Wirtschaft & Politik

„Christen haben noch viel anzubieten“ – Laschet ruft zu neuem Gemeinwohl-Engagement auf

Christen sollten nicht zögern, sich mit Überzeugung und sichtbarem Engagement in gesellschaftliche Debatten einzubringen und das christliche Verständnis vom Gemeinwohl aktiv in die politische Gestaltung einzubringen. Dazu rief der CDU-Politiker

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
„Christen haben noch viel anzubieten“ – Laschet ruft zu neuem Gemeinwohl-Engagement auf
(c) Kathpress / Henning Klingen

Christen sollten nicht zögern, sich mit Überzeugung und sichtbarem Engagement in gesellschaftliche Debatten einzubringen und das christliche Verständnis vom Gemeinwohl aktiv in die politische Gestaltung einzubringen. Dazu rief der CDU-Politiker und ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet am Sonntag in seiner Festrede zum Abschluss der „Salzburger Hochschulwochen“ auf. Der zunehmende Rückgang der Mitglieder in der Kirche hinterlasse eine Lücke, in die Populisten nur allzu gerne hineinstoßen, warnte Laschet.

Christliche Sozialethik als Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen

Im Rahmen eines feierlichen Abschlussaktes sprach der CDU-Politiker Armin Laschet zum Ende der diesjährigen „Salzburger Hochschulwochen“, die vom 4. bis 10. August unter dem Generalthema „Was uns leben lässt … und was uns (vielleicht) vergiftet“ stattfanden. Rund 1.000 Interessierte nahmen an Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops der traditionsreichen, ältesten deutschsprachigen Sommeruniversität teil.

Laschet betonte in seiner Rede, dass Christen auch „heute noch eine Menge anzubieten“ hätten. Dabei verwies er auf die Katholische Soziallehre, wie sie in den Sozialenzykliken der Kirche entfaltet wurde. So habe das Solidaritätsprinzip – ein genuin katholisches Prinzip – seinen Weg bis in europäische Verträge gefunden und sei auch heute, im Rahmen eines modernen föderalen Staatswesens, von ungebrochener Bedeutung.

Die Gesellschaft stehe vor großen Herausforderungen und brauche in dieser Situation Trost. Als ein zunehmend wachsendes Problem – und zugleich als Aufgabe der Kirche – nannte Laschet die fortschreitende Einsamkeit vieler Menschen. Vor dem Hintergrund dieser Tatsachen sei es bedauerlich, dass die Kirche ihre Stimme nur selten erhebe und sich in internen Reform- und Strukturfragen verliere, so Laschet weiter.

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Thema der Hochschulwochen 2026 bekanntgegeben

Am Festakt, dem ein Gottesdienst im Salzburger Dom vorausging, nahmen unter anderem der Münchner Kardinal Reinhard Marx, der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, der Münsteraner Weihbischof Rolf Lohmann sowie die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Beate Gilles, teil.

Auch mehrere Ordensmänner waren anwesend, darunter der Präses der Österreichischen Benediktinerkongregation, Abt Johannes Perkmann, der Vorsitzende der Salzburger Äbtekonferenz, Abt Theodor Hausmann, der neue Erzabt von St. Peter, Jakob Auer, Alterzabt Korbinian Birnbacher, der Festprediger und Abt von Kremsmünster, Bernhard Eckerstorfer, sowie der Rektor der Anima in Rom, Michael Max.

Zum Ende der Veranstaltung verkündete der Salzburger Erzbischof Franz Lackner das Thema der Salzburger Hochschulwochen im kommenden Jahr. Vom 3. bis 9. August 2026 wird die Auseinandersetzung mit dem Thema Identität im Mittelpunkt stehen.

Identitätsfragen seien schließlich „Schlüsseldiskurse in einer Welt, die sich zwischen Krise und Innovation neu ordnet“, heißt es zur thematischen Einstimmung. „Je unruhiger und disruptiver die Zeiten, desto drängender ist die Frage: Wer sind wir? Welche Werte leiten uns? Was ist uns wirklich wichtig?“ Zu wissen, wer man ist und wer man sein will, sei eine Ressource und biete Orientierung – zugleich markiere Identität jedoch auch eine „Problemzone“: „Denn was uns ausmacht, welche Werte uns tragen, wer oder was zu ‚uns‘ gehört, ja was uns definiert: All das ist alles andere als eindeutig.“

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