Am Fest der Darstellung des Herrn hat Papst Leo XIV. im Petersdom mit Ordensleuten die Heilige Messe zum Welttag des geweihten Lebens gefeiert. In seiner Predigt beschrieb er das geweihte Leben als radikale Hingabe, als bleibende Präsenz in Krisen und als Ausdruck einer Hoffnung, die sich nicht an kurzfristigem Erfolg misst. Zugleich rief er die Ordensleute zu einem prophetischen Zeugnis auf: „Die Kirche bittet euch, Propheten zu sein – Boten und Botinnen, die die Gegenwart des Herrn verkünden und ihm den Weg bereiten.“
Welttag des geweihten Lebens: Berufung zum prophetischen Dienst
Ausgehend vom Evangelium der Darstellung Jesu im Tempel deutete Papst Leo XIV. die Begegnung mit den greisen Propheten Simeon und Hanna als Zusammentreffen zweier Bewegungen: der selbstlosen Liebe Gottes, der den Menschen entgegenkommt, und der geduldigen Hoffnung des Menschen, der auf das Heil wartet. Dass der Messias als Kind einer armen Familie erscheine, mache deutlich, so der Papst, dass sich Gottes Macht nicht in Dominanz, sondern in solidarischer Nähe offenbare. Simeon und Hanna stünden exemplarisch für die lange und oft gebrochene Hoffnungsgeschichte Israels. Zwar sei diese Geschichte von Umwegen geprägt, sie werde jedoch getragen von der Sehnsucht nach der erneuerten Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch.
Vor diesem Hintergrund stellte Papst Leo XIV. den Welttag des geweihten Lebens als Sinnbild für die Sendung von Ordensmännern und Ordensfrauen in Kirche und Welt heraus. Diese seien aufgerufen, einen prophetischen Dienst zu übernehmen und als Zeugen die Gegenwart Gottes sichtbar zu machen und seinem Wirken den Weg zu bereiten.
Prophetisches Zeugnis über Grenzen hinweg
Die Geschichte der Orden sei keine rückwärtsgewandte Erinnerung, sondern ein anschauliches Beispiel dafür, wie der prophetische Auftrag konkret gelebt werden könne, betonte Papst Leo XIV. Ordensmänner und Ordensfrauen hätten diesen Auftrag erfüllt, indem sie bewusst Grenzen überschritten und dort geblieben seien, wo andere sich zurückgezogen hätten – in Armut, Krankheit sowie in von Gewalt und Krieg geprägten Situationen. Mit der Kraft der Gnade hätten sie sich auch in riskante Kontexte begeben, um in feindseligen oder gleichgültigen Umfeldern betend präsent zu sein und Menschen in Verfall und Verlassenheit Nähe und Unterstützung zu schenken. Angesichts einer zunehmenden Kluft zwischen Glauben und Lebenspraxis komme diesem Zeugnis besondere Bedeutung zu, so der Pontifex.
Ordensleute seien auch heute dazu aufgerufen, so Papst Leo XIV., durch die Profess der evangelischen Räte und ihr vielfältiges Engagement in der Nächstenliebe Zeugnis davon zu geben, dass Gott in der Geschichte als Heil für alle Völker gegenwärtig ist. Dabei gelte es sichtbar zu machen, dass junge und alte Menschen ebenso wie Arme, Kranke und Gefangene einen unveräußerlichen Platz in Gottes Zuwendung haben und dass jedem Menschen eine unantastbare Würde zukommt, die Respekt und Achtung verlangt.
Bleiben als Zeichen der Hoffnung
Anerkennend äußerte sich Papst Leo XIV. zudem über Ordensgemeinschaften, die bewusst in Konflikt- und Krisengebieten präsent bleiben. Diese „Horte des Evangeliums“ setzten durch ihr Ausharren ein stilles, aber eindrückliches Zeichen für die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens – auch dort, wo Gewalt, Eigennutz und Überheblichkeit den Alltag prägten. Ihre bloße Anwesenheit sei oft ein stärkeres Zeugnis als Worte. Mit Blick auf das Gebet des greisen Simeon erinnerte der Papst zudem daran, dass das Ordensleben für eine Freiheit stehe, die aus der Hoffnung auf das Ewige erwachse. In der gelassenen Loslösung vom Vergänglichen zeige sich eine Haltung, die verantwortliche Sorge für die Welt mit der Ausrichtung auf das endgültige Ziel des Menschen verbinde und so dem Leben Orientierung und Licht verleihe.

Meines Empfindens nach ist es unsere Aufgabe, den Glauben weiterzutragen. Meinen Kindern und Enkelkindern versuche ich die Werte und den Glauben bei jedem Treffen nahezubringen.