StartGlaubenAbschluss der MEHR-Konferenz: Vier Tage im „Klang der Freude“

Abschluss der MEHR-Konferenz: Vier Tage im „Klang der Freude“

Mit Vorträgen, Diskussionen, Konzerten und Lobpreis stand die MEHR-Konferenz 2026 in den Augsburger Messehallen ganz im Zeichen von „The Sound of Joy“ (Der Klang der Freude). Zahlreiche Gäste wie die Band O’Bros, der US-Autor John Eldredge und Ordensschwester Teresa Zukic prägten das Programm ebenso wie bewegende Glaubenszeugnisse. Mit nach Veranstalterangaben über 11.000 Besucherinnen und Besuchern zählt das Festival zu den größten christlichen Events im deutschsprachigen Raum. Zum Abschluss rief Augsburgs Bischof Bertram Meier die Teilnehmenden dazu auf, ihren Glauben auch unter schwierigen Bedingungen sichtbar zu leben – dort, wo Menschen einander konkret begegnen.

Glaubenszeugnis: Eine „Reise mit Jesus“

Die MEHR-Konferenz ging am Dienstag, 6. Januar, mit viel Lobpreis, klangvollen Konzerten und bewegenden Gottesdiensten zu Ende. Prägend waren zahlreiche beeindruckende Begegnungen sowie persönliche Glaubenszeugnisse, die die tausenden Teilnehmenden tief berührten. In einem bewegenden Vortrag berichtete der Iraner Mojtaba Barahimi von seiner Bekehrung und den drei Jahren Haft, die seinen Glauben auf eine harte Probe stellten. Ausgangspunkt sei damals die überraschende Veränderung seines Bruders gewesen, erzählte Barahimi offen. Nachdem dieser sich Jesus zugewandt habe, habe sich dessen Persönlichkeit radikal gewandelt. Er sei so freundlich gewesen, dass er kaum wiederzuerkennen gewesen sei. „Ich dachte zuerst, er hätte Drogen genommen“, erzählte Barahimi und fügte lachend hinzu: „Ich dachte, diese Droge will ich auch.“ Damals habe er noch nicht erkannt, dass es die Wirkung des Heiligen Geistes gewesen sei, die zu dieser Veränderung geführt habe.

Aus Neugier und innerer Unruhe begann Barahimi, sich selbst mit dem christlichen Glauben zu beschäftigen. Er sah dasselbe Video, das auch seinen Bruder zum Glauben geführt hatte. Wenige Tage später habe sich sein Leben grundlegend verändert. „Ich habe mich in das Evangelium und die Bibel verliebt“, berichtete er. Gemeinsam mit seinem Bruder begann er zu beten. Das habe spürbar Frieden in eine zuvor zerrissene familiäre Situation gebracht.

In der Folge schloss sich Barahimi mit anderen Christen zusammen. Doch die Treffen blieben nicht unbemerkt. Nach einiger Zeit wurde er gemeinsam mit seiner Familie von der iranischen Regierung verhaftet. Mehr als einen Monat verbrachte er in Einzelhaft, und auch nach der Freilassung seien sie massiv bedroht worden. Ihnen seien noch längere Haftstrafen angedroht worden, sollten sie ihren Glauben weiterleben, erzählte Barahimi. „Doch das war uns egal“, betonte der Iraner. Innerhalb von vier Jahren wuchs die christliche Gemeinschaft von etwa 15 auf 300 bis 400 Personen.

Schließlich wurde Barahimi erneut festgenommen und musste für drei Jahre in Haft. Die Haft sei schwierig gewesen. So habe er die Zeit in einer Zelle von etwa zwei auf sechs Metern verbringen müssen – im Raum lediglich eine Decke zum Schlafen. Tag für Tag sei er Runden in der Zelle gegangen und habe gebetet, berichtete er. Er habe sich gewünscht, zur Befragung abgeholt zu werden, nur um diesen Raum verlassen zu können. Im Befragungsraum wiederum habe er sich danach gesehnt, in die Zelle zurückzukehren. Rückblickend bezeichnete Barahimi diese Zeit als eine „Reise mit Jesus“.

Vom Zweifel zur tiefen inneren Veränderung

Besonders eindrücklich schilderte Barahimi eine Begegnung mit einem sunnitischen Muslim während seiner Haftzeit. Der Mann sei durch Gerüchte auf die Christen im Gefängnis aufmerksam geworden und habe interessiert das Gespräch gesucht. „Was ist euer Verbrechen?“, habe er gefragt. „Wir sagten: Wir sind Christen“, erzählte Barahimi. Daraufhin habe der Mann ungläubig reagiert: „Was? Was soll das für eine Straftat sein?“

Der sunnitische Muslim zeigte großes Interesse am christlichen Glauben und stellte zahlreiche Fragen. Als er versuchte, die Christen in Diskussionen vom Islam zu überzeugen, sei Barahimi selbst verunsichert gewesen, gestand er. Er habe sich zu dieser Zeit in einem körperlich und seelisch schlechten Zustand befunden und keinerlei Interesse daran gehabt, den Mann vom Christentum zu überzeugen. Letztlich habe er ihm nur einen einfachen Rat gegeben: „Geh einfach zu Jesus und sag es ihm selber.“

Am folgenden Tag kehrte der Mann sichtbar verändert zu Barahimi zurück. In der Nacht zuvor habe er – wie empfohlen – zu Jesus gebetet und dabei einen tiefen, bislang unbekannten Frieden erlebt. Der frühere Bandenchef, der auf seine Hinrichtung wartete und bislang von Angst und Schlaflosigkeit geprägt gewesen sei, habe erstmals ruhig geschlafen und das Gefühl gehabt, als sei ihm eine schwere Last von der Brust genommen worden.

Der Name Jesus habe ihn seitdem nicht mehr losgelassen, berichtete Barahimi. Hass und innere Unruhe seien einer neuen Gelassenheit gewichen. In den folgenden vier bis fünf Monaten verbrachten beide Männer viel Zeit miteinander im Gefängnis, beteten gemeinsam und lasen in der Bibel.

Bischof Meier zum Abschluss der MEHR-Konferenz: Glauben im Alltag sichtbar leben

Zum Abschluss der 14. Ausgabe des Glaubensfestivals MEHR hat Augsburgs katholischer Bischof Bertram Meier die Christinnen und Christen dazu aufgerufen, ihren Glauben auch unter schwierigen Bedingungen weiterzugeben. In seinem Wort am Dreikönigstag betonte Meier, wie wichtig die persönliche Begegnung im Glauben sei. Der Glaube dürfe nicht abstrakt bleiben, sondern müsse dort gelebt und geteilt werden, wo Menschen ihren Alltag verbringen.

Zugleich räumte der Bischof ein, dass das geistliche und soziale Miteinander in Pfarreien und Seelsorgeeinheiten mit vielfältigen Herausforderungen verbunden sei, etwa durch unterschiedliche Prägungen und Erwartungen. Entscheidend sei jedoch, den Blick auf den Nächsten zu richten: „Wo wir dem Nächsten Gutes tun, da wird Gott geehrt.“

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1 Kommentar

  1. Mega Messe!!

    Wir sind schon seit Jahren immer dort gewesen, als es aufgrund von Corona nicht stattfinden konnte, waren wir echt traurig.
    Wenn man die Stimmung beim Lobpreis miterlebt hat dann weis man das möchte man nie wieder verpassen.

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