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Johannes Hartl zum Auftakt der MEHR-Konferenz – Menschen suchen nach Spiritualität

Vor wenigen Stunden wurde die MEHR-Konferenz 2026 mit vollen Hallen und vielen jungen Menschen eröffnet. Mit rund 12.000 verkauften Tickets, bleibt die Glaubensveranstaltung auch in diesem Jahr ein Besuchermagnet. Bei

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Andreas Nachbar
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Johannes Hartl zum Auftakt der MEHR-Konferenz – Menschen suchen nach Spiritualität
(c) Priesterausbildungshilfe e. V.

Vor wenigen Stunden wurde die MEHR-Konferenz 2026 mit vollen Hallen und vielen jungen Menschen eröffnet. Mit rund 12.000 verkauften Tickets, bleibt die Glaubensveranstaltung auch in diesem Jahr ein Besuchermagnet. Bei der eröffnenden Pressekonferenz sprach Johannes Hartl, Gründer und Leiter des veranstaltenden Gebetshauses, über die gesellschaftliche Wirkung der Konferenz, über Kritik am Lobpreis – und über die Frage, warum sich so viele junge Katholiken von diesem Format angesprochen fühlen.

Kritisierter Lobpreis – gelebte Tradition

Im Zentrum, erklärte der Theologe Johannes Hartl, stehe die Offenheit. Damit spricht er die Offenheit an, die sich während der Tage der MEHR-Konferenz den Besucherinnen und Besuchern präsentiert. Egal, ob jemand glaubt oder nicht – jeder ist willkommen. Die MEHR-Konferenz verstehe sich nicht als exklusives Glaubensformat, sondern als niedrigschwelliger Raum, in dem Menschen das finden können, was sie suchen: Spiritualität. Menschen seien auf der Suche nach Gebet, so der Theologe. Eine besondere Form des Gebets steht bei der MEHR-Konferenz im Mittelpunkt – der Lobpreis.

Doch bereits im Vorfeld der Konferenz war der Lobpreis in die Kritik geraten. Vorwürfe lauteten, die vielen lobpreisenden und sich wiederholenden Elemente, wie etwa die Aussage „Gott ist groß“, seien manipulativ und wirkten auf die Psyche. Johannes Hartl widersprach dieser Einschätzung jedoch deutlich, indem er erklärte, Lobpreis sei eine Form des Gebets, die seit jeher Teil der christlichen Tradition sei. Zur Tradition gehörten auch Wiederholungen, die sich nicht nur im Lobpreis, sondern auch bei Taizé-Veranstaltungen und im Gottesdienst wiederfänden.

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Zugleich betonte er, dass Emotionen zum Menschsein und damit auch zum Glauben gehören. Die MEHR-Konferenz dürfe deshalb nicht auf Emotionalisierung reduziert werden. Denn neben modernen Lobpreisliedern, die er mit der Musikrichtung Pop verglich, fänden sich auch klassische Lieder aus dem Gotteslob.

Glaube braucht auch Denken

Ein großer Gegenpol des emotionalen Lobpreises sei das Theologische Forum, das laut Hartl „sehr gut gelaufen“ sei. Rund 3.500 Teilnehmende nutzten die Angebote zur intellektuellen Reflexion. Ein Zeichen dafür, dass der Glaube nicht nur Herz, sondern auch Verstand benötige. Zugleich hob er die Bedeutung des Forums gerade für junge Menschen hervor. Es sei eine Einladung, theologische Fragen zu reflektieren – eine Reflexion, die „einfach wichtig“ sei. Im Gegensatz zu dem auf der Webseite als „Kloster der Moderne“ beschriebenen Gebetshaus, das sich über 18 Jahre in einem organischen Wachstum entwickelt habe, sei die MEHR ein „großes Fest“, bei dem man den Glauben mit einer größeren Gemeinschaft teile.

Angesprochen auf die Anziehungskraft der Veranstaltung auf junge Menschen sieht Hartl die Sehnsucht nach Spiritualität und das Bedürfnis nach Gemeinschaft als treibende Kräfte. Glaube sei keineswegs unattraktiv in der heutigen Zeit – aber viele suchten nach Räumen, die es ihnen leicht machten, einzusteigen.

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