystem“

Vor dem Hintergrund steigender Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung warnen der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) und der Familienbund der Katholiken eindringlich vor einer Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern. Trotz des Sparpakets der Bundesregierung hätten zahlreiche Krankenkassen ihre Beiträge zum Januar 2026 angehoben, der finanzielle Druck für Familien bleibe hoch. Die beitragsfreie Mitversicherung sei dabei kein Privileg, sondern Teil des solidarisch finanzierten Umlagesystems, in dem Familien durch Kindererziehung und Sorgearbeit langfristig überdurchschnittlich zum Erhalt des Systems beitrügen.

„Anstatt Familienbeiträge zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu erhöhen, fordern die Verbände Strukturreformen sowie mehr Wertschätzung und einen gerechten Ausgleich für die Leistungen von Familien“, so die katholischen Verbände in ihrer gemeinsamen Stellungnahme.

Zugleich warnen die Verbände, dass die Bezeichnung „beitragsfreie Mitversicherung“ irreführend sei, da die Beiträge grundsätzlich auf das Gesamteinkommen der Familie erhoben werden. Sie entfällt zudem, wenn das Einkommen des mitversicherten Partners 565 Euro im Monat überschreitet oder bei einem Minijob 603 Euro. Besonders relevant sei die Regelung für Personen, die wegen Sorgearbeit nicht erwerbstätig sein können, etwa in der Elternzeit.

Verbände fordern Entlastung

Grundlage der Mitversicherung sei, dass Familien durch Kindererziehung einen wichtigen „generativen Beitrag“ für das gesamte Sozialsystem leisten. Ähnlich wie die Rentenversicherung wird auch die Krankenversicherung nach dem Umlageverfahren finanziert: Die heutigen Beiträge sichern die Leistungen der Zukunft. Angesichts einer alternden Gesellschaft steigen die Gesundheitskosten, während immer weniger Erwerbstätige, vor allem junge Familien, diese über das Umlagesystem tragen müssen.

Ulrich Hoffmann, Präsident des Familienbundes der Katholiken, warnte davor, dass der Staat nicht in die Lebensplanung von Paaren eingreifen und sie für ihre familiären Entscheidungen bestrafen dürfe. Insbesondere Verantwortung füreinander, Sorgearbeit und generationenübergreifendes Engagement dürften nicht durch zusätzliche finanzielle Belastungen behindert werden.

Martin Nebeling, Vorsitzender des BKU, ergänzte, dass Personen, die Kinder großziehen oder Angehörige pflegen und deshalb zeitweise nicht erwerbstätig sein können, nicht auf ein nicht vorhandenes Einkommen mit Beiträgen belastet werden dürften. Stattdessen fordern die Verbände eine nach der Kinderzahl gestaffelte Entlastung für Familien sowie eine nachhaltige Stärkung des Gesundheitssystems durch mehr Effizienz, Prävention und Digitalisierung.

VERWANDTE ARTIKEL

2 Kommentare

  1. Bei mir sind die Kinder und meine Frau mit versichert und ich finde das auch nur richtig.

    Meine Kinder sollten genau wie ich die maximale Behandlungsmöglichkeiten haben

  2. Familien sollten abgesichert sein. Es ist sowieso ein riesen Privileg wenn man länger als 1 Jahr nach der Elternzeit Zuhause bleiben kann.

    Natürlich bin ich auch dafür das man wenn die Möglichkeit besteht arbeiten sollte, dennoch ist es nicht immer möglich Vollzeit arbeiten zu gehen. Gerade mit kleinen Kindern bleibt einem oft nur die Möglichkeit einen Minijob auszuüben.

    Natürlich wer die Möglichkeit hat Vollzeit arbeiten zu gehen, der sollte auch in eine eigene Versicherung investieren müssen. Allen denen es eben nicht möglich ist, sollten dennoch in der Familienversicherung bleiben dürfen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

- Advertisment -

Beliebteste

GodMag

Kostenfrei
Ansehen