Nach dem schweren Zugunglück am Sonntagabend in der Provinz Córdoba, bei dem mindestens 39 Menschen ihr Leben verloren, ruft der kleine Ort Adamuz zur Solidarität auf. Die örtliche Pfarrei San Andrés hat ihre Kirchen- und Gemeinderäume in ein provisorisches Versorgungszentrum umgewandelt, um Überlebenden und Angehörigen in der Katastrophenstunde beizustehen. Papst Leo XIV. äußerte sein tiefes Mitgefühl über das Unglück und übermittelte den Opfern sowie ihren Familien seine Gebete und Worte des Trostes.
Zugunglück in Spanien fordert dutzende Tote
Am Sonntagabend entgleiste ein Hochgeschwindigkeitszug aus Málaga und geriet dabei auf das Gleis eines entgegenkommenden Zuges nach Huelva. Bei dem Zusammenstoß kamen mindestens 39 Menschen ums Leben und 70 weitere wurden verletzt. Unter den Todesopfern der schwersten Zugkatastrophe Spaniens seit 2013 befindet sich auch einer der Lokführer.
Unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks reagierte die örtliche Pfarrei San Andrés. Pfarrer Rafael Prados Godoy öffnete nicht nur die Kirche, sondern stellte auch sämtliche Gemeinderäume für die Verteilung von Lebensmitteln und Hilfsgütern bereit. „Personal und Ressourcen stehen bereit, um im Rahmen des Möglichen Unterstützung zu leisten“, erklärte er den Behörden.
Die Kirche blieb die Nacht über durchgehend geöffnet, während Gemeindemitglieder Heizungen einschalteten und die Ankunft der Betroffenen vorbereiteten. Zusätzlich öffnete der Chorverein „Virgen del Sol“ sein Vereinshaus, um heiße Getränke und Sandwiches auszugeben. Alle Spenden der Caritas wurden dorthin gebracht, um die Versorgung der Opfer zu sichern.
Papst bekundet Mitgefühl und ermutigt Helfer
Papst Leo XIV. sprach den Opfern des Unglücks seine Gebete aus und empfahl die Verstorbenen der „ewigen Ruhe“. Den Angehörigen übermittelte er sein aufrichtiges Beileid sowie Worte des Trostes. Besonders besorgt zeigte sich der Pontifex über die mehr als 70 Verletzten und wünschte ihnen eine schnelle Genesung.
In einem Telegramm würdigte der Papst außerdem die Arbeit der Rettungskräfte vor Ort und ermutigte sie, ihre Einsätze trotz der schwierigen Bedingungen fortzusetzen. Unter der Fürsprache Unserer Lieben Frau von Pilar – Schutzpatronin Spaniens – sprach er allen Beteiligten seinen tröstlichen apostolischen Segen zu. Das Gnadenbild der Jungfrau Maria von Pilar befindet sich in der Basilika von Saragossa, der größten Barockkirche Spaniens.
Massive Auswirkungen auf den Bahnverkehr
Das Unglück hat weitreichende Folgen für den spanischen Fernverkehr: Die staatliche Infrastrukturbehörde Adif setzte alle Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Madrid und Andalusien vorübergehend aus. Während die Ermittlungen zur Ursache der Entgleisung laufen, bleibt Adamuz das Zentrum der zivilen und kirchlichen Nothilfe. Auch am Montag setzten die Einwohner ihre Hilfsarbeit fort und nahmen weiterhin Passagiere auf, die von der Unfallstelle mit Bussen in städtische und kirchliche Notunterkünfte gebracht wurden.
