Der katholische Unternehmer und Menschenrechtsaktivist Jimmy Lai ist im Alter von 78 Jahren zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil gegen den 78-Jährigen erging am Montag und markiert den Abschluss eines jahrelangen, international beachteten Rechtsverfahrens, das von Kritikern als politisch motiviert bezeichnet wird und als weiteres Zeichen für die Einschränkung religiöser Freiheit in Hongkong gilt. Doch auch in der Haft und während der Zeit der Verfolgung lebt Lai seinen katholischen Glauben mit großer Hingabe, betet täglich und vertraut sich der Gottesmutter an. Seine Inhaftierung habe seinen Glauben nicht gebrochen, sondern vertieft, so seine Familie.
Jimmy Lai: Halt im Gebet hinter Gittern
Jimmy Lai, geboren am 8. Dezember, dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, konvertierte 1997 zur katholischen Kirche. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Teresa erzog er seine beiden Kinder Sebastien und Claire in einer von ihr als „sehr liebevoll katholisch“ beschriebenen Familie. Insbesondere sei sein Leben geprägt von seiner tiefen Hingabe an die Gottesmutter. So berichtete sie im Dezember 2025 von einem medizinischen Zwischenfall während seiner Haft: Der katholische Unternehmer und Menschenrechtler sei in der Dusche gestürzt und konnte aufgrund starker Schmerzen nicht aufstehen. Selbst als Wärter versuchten, ihm aufzuhelfen, sei dies nicht möglich gewesen. „Also tat er so, als hätte er einen Rosenkranz in der Hand, und betete zur seligen Mutter. Dann konnte er ohne Schmerzen aufstehen“, erzählte Claire Lai.
Wie seine Tochter berichtete, war es der Familie trotz einiger Versuche nicht möglich, ihm während seiner Inhaftierung einen Rosenkranz zukommen zu lassen. Dennoch habe er regelmäßig das Evangelium gelesen, wenn es ihm von den Gefängniswärtern gestattet wurde, und „möchte als treuer Diener unseres Herrn in Erinnerung bleiben“.
Lai, langjähriger Herausgeber der pro-demokratischen Boulevardzeitung Apple Daily, wurde erstmals im Jahr 2020 wegen angeblicher Verstöße gegen die chinesische Sicherheitsgesetzgebung festgenommen. Seither wurde er in mehreren Verfahren angeklagt, wiederholt ohne Kaution inhaftiert und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Darunter fällt eine 13-monatige Haftstrafe für das Anzünden einer Kerze und das Sprechen eines Gebets bei einer Mahnwache zum Gedenken an das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989.
Internationale Kritik nach Lais Verurteilung
Am Montag wurde Jimmy Lai zu 20 Jahren Haft wegen Verstößen gegen die nationale Sicherheit verurteilt. Die Anklage führte unter anderem Vorwürfe auf, er habe mit ausländischen Mächten zusammengearbeitet und aufrührerische Materialien veröffentlicht. Das Urteil folgte auf eine bereits im Dezember erfolgte Verurteilung unter dem chinesischen Sicherheitsgesetz und beendete einen jahrelangen Rechtsstreit, in dessen Verlauf Lai unter anderem wegen Betrugs und illegaler Versammlungen schuldig gesprochen wurde.
Bei der Verkündung des Strafmaßes waren Lais Ehefrau Teresa sowie Kardinal Joseph Zen anwesend. Zen, ehemaliger Bischof von Hongkong und enger Freund Lais, gilt ebenfalls als entschiedener Kritiker der chinesischen Regierung. Internationale Menschenrechtsorganisationen reagierten auf das Urteil mit Entsetzen; Human Rights Watch bezeichnete die Strafe als „grausam und zutiefst ungerecht“.
Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) betrachtet Religion als potenzielle Bedrohung. Parteimitglieder und Angehörige angeschlossener Jugendorganisationen dürfen offiziell an vielen religiösen Aktivitäten nicht teilnehmen. Gleichzeitig verfolgt die KPCh eine Politik der „Sinisierung“ der Kirchen: Religionsgemeinschaften müssen unter staatlicher Kontrolle ihre Lehren und Bräuche an die chinesische Kultur anpassen. Anerkannte Kirchenverbände sind die protestantische Drei-Selbst-Bewegung (TSPM) und die Patriotische Katholische Vereinigung (CPA). Alle nicht registrierten Kirchen gelten als „Hauskirchen“ oder „Untergrundkirchen“. Schätzungen zufolge leben in China rund zehn Millionen Katholiken, während die Behörden offiziell nur gut sechs Millionen registrieren.

Kaum zu Glauben. Der arme Mensch. Ich hoffe er hat die Kraft diese Zeit durchzustehen, in seinem hohen Alter sicher nicht einfach.
Möge Gott ihm den Frieden geben. Vielleicht kann er im Gefängnis den Glauben weiter geben und das Leben dort erträglicher machen. Ganz gleich ob man gerechtfertigt oder nicht gerechtfertigt im Gefängnis sitz braucht man auch in dieser Zeit Hilfe.