Vatikan

„Die Freiheit der Kinder Gottes“: Fastenpredigt über Freude und Leid

„Die Freiheit der Kinder Gottes“ war das Thema der letzten Fastenpredigt von Roberto Pasolini, Prediger des Päpstlichen Hauses. Anlässlich des 800. Todestages des hl. Franz von Assisi erinnerte Pasolini daran,

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Andreas Nachbar
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„Die Freiheit der Kinder Gottes“: Fastenpredigt über Freude und Leid
(c) Bildnachweis: Screenshot | YouTube | Vatican News - Italiano

„Die Freiheit der Kinder Gottes“ war das Thema der letzten Fastenpredigt von Roberto Pasolini, Prediger des Päpstlichen Hauses. Anlässlich des 800. Todestages des hl. Franz von Assisi erinnerte Pasolini daran, dass wahre Freude nicht von äußeren Umständen abhängt, sondern daraus entsteht, wie Menschen selbst unter Ablehnung, Schmerz oder Verlust ein Leben im Glauben und in der Hingabe führen. Zahlreiche Vertreter der römischen Kurie, darunter Papst Leo XIV., verfolgten aufmerksam die Reflexionen über die Stigmata, die innere Verwandlung und den konkreten Weg eines freien Lebens in Christus.

Freude und Freiheit im Angesicht von Leid

Vor Papst Leo XIV. und Vertretern der römischen Kurie sprach der Kapuziner Roberto Pasolini in seiner Fastenpredigt über „Die Freiheit der Kinder Gottes“. Ausgangspunkt war das Leben des hl. Franz von Assisi, an dessen Todestag in diesem Jahr 800 Jahre erinnert werden. Pasolini betonte, dass Franziskus nicht durch außergewöhnliche Taten heilig wurde, sondern weil er gelernt habe, sich in Armut und Alltag von Gott leiten zu lassen. Die spirituelle Tradition sieht ihn daher als „alten Christus“ – einen Menschen, der durch die Aufnahme des Heiligen Geistes dem Sohn Gottes ähnlich wurde.

Doch auch Franziskus blieb Krisen nicht erspart. Als der Orden der Minderbrüder wuchs und sich veränderte, fühlte er sich oft zurückgesetzt und missverstanden. Gerade in diesen Momenten habe er gegenüber Bruder Leo erklärt, dass wahre Freude darin liege, dass Ablehnung und Demütigung den inneren Frieden nicht zerstören. Pasolini kommentierte, die Freude zeige sich darin, wie wir auf widrige Umstände reagieren.

Pasolini machte deutlich, dass Glück nicht darin bestehe, sich vor der Realität zu verschließen, sondern sie „auch dann anzunehmen, wenn sie wehtut – doch ohne sich davon überwältigen zu lassen“. Das christliche Leben zeige sich genau in dieser Haltung, wenn Menschen lernen, „eine Freude zu bewahren, die nicht davon abhängt, wie die Dinge laufen, sondern davon, wie wir uns entscheiden, sie zu leben“. Vollkommene Freude sei dabei nicht die „Abwesenheit von Verletzungen“, sondern die Freiheit, „sich nicht von ihnen definieren zu lassen“. Diese Freiheit lösche den Schmerz nicht aus, sorge aber dafür, dass er „nicht das letzte Wort hat“. In den Seligpreisungen habe Jesus genau diese Dimension des Lebens aufgezeigt – sie seien „kein Programm zur moralischen Vervollkommnung, sondern die Offenbarung eines Glücks, das bereits im Herzen der Wirklichkeit am Werk ist“.

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Das Leben in Freiheit als Kinder Gottes

Pasolini betonte, dass die Seligpreisungen nicht dazu einladen, „vor der Realität zu fliehen oder das Glück in eine ferne Zukunft zu verschieben“. Vielmehr forderten sie dazu auf, „tiefer in dem zu leben, was wir erleben, auch wenn es sich als zerbrechlich und unvollendet erweist“. Es gehe nicht um heroische Taten, sondern darum, dem Leben demütig zuzustimmen, selbst wenn es Mühe, Einsamkeit oder Verfolgung mit sich bringe. In dieser Annahme eröffne sich „eine neue Freiheit, die nicht mehr von äußeren Bedingungen abhängig ist“.

Dieses Prinzip übertrug Pasolini auf den hl. Franz von Assisi und die Überlieferung seiner Stigmata auf dem Berg La Verna. „Gott braucht unseren Schmerz nicht, um befriedigt oder verherrlicht zu werden“, erklärte er. Wenn Gott einen Menschen im Tiefsten berühre, füge er keinen zusätzlichen Schmerz hinzu, sondern verwandle und verkläre „das, was bereits in seiner Geschichte vorhanden sei, und lasse es zu einem Zeichen der Liebe werden“.

Pasolini erklärte, dass die Leiden des Franziskus – gescheiterte Pläne, Unverständnis der Brüder, Einsamkeit – „aufhören, eine Last zu sein, und zu einem Ort der Beziehung werden“. Was zunächst trennte, verbinde ihn letztlich mit Christus und den Mitbrüdern. Die Stigmata seien „das sichtbare Zeichen einer inneren Verwandlung“: Franziskus steige von La Verna „mit gezeichnetem Körper und freiem Herzen“ herab. Der Schmerz verschwinde nicht, habe aber „nicht mehr das letzte Wort“.

Der Prediger betonte, dass Franziskus’ Weg keine Ausnahme sei, sondern das Evangelium jedem Getauften ein freies Leben verspreche – fähig, zu lieben und Schmerz zu ertragen, ohne von ihm besiegt zu werden. Das Christentum dürfe nicht an Ängste angepasst oder auf oberflächliche Rituale reduziert werden. Wer nur ein „billiges Christentum“ biete, verwehre den Menschen den Weg zu dem, was sie wirklich brauchen: ein Leben, das ins Ewige führt.

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