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Kampagne gegen Kinderheirat: Salesianer Don Boscos setzen Einsatz in Indien fort

Im indischen Bundesstaat Gujarat starten die Salesianer Don Boscos eine 100-tägige Aufklärungskampagne gegen Kinderheiraten, um das Bewusstsein in der Bevölkerung zu stärken und alle gesellschaftlichen Akteure in den Kampf gegen

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Andreas Nachbar
2 min Lesezeit
Kampagne gegen Kinderheirat: Salesianer Don Boscos setzen Einsatz in Indien fort
(c) Bildnachweis: Beitragsbild @ Sachin_G - pixabay user_id:192600

Im indischen Bundesstaat Gujarat starten die Salesianer Don Boscos eine 100-tägige Aufklärungskampagne gegen Kinderheiraten, um das Bewusstsein in der Bevölkerung zu stärken und alle gesellschaftlichen Akteure in den Kampf gegen die Praxis einzubinden. Trotz gesetzlicher Verbote sind in Indien noch immer Millionen Minderjährige von Zwangsehen betroffen – eine Realität, der die Initiative entgegenwirken will, indem sie Eltern, religiöse Würdenträger und Gemeindeverantwortliche aktiv einbezieht. Ziel der Kampagne vom 1. November 2025 bis zum 26. Januar 2026 ist es, Kindern ihre Kindheit und Zukunftschancen zu bewahren und Kinderheiraten endgültig zu beenden.

Gegen Kinderheirat: Aufklärungskampagne in Gujarat startet

Kinder haben das Recht, „aufzuwachsen, zu lernen und zu träumen – frei von der Last einer zu frühen Ehe.“ Darauf wollen die Salesianer Don Boscos mit einer 100-tägigen Aufklärungskampagne, die vom 1. November 2025 bis zum 26. Januar 2026 stattfinden soll, im indischen Unionsstaat Gujarat aufmerksam machen. Durch die Sensibilisierungskampagne soll das Bewusstsein für das Problem der Kinderehe geschaffen und die Beteiligung der Gemeinschaft sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten an der Lösung des Problems gefördert werden, um Kinderheirat vollständig abzuschaffen.

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In Indien schreibt das Gesetz ein Mindestalter von 18 Jahren für Mädchen und 21 Jahren für Jungen bei der Eheschließung vor. Trotz dieses Verbots von Minderjährigen-Ehen ist das Land laut UNICEF weiterhin Spitzenreiter bei der Zahl von Jugendlichen, die vor Erreichen der Volljährigkeit zwangsverheiratet werden. Schätzungen zufolge sind über 200 Millionen Mädchen betroffen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch noch deutlich höher liegen. In der Praxis wird das gesetzliche Mindestalter oft ignoriert, sodass Kinderheiraten nach wie vor weit verbreitet sind.

Erfolge durch ähnliche Projekte

Ähnliche Programme wie die landesweite Kampagne „Bal Vivah Mukt Bharat“ („Ein Indien frei von Kinderheiraten“) zeigen bereits erste Erfolge: Mehr als 300 Eltern haben schriftlich versprochen, ihre minderjährigen Kinder nicht zu verheiraten – ein deutliches Zeichen für den Wandel und das Engagement zum Schutz der Kinder, berichten die Salesianer Don Boscos. Im Rahmen der Kampagne werden zudem gezielt religiöse Würdenträger, die Eheschließungen vollziehen, sowie Mitarbeitende im Hochzeitswesen und Gemeindeverantwortliche in die Aufklärungsarbeit einbezogen.

Die Initiative „Bal Vivah Mukt Bharat“ wurde im November 2024 von der Ministerin für Frauen- und Kinderentwicklung, Annapurna Devi, in Neu-Delhi gestartet. Dank der gemeinsamen Anstrengungen von Regierung, zivilgesellschaftlichen Organisationen und lokalen Gemeindeleitern konnten bereits in mehreren Bundesstaaten bedeutende Fortschritte erzielt werden. Auf nationaler Ebene hat die Kampagne nach eigenen Angaben über 190.000 Kinderehen verhindert und somit zahlreiche Mädchen und Jungen vor dem Verlust ihrer Kindheit sowie Bildungs- und Entwicklungschancen bewahrt.

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