Beim International Religious Freedom Summit (IRF) 2026 in Washington, D.C. haben die Co-Vorsitzenden Sam Brownback und Katrina Lantos Swett eine ernüchternde Bestandsaufnahme zur globalen Lage der Religionsfreiheit vorgelegt. Den Ergebnissen zufolge leben mehr als 80 Prozent der Menschheit in Ländern mit massiven Einschränkungen dieses grundlegenden Menschenrechts. Zahlreiche Vertreter religiöser und zivilgesellschaftlicher Organisationen versammelten sich in der US-amerikanischen Hauptstadt und unterstrichen den Anspruch der IRF-Bewegung, Religionsfreiheit als überparteiliche und globale Kernfrage der Menschenrechte zu stärken.
Zwischen Fortschritten und wachsender Verfolgung
Der zweitägige International Religious Freedom Summit (IRF), der gestern zu Ende ging, vereint eine breite Allianz religiöser Gemeinschaften und Menschenrechtsorganisationen mit dem Ziel, die Religionsfreiheit weltweit zu stärken. Angeführt wird die Initiative von Sam Brownback, ehemaliger US-Botschafter für internationale Religionsfreiheit während der ersten Trump-Regierung, und Katrina Lantos Swett, Präsidentin der Lantos Foundation for Human Rights and Justice sowie frühere Vorsitzende der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF).
Mit Blick auf die aktuelle Lage zeigte sich Lantos Swett gegenüber EWTN News zwiegespalten optimistisch. Positiv sei zu vermerken, dass immer mehr Staaten dem Thema institutionell mehr Gewicht beimessen, etwa durch zusätzliche finanzielle Mittel und die Ernennung hochrangiger Sondergesandter für Religions- oder Glaubensfreiheit. Gleichzeitig zeichne sich jedoch ein alarmierendes Gesamtbild ab: Nach aktuellen Erkenntnissen lebten inzwischen mehr als 80 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern, in denen Religionsausübung staatlicher oder gesellschaftlicher Unterdrückung sowie rechtlichen Einschränkungen ausgesetzt ist.
Besondere Sorge bereitet den IRF-Verantwortlichen zudem das Phänomen der sogenannten „transnationalen Repression“. Darunter fällt die zunehmende Praxis autoritärer Staaten, Kritiker und religiöse Minderheiten auch jenseits der eigenen Landesgrenzen durch Drohungen, Einschüchterung und gezielte Gewalt unter Druck zu setzen.
Religionsfreiheit unter Druck: China und weitere Krisenherde
Übereinstimmend nannten beide Co-Vorsitzenden China als das Land mit den gravierendsten Einschränkungen der Religionsfreiheit. Lantos Swett verwies darüber hinaus insbesondere auf den Iran und Russland, die aus seiner Sicht ebenfalls an der „Spitze der Liste“ der schlechtesten Länder in Sachen Religionsfreiheit stehen. Mit großer Sorge beobachte man vor allem das Vorgehen der chinesischen Regierung, die zunehmend versuche, die katholische Kirche zu kontrollieren – unter anderem durch die staatliche Einflussnahme auf kirchliches Leben.
Neben staatlicher Repression wies Lantos Swett auch auf neue Herausforderungen hin, wie etwa gezielte Desinformation. Auch der wachsende Einsatz künstlicher Intelligenz könne problematisch sein, indem er die Verteidigung der Gewissens- und Religionsfreiheit künftig sowohl fördern als auch untergraben könne.
Brownback bezeichnete die weltweiten Verletzungen der Religionsfreiheit als eines der größten und am häufigsten missachteten Menschenrechtsprobleme überhaupt. Betroffen seien Gläubige nahezu aller Religionen, betonte er, und forderte ein stärkeres internationales Gegensteuern. Neben China als „Nummer eins“ der problematischsten Länder hob Brownback zusätzlich die angespannte Lage in Nigeria sowie auf dem indischen Subkontinent hervor.
Religionsfreiheit als Antwort auf gesellschaftliche Orientierungslosigkeit
Nach Einschätzung von Sam Brownback ist die Bewegung für Religionsfreiheit inzwischen aus dem politischen Schatten herausgetreten und steht verstärkt im Fokus öffentlicher und politischer Auseinandersetzungen. Zugleich betonte Brownback die Notwendigkeit breiter Bündnisse. Um dauerhaft Wirkung entfalten zu können, gelte es jetzt, Allianzen zu schmieden und Menschen zusammenzubringen. Diese müssten nicht nur aus dem engeren Kreis der Verteidiger der Religionsfreiheit, sondern auch aus demokratischen Kräften kommen.
Katrina Lantos Swett knüpfte daran an und hob hervor, dass der Einsatz für Religionsfreiheit weit über tagespolitische Auseinandersetzungen hinausreiche. Angesichts tiefer gesellschaftlicher und politischer Spaltungen sei es umso wichtiger, dieses Anliegen als verbindendes Element zu begreifen. Der Schutz der Religionsfreiheit für alle müsse deshalb nicht nur parteiübergreifend, sondern ausdrücklich unparteiisch bleiben, um Menschen unterschiedlicher Überzeugungen zusammenzuführen.
Lantos Swett sieht das wachsende Interesse an der IRF-Bewegung auch als Reaktion auf eine zunehmende Sinnkrise in vielen Gesellschaften. Eine verbreitete Unruhe über einen allgegenwärtigen Nihilismus, der grundlegende moralische Maßstäbe infrage stellt und dem Leben seinen Sinn abspreche, treibe immer mehr Menschen dazu, nach Orientierung und Halt zu suchen. Diese Entwicklung wirke sich nicht nur auf Individuen, sondern auch auf das gesellschaftliche Zusammenleben insgesamt belastend aus.
Besonders bei jüngeren Menschen beobachtet Lantos Swett eine wachsende Distanz zu einer als ziellos empfundenen Weltsicht. Stattdessen wachse das Bedürfnis nach Sinn, Verantwortung und moralischer Verortung. Darin sieht sie eine Chance für die Bewegung: Das Streben nach Religionsfreiheit könne dazu beitragen, eine neue Generation von Führungspersönlichkeiten zu gewinnen, die den Wert von Sinn, Zielgerichtetheit und Konsequenz im persönlichen wie im öffentlichen Leben neu entdecke.

So etwas darf nicht verboten werden. Jeder Mensch hat das Recht selbst zu entscheiden welcher Religion er angehören möchte!
ob es anderen Menschen passt , oder nicht.
Ich kann es mir nicht vorstellen in einem Land zu Leben wo mir vorgeschrieben wird wie ich glauben darf.