Bischof Paolo Martinelli, Apostolischer Vikar für das südliche Arabien, hat die katholische Gemeinschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman und dem Jemen zu Ostern zu Versöhnung und Nächstenliebe aufgerufen. Angesichts von Krieg, Sicherheitsrisiken und den nur eingeschränkt möglichen Gottesdiensten in Dubai betonte er, dass der Sieg Christi über das Böse eine Hoffnung für die Gläubigen darstelle und dazu ermutige, in schwierigen Zeiten die Liebe zu bezeugen.
Appell gegen Gewalt in unsicheren Zeiten
Die Kar- und Ostertage in Dubai wurden von kurzfristigen Änderungen im Dekanat überschattet. An der Marienkirche sowie in St. Francis in Jebel Ali konnten die Gottesdienste nicht wie gewohnt stattfinden, da die Kirchen vorübergehend geschlossen wurden. Die Liturgien fanden stattdessen digital statt. Bischof Paolo Martinelli äußerte die Hoffnung, dass die Gläubigen bald wieder gemeinsam in den Gotteshäusern feiern können. Zugleich rief er die Betroffenen dazu auf, „die Schwierigkeiten dieser Tage in Vereinigung mit Christus aufzuopfern, damit dieses Opfer Früchte für das Wohl der Kirche und den Frieden in der Welt trage“.
In seiner Karfreitags- und Osterpredigt griff Bischof Paolo Martinelli die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten auf. Er sprach von wachsender Verunsicherung durch die jüngsten Konflikte in der Region und kritisierte die Gewalt scharf: „In diesen Tagen des Krieges erleben wir die Absurdität der Gewalt, die keine Probleme löst, sondern sie schafft und verschlimmert, Tod und Zerstörung bringt und Angst sowie Ungewissheit verursacht.“ Dabei zog Martinelli einen Vergleich zwischen Naturkatastrophen und menschengemachtem Leid. Während Naturereignisse zwar traurig stimmen, erzeuge das Leid, das Menschen einander durch Waffen zufügen, den Eindruck, „die Menschheit habe ihren Sinn für Vernunft verloren“.
Liebe als theologische Antwort auf Leid
Bischof Paolo Martinelli hob hervor, dass der Sieg Christi nicht gegen menschliche Armeen, sondern gegen das Böse an sich errungen worden sei. Er erinnerte an die Kreuzigung Jesu, die er als „schrecklichstes Ereignis der Menschheitsgeschichte“ bezeichnete, und betonte zugleich: Die Auferstehung garantiere, „dass das Böse nicht das letzte Wort behalte“. Vor dem Hintergrund der Unsicherheit in der Region, wo viele Gläubige um ihre Arbeitsplätze, ihre Familien und die Zukunft ihrer Kinder besorgt seien, zog Martinelli Parallelen zu den Jüngern und Maria Magdalena nach dem Tod Jesu. „Die Gewissheit der Gegenwart des Auferstandenen muss unseren Blick auf Schmerz und Tod verändern“, sagte er. Den Abschluss bildete sein Aufruf an die Gläubigen, ihren Glauben aktiv zu leben: „Unsere Aufgabe ist es, zu bezeugen, dass die Liebe siegt.“
