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Bischof Meier fordert die Kolpingjugend auf, Farbe zu bekennen

Bei der Bundeskonferenz der Kolpingjugend am Samstag in Augsburg hielt Bischof Bertram Meier die derzeitige politische Lage im Blick. „Wir alle wissen, dass es derzeit viele Probleme in unserem Land

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Bischof Meier fordert die Kolpingjugend auf, Farbe zu bekennen
(c) Bildnachweis: Beitragsbild @ ua_Bob_Dmyt_ua - pixabay user_id:8820017

Bei der Bundeskonferenz der Kolpingjugend am Samstag in Augsburg hielt Bischof Bertram Meier die derzeitige politische Lage im Blick. „Wir alle wissen, dass es derzeit viele Probleme in unserem Land gibt, doch hilft es nichts, nur zu motzen und zu schimpfen“, mahnt der Augsburger Bischof. Gleichzeitig appellierte er in seiner Predigt, dass Christinnen und Christen gerade in der Zeit der wachsenden gesellschaftlichen Polarisierungen im Geiste Adolf Kolpings „mehr denn je Farbe bekennen“ müssten. Das leuchtende Beispiel Kolpings lehre, was es heißt, „die Nöte der Zeit wahrzunehmen und aus dem Glauben heraus zu handeln“, betonte Meier.

Von Schwarz-Weiß-Malerei nicht anstecken lassen

In seiner Predigt ging der Augsburger Bischof auf die Herausforderungen der Zeit ein. So gebe es „eine ganze Reihe an Feldern und Personengruppen, die man aufzählen könnte“, betonte Meier. Dabei nannte er zunächst die Gruppe der vielen Jugendlichen ohne Schulabschluss, „die in den meisten Fällen schlechte Chancen haben, in eine Berufsausbildung zu kommen“. Zudem betrachtete er „die besorgniserregend hohe Zahl an Heranwachsenden, die aufgrund einer exzessiven Mediennutzung psychische Probleme haben oder gar unter Mediensucht leiden.“ Auch gebe es immer mehr junge Menschen, die sich einsam fühlen, warnte der Bischof. Nach seiner Meinung bekomme dieses Thema zu wenig Aufmerksamkeit.

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Mit dem Blick auf die Wohnungssituation sagte er, dass sich junge Erwachsene kaum noch eine Wohnung leisten können. Andere hingegen bereite der Klimawandel und die Krisen der Welt große Sorgen. In Anbetracht dieser Umstände sei er wenig verwundert, „dass bei der letzten Bundestagswahl relativ viele junge Menschen Parteien gewählt haben, die mit scharfen Tönen einen teils radikalen politischen Kurswechsel fordern“, so Meier. „Doch frage ich: Bieten diese Parteien wirklich Lösungen an, die sinnvoll und aus christlicher Sicht zu befürworten sind?“

Kolpingjugend – Gemeinschaft, in der man Freund*innen findet

Bischof Meier forderte, sich nicht von Leuten anstecken zu lassen, die immer nur Schwarz-Weiß malen und die Gesellschaft durch Schüren von Ängsten und Aggressionen vergiften. „Bekennen wir stattdessen Farbe und bringen, wie es Jesus uns im Evangelium aufgetragen hat, Frucht hervor, indem wir uns mit all unseren von Gott geschenkten Fähigkeiten für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen“, appelliert Meier. Er forderte, Farbe zu bekennen, „indem wir uns in der Arbeit, in der Schule und im Freundeskreis klar positionieren gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit und völkischem Nationalismus!“

Die Kolpingjugend, mit etwa 34.000 Mitgliedern, ist ein Teil des Kolpingwerks. Auf ihrer Website beschreibt sich der Jugendverband als eine Gemeinschaft, in der Freundschaften entstehen und gleichzeitig wichtige Werte für das Miteinander vermittelt werden: Rücksichtnahme, Kompromissbereitschaft, Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Zudem betonen sie: „Der christliche Glaube, Adolph Kolping und sein Werk prägen uns.“

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