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Papst Leo XIV. kehrt erneut zu Tradition zurück: Segnung der Agnes-Lämmer im Vatikan

Mit der Segnung zweier Lämmer am Fest der heiligen Agnes hat Papst Leo XIV. eine jahrhundertealte vatikanische Tradition wieder aufgenommen. Die Wolle der Tiere wird zur Herstellung der Pallien verwendet – jener liturgischen Rangabzeichen, die neuen Metropolitan-Erzbischöfen als Zeichen ihrer Würde und Jurisdiktion verliehen werden. Anders als sein Vorgänger Franziskus empfing Leo XIV. die Lämmchen, sprach ein Gebet über sie und streichelte eines der Tiere am Kinn.

Segnung der Agnes-Lämmer

Papst Leo XIV. hat im Vatikan zwei lebende Lämmer empfangen und sie im Rahmen eines traditionellen Ritus gesegnet. Wie der Vatikan mitteilte, wurden die Lämmer dem Papst am Vormittag in der Kapelle Urbans VIII. im Apostolischen Palast überreicht. Sie waren zuvor anlässlich des liturgischen Gedenktages der heiligen Agnes, Jungfrau und Märtyrerin, in der gleichnamigen Basilika an der Via Nomentana gesegnet worden. In der Kapelle sprach Papst Leo XIV. ein Gebet über die Tiere und zeigte dabei eine persönliche Geste, indem er eines der Lämmchen sanft am Kinn streichelte.

Aus der Wolle der Tiere werden die Pallien gefertigt, jene liturgischen Rangabzeichen, die der Papst ausgewählten Metropolitan-Erzbischöfen verleiht. In der offiziellen Mitteilung erinnerte der Vatikan an die Bedeutung der Pallien: Sie seien ein sichtbares Zeichen von Ehre und Jurisdiktion und würden sowohl vom Papst als auch von den Metropolitan-Erzbischöfen in ihren jeweiligen Kirchen und Kirchenprovinzen getragen. Das Pallium besteht aus einem schmalen, weißen Wollband, das mit sechs schwarzen Seidenkreuzen versehen ist.

Rückkehr zur alten Tradition

Das aus der Wolle der gesegneten Lämmer gefertigte Pallium überreicht der Papst jedes Jahr am Fest der Apostel Peter und Paul am 29. Juni an neu ernannte Metropolitan-Erzbischöfe. Es kennzeichnet ihre besondere Stellung innerhalb der kirchlichen Hierarchie. Davon zu unterscheiden sind die sogenannten Titular-Erzbischöfe: Sie tragen zwar den erzbischöflichen Titel, stehen jedoch keiner eigenen Kirchenprovinz vor. Zu ihnen zählen unter anderem leitende Geistliche der Römischen Kurie sowie die Apostolischen Nuntien, die den Heiligen Stuhl weltweit diplomatisch vertreten.

Die Segnung der sogenannten Agnes-Lämmer geht nach kirchlicher Überlieferung auf frühchristliche Wurzeln zurück. Bereits im vierten Jahrhundert soll das Grab der heiligen Agnes, die um die Wende vom ersten zum zweiten Jahrhundert den Märtyrertod erlitt, mit der Darstellung eines Lammes geschmückt gewesen sein. Historische Quellen belegen zudem, dass die Segnung von Lämmern an ihrem Grab spätestens im 6. Jahrhundert praktiziert wurde.

Unter Papst Franziskus erfuhr diese Tradition jedoch eine Zäsur. Wie Vatican News im Jahr 2025 berichtete, wurden in den vergangenen Jahren mehrere Elemente des Brauchs verändert: So betreiben die Trappisten keine eigene Schafzucht mehr, und der Papst verzichtete darauf, die Lämmer im Vatikan persönlich zu segnen.

Auch beim Ritus der Überreichung des Palliums hatte Franziskus neue Akzente gesetzt. Zwar segnete und übergab er das Pallium an die Erzbischöfe, die feierliche Auflegung erfolgte jedoch erst später in den jeweiligen Erzdiözesen durch den Apostolischen Nuntius. Papst Leo XIV. kehrte hingegen im vergangenen Jahr zur Tradition zurück und nahm die Auflegung des Palliums wieder persönlich vor.

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