StartVaticanPapst Leo XIV.: Seligpreisungen als Prüfstein des Glücks

Papst Leo XIV.: Seligpreisungen als Prüfstein des Glücks

Beim Angelusgebet nahm Papst Leo XIV. die Seligpreisungen der Bergpredigt in Augenschein und bezeichnete sie als „Lichter im Halbdunkel der Geschichte“, durch die Gott seinen Heilsplan offenbare. Der Pontifex unterstrich, dass Jesu Worte kein weltfremdes Ideal entwarfen, sondern einen Maßstab für ein erneuertes Leben setzten, das sich an Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Frieden orientiere – selbst dort, wo dieses Leben aus rein menschlicher Perspektive als Scheitern erscheine.

„Freut euch und jubelt“

Christus habe den Jüngern mit der Bergpredigt ein Gesetz anvertraut, das das menschliche Leben erneuere und ihm Sinn verleihe, auch wenn es aus Sicht der Welt als gescheitert und unerquicklich gelte. Wirklich seligpreisen könne allein Gott, betonte Leo XIV.: Er sei das höchste Gut, das sich den Armen und Bedrängten in grenzenloser Liebe schenke. Gott allein sättige jene, die nach Frieden und Gerechtigkeit verlangten, da er der gerechte Richter der Welt und der Ursprung des ewigen Friedens sei. In ihm fänden auch die Sanftmütigen, die Barmherzigen und die Reinen im Herzen ihre Erfüllung. Gerade in Zeiten der Verfolgung sei Gott Quelle der Befreiung, inmitten der Lüge der feste Halt der Wahrheit – weshalb Jesus dazu aufrufe, sich zu freuen und zu jubeln. „Deshalb verkündet Jesus: ,Freut euch und jubelt!‘“, so der Pontifex.

Zunächst wirkten die Seligpreisungen paradox, erklärte Papst Leo XIV., jedoch nur für jene, die glaubten, Gott sei anders, als Jesus ihn offenbare. Die Seligpreisungen, so Leo weiter, zeigten auf, wie Gott ist. Wer davon ausgehe, dass die Mächtigen immer die Herren auf Erden sein würden, sei von Jesu Worten überrascht. Wer daran gewöhnt sei zu denken, dass das Glück den Reichen gehöre, könne Jesus für einen Träumer halten. Tatsächlich seien die Seligpreisungen ein „verhülltes Selbstporträt Jesu“: „Er ist der Arme, der sein Leben mit allen teilt, der Sanftmütige, der im Schmerz ausharrt, der Friedensstifter, der bis zum Tod am Kreuz verfolgt wird.“

Seligpreisungen: Maßstab des wahren Glücks

An die Gläubigen gerichtet erklärte Papst Leo XIV., die Seligpreisungen seien ein Prüfstein für das Verständnis von Glück. Sie führten zur Frage, ob Glück als käufliche Errungenschaft betrachtet werde oder als Geschenk, das man mit anderen teile – ob es an Konsumgüter gebunden sei oder an tragende Beziehungen. Tatsächlich zeichneten die Seligpreisungen, so der Papst, ein verhülltes Selbstporträt Jesu: Er sei der Arme, der sein Leben mit allen teile, der Sanftmütige, der im Leiden standhalte, und der Friedensstifter, der bis zum Tod am Kreuz verfolgt worden sei.

Jesus erhelle damit den Sinn einer Geschichte, die nicht von den Siegern geschrieben werde, sondern von Gott selbst vollbracht sei, indem er die Unterdrückten rette. Die Verwandlung der Bitterkeit der Prüfungen in die Freude der Erlösten geschehe „um Christi willen“ und durch ihn, betonte Leo XIV. abschließend. Jesu Worte verwiesen nicht auf einen fernen Trost, sondern auf eine bleibende Gnade, die den Menschen gerade in Zeiten der Bedrängnis immer wieder stärke.

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