StartChristenverfolgungGewalt gegen Geistliche nimmt weltweit zu – 19 Geistliche ermordet

Gewalt gegen Geistliche nimmt weltweit zu – 19 Geistliche ermordet

Wie das internationale Hilfswerk „Kirche in Not“ am Donnerstag mitteilte, hat die Gewalt gegen katholische Geistliche im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Laut Statistik stieg die Zahl der ermordeten Priester, Seminaristen und Ordensleute. Besonders Entführungen, bewaffnete Konflikte und staatliche Repressionen gefährden kirchliche Mitarbeiter in Ländern wie Nigeria, China und Myanmar.

Steigende Gewalt gegen Geistliche: Nigeria weiter Brennpunkt

„Die Schicksale der ermordeten und entführten Geistlichen sind jedes Jahr bedrückend. Wir können uns oft gar nicht vorstellen, was Christen in anderen Ländern durchmachen“, blickt der Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, Florian Ripka, auf die gefährliche Situation für Geistliche in einigen Ländern. In der am Donnerstag in München veröffentlichten Statistik zeichnet das internationale Hilfswerk ein düsteres Bild der Sicherheitslage für kirchliche Mitarbeiter. Während im Jahr 2024 noch 13 Tötungsdelikte registriert wurden, stieg diese Zahl im vergangenen Jahr um nahezu 50 Prozent an. Neben den Todesfällen verzeichnete die Organisation zudem 38 Entführungen sowie 28 Inhaftierungen von Klerikern und Ordensleuten.

Als besonders gefährlich gilt weiterhin Nigeria. Mit 24 gemeldeten Entführungen (17 im Vorjahr) bleibt das westafrikanische Land weltweiter Brennpunkt für Übergriffe auf Geistliche. Unter den Entführungsopfern befanden sich auch zwei Seminaristen, die von ihren Entführern getötet wurden. Insgesamt, so die Statistik, stehen viele Todesfälle in direktem Zusammenhang mit Entführungen oder bewaffneten Konflikten. Neben Nigeria sind vor allem Kamerun mit acht entführten Priestern, Äthiopien, der Sudan und Myanmar von gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen. Aber auch in den USA, Mexiko, Kenia und Haiti kamen Geistliche bei Angriffen, Überfällen oder unter bislang ungeklärten Umständen ums Leben.

Nach Angaben des Hilfswerks stammten die Entführer überwiegend aus islamistischen oder anderen extremistischen Gruppierungen. In einigen Weltregionen haben zudem kriminelle Banden Entführungen und Lösegelderpressungen zu einem lukrativen Geschäftsfeld entwickelt.

Dunkelziffer bei Angriffen auf kirchliche Mitarbeiter hoch

Bei den Inhaftierungen von Geistlichen verzeichnete das Hilfswerk hingegen eine leicht rückläufige Entwicklung. Während im Jahr 2024 noch 71 Fälle registriert wurden, sank die Zahl zuletzt auf 28. Zurückzuführen sei diese Entwicklung vor allem auf die Freilassung zahlreicher Geistlicher in Nicaragua. Auch in Belarus ging die Zahl der inhaftierten Priester leicht zurück. Kritischer entwickelt sich die Situation in China, wo die Zahl der Festnahmen zunahm. In Indien kam es zudem zu mehreren vorübergehenden Inhaftierungen von Ordensfrauen.

Zugleich weist „Kirche in Not“ darauf hin, dass die Statistik nur einen Ausschnitt der tatsächlichen Lage abbildet. Erfasst werden ausschließlich Priester, Seminaristen und Angehörige von Frauenorden. Gewalt trifft jedoch auch kirchliche Laienmitarbeiter und Missionare, die in der offiziellen Zählung nicht berücksichtigt sind.

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