In seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag hob Papst Leo XIV. die Einheit mit Christus als zentrale Voraussetzung christlicher Mission hervor. Er erinnerte daran, dass Mission nicht aus bloßen Ideen oder Praktiken bestehe, sondern aus einem gelebten Leben in der Gemeinschaft mit Christus, aus dem sowohl kirchliche Einheit als auch missionarische Fruchtbarkeit erwachsen.
Mission als gelebte Einheit mit Christus
Papst Leo XIV. rief die Kirche dazu auf, nach dem Heiligen Jahr ihren missionarischen Auftrag mit neuer Freude und geistlicher Kraft weiterzuführen. Voraussetzung dafür seien in Christus geeinte Herzen, versöhnte Gemeinschaften sowie eine Haltung der Offenheit und des Vertrauens in der Zusammenarbeit. Zugleich machte der Pontifex deutlich, dass christliche Mission nicht auf äußere Handlungen oder theoretische Konzepte verkürzt werden dürfe. Christsein bedeute vielmehr, in einer lebendigen Einheit mit Christus zu stehen und so Anteil an seiner Beziehung zum Vater im Heiligen Geist zu haben. Aus dieser tiefen Verbundenheit erwüchsen sowohl die Gemeinschaft der Gläubigen als auch die Kraft zu echter missionarischer Wirksamkeit.
Die „erste missionarische Verantwortung der Kirche“ bestehe darin, „die geistliche und geschwisterliche Einheit ihrer Glieder zu erneuern und lebendig zu erhalten“, unterstrich Leo. Deshalb gelte es, den ökumenischen Dialog mit allen christlichen Kirchen weiter zu vertiefen und die besonderen Impulse aufzugreifen, die sich aus dem gemeinsamen Gedenken an den 1700. Jahrestag des Konzils von Nizäa ergeben, führte er aus. Echte Evangelisierung, so der Papst weiter, beginne „im Herzen jedes Christen“ und weite sich „dann auf die ganze Menschheit“ aus. Wörtlich erklärte Leo: „Je mehr wir also in Christus vereint sind, desto mehr können wir gemeinsam die Sendung erfüllen, die er uns anvertraut.“
Vereint in der Vielfalt der Sendung
Weiter bezog sich Papst Leo XIV. in seiner Botschaft auf die Einheit in der gemeinsamen Sendung der Kirche. Diese wachse im täglichen geistlichen Leben und ermögliche es, die Mitmenschen zunehmend aus der Perspektive des Glaubens wahrzunehmen. So werde es möglich, das Wirken des Heiligen Geistes im Anderen mit Freude zu erkennen, Unterschiede als Bereicherung zu verstehen und einander solidarisch zu unterstützen – stets mit dem Blick auf die von Gott geschenkte Einheit. Der Papst stellte dabei klar, dass Einheit nicht Gleichförmigkeit bedeute. Vielmehr gehe es um das Zusammenwirken unterschiedlicher Charismen, die auf dasselbe Ziel ausgerichtet seien: die Liebe Christi sichtbar zu machen und Menschen zur Begegnung mit ihm einzuladen.
Insbesondere ermutigte der Pontifex die kirchlichen Institutionen, „das Gefühl der missionarischen Gemeinschaft der Kirche zu stärken und mit Kreativität konkrete Wege der Zusammenarbeit untereinander für und in der Mission zu entwickeln“. Abschließend betonte der Papst erneut: „Einheit ist die Voraussetzung für die Mission, die Liebe ist ihr Inhalt. Die Frohe Botschaft, die wir der Welt verkünden sollen, ist kein abstraktes Ideal: Es ist das Evangelium der treuen Liebe Gottes, die im Antlitz und im Leben Jesu Christi Gestalt angenommen hat.“
