StartVaticanEmeritierter Bischof Genn behält Schlüsselposition im Vatikan

Emeritierter Bischof Genn behält Schlüsselposition im Vatikan

Auch nach seinem Rücktritt als Bischof von Münster bleibt Felix Genn eine zentrale Figur im Vatikan: Papst Leo XIV. bestätigte den 75-Jährigen in der vatikanischen Behörde, die weltweit über die Ernennung neuer Bischöfe entscheidet und Disziplinarverfahren gegen Amtsbrüder überwacht. Kürzlich empfing Papst Leo XIV., der Bischof Genn schon aus der gemeinsamen Zeit im Dikasterium für die Bischöfe kennt, ihn zu einer Audienz im Vatikan.

Wiedersehen im Vatikan – Audienz bei Papst Leo XIV.

Wie das vatikanische Presseamt am Samstag mitteilte, bleibt Bischof Felix Genn (75) Mitglied im Dikasterium, das für die Ernennung neuer Bischöfe verantwortlich ist. Zudem ist die Vatikanbehörde für Disziplinarverfahren gegen Bischöfe zuständig, die kirchenrechtliche Vorschriften verletzen. Derzeit gibt es weltweit rund 5.500 Bischöfe, vor allem in Europa, Nord- und Lateinamerika sowie Australien. Die laufende Arbeit erledigt ein Mitarbeiterstab in Rom unter Leitung von Erzbischof Filippo Iannone. Die Mitglieder wie Genn kommen nur selten zu Beratungen zusammen.

Genns Rücktritt als Bischof von Münster wurde im vergangenen März noch von Papst Franziskus angenommen. Vor drei Wochen empfing ihn Papst Leo XIV. zu einer Audienz im Vatikan. Dabei handelte es sich nicht um die erste Begegnung der beiden: Da der Papst vor seiner Wahl am 8. Mai die Bischofsbehörde als Präfekt leitete, kennt er Genn seit mehreren Jahren.

Die Audienz bei Leo XIV. bezeichnete Bischof Genn im Anschluss gegenüber Radio Vatikan als „eine sehr schöne Begegnung“. Es sei eine schöne Erfahrung gewesen, „mit jemandem zusammenzutreffen, den ich nun schon vor sechs Jahren kennenlernen konnte und durfte, weil wir ja im Dikasterium zusammengearbeitet haben“.

Über Reformanliegen der deutschen Kirche habe er mit dem Papst „nicht ausdrücklich“ gesprochen, erklärte Genn. Er beobachte jedoch, „wie klug, bescheiden und zugleich klar“ Leo XIV. die Entwicklungen verfolge, und sei überzeugt, dass der Papst auch in diesem Bereich seinem Wahlspruch „in jenem einen sind wir eins“ (in illo uno unum) gerecht werden wolle. Das Verhältnis zwischen der deutschen Kirche und dem Vatikan sei zuletzt „ruhiger“ geworden, fügte der emeritierte Bischof hinzu.

Bischof Genn bestätigt – Ordensfrau neu ins Dikasterium berufen

Bischof Genn gehört seit 2013 dem vatikanischen Dikasterium für die Bischöfe an, das die Ernennung von Bischöfen weltweit vorbereitet, und ist in dieser Funktion regelmäßig im Vatikan tätig. Robert Prevost war ab 2020 Mitglied der damaligen Kongregation und wurde 2023 zum Präfekten des Dikasteriums ernannt. Genn hat so aus nächster Nähe miterlebt, worauf der heutige Papst bei der Auswahl von Bischöfen besonderen Wert legt. Zusammen mit ihm bestätigte Papst Leo XIV. zahlreiche weitere Mitglieder des Beratungsgremiums, darunter die Schweizer Kardinäle Kurt Koch (75) und Emil Paul Tscherrig (79).

Neu ins Dikasterium für die Bischöfe berief der Pontifex die italienische Ordensfrau Simona Brambilla (60). Brambilla war bereits wenige Monate vor dem Tod von Papst Franziskus (2013–2025) zur Präfektin des Dikasteriums für die Ordensleute ernannt worden. Das glich einer Sensation, da zuvor noch nie eine Frau diese wichtige Vatikanbehörde geleitet hatte. Mit ihrer Ernennung ins Bischofs-Dikasterium setzt Leo XIV. die Linie seines Vorgängers fort. In der Vergangenheit gehörten die Präfekten der Ordensbehörde stets auch der Bischofsbehörde an, da es regelmäßig Abstimmungsbedarf zwischen Bischöfen und Ordensgemeinschaften gibt.

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1 Kommentar

  1. Bewundernswert in welch hohem Alter noch gearbeitet wird und mit welcher Hingabe diese Menschen die Jobs noch machen.

    Sollte sich manch eine Generation mal eine Scheibe abschneiden.

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