Der Limburger Bischof Georg Bätzing wird nicht erneut für den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz kandidieren, teilte er den deutschen Bischöfen in einem Schreiben mit. Nach sechs Jahren an der Spitze des Gremiums endet damit seine Amtszeit, in der er die Kirche in Deutschland auf einen umstrittenen Reformkurs führte. Dieser sorgte zwar für Beifall bei reformorientierten Kirchenmitgliedern, stieß jedoch innerkirchlich wie auch im Verhältnis zu Rom auf Widerstand.
Bischof Bätzing: Zweifelhafte Reformversuche prägen Amtszeit
Nachdem er eine mögliche Wiederwahl über Monate offen gehalten hatte, machte Georg Bätzing am Montag endgültig klar, dass er für eine zweite Amtszeit an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz nicht zur Verfügung steht. Damit endet nach sechs Jahren seine Zeit als Vorsitzender. Gewählt worden war der Limburger Bischof Anfang 2020, kurz nach der ersten Vollversammlung des Synodalen Wegs, der fortan seine Amtsführung maßgeblich prägen sollte.
Die Entscheidung habe er „nach Beratung und reiflicher Überlegung“ getroffen, schrieb der 64-Jährige in einem Brief an seine Mitbrüder im Bischofsamt, den die Bischofskonferenz veröffentlichte. Rückblickend sprach Bätzing von „sechs intensiven Jahren“, in denen gemeinsam mit Gläubigen und kirchlichen Gremien Veränderungen angestoßen worden seien. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, die verantwortungsvolle Aufgabe in andere Hände zu legen. Er zeigte sich überzeugt, dass die Arbeit der Bischofskonferenz konstruktiv fortgeführt werde.
Inhaltlich war Bätzings Amtszeit vor allem durch seine deutliche Unterstützung des Synodalen Wegs gekennzeichnet. Die dort diskutierten und beschlossenen Reformvorhaben umfassten unter anderem tiefgreifende Veränderungen in Fragen der kirchlichen Lehre. Dazu sagte er 2022 an die Teilnehmer des Synodalen Wegs, dass man katholisch bleiben wolle, „aber wir wollen anders katholisch sein“.
Reformkurs spaltete Bischofskonferenz
Gerade wegen dieses klaren Reformkurses formierte sich innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz seit längerem Widerstand gegen den 64-Jährigen. Bätzing profilierte sich als entschiedener Verfechter weitreichender Veränderungen in der Kirche. So sprach er sich unter anderem dafür aus, Frauen zum Diakonat zuzulassen, und setzte sich dafür ein, Laien – also nicht geweihte Gläubige – stärker in kirchliche Entscheidungsprozesse einzubinden.
Während reformorientierte Kirchenmitglieder, etwa aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, diesen Kurs ausdrücklich unterstützten, gingen mehrere als konservativ geltende Bischöfe auf Distanz. Dazu zählten unter anderem Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln sowie die Bischöfe Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Stefan Oster (Passau), die sich aus den synodalen Beratungen zurückzogen. Doch auch insgesamt stieß Bätzings Auftreten mit markanten Äußerungen zu umstrittenen Themen häufig auf Irritation. So warfen ihm Kritiker vor, bei sensiblen Fragen vorgeprescht zu sein, ohne vorher zu überprüfen, ob es eine tragfähige Mehrheit dazu gab. Weiter galt Bätzing als unzureichend vernetzt mit dem Vatikan.
Bei der Frühjahrsvollversammlung vom 23. bis 26. Februar in Würzburg findet die Wahl des neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz statt. Öffentliche Tendenzen zugunsten eines möglichen Nachfolgers des Limburger Bischofs zeichnen sich bislang nicht ab.
