Der bisherige Hildesheimer Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, wurde von Papst Leo XIV. zum neuen Bischof von Münster ernannt. Die Entscheidung wurde am Donnerstag im Vatikan offiziell bekannt gegeben und markiert einen bedeutenden personellen Wechsel an der Spitze eines der flächenmäßig größten Bistümer in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Werdegang und kirchliche Laufbahn
Heiner Wilmer wurde am 9. April 1961 im niedersächsischen Schapen im Bistum Osnabrück geboren. Er studierte Philosophie und Theologie in Freiburg und Paris und trat anschließend der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) bei. Die Priesterweihe empfing er im Jahr 1987. Seine akademische Ausbildung vertiefte Wilmer durch weitere Studien an der Päpstlichen Universität Gregoriana sowie in Freiburg, wo er neben Philosophie auch Geschichtswissenschaft studierte und schließlich in Theologie promovierte. Beruflich war er unter anderem im Schuldienst tätig und unterrichtete an katholischen Schulen in Deutschland und den USA.
Im April 2018 wurde Wilmer zum Bischof von Hildesheim ernannt; die Weihe folgte im September desselben Jahres. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz übernahm er Verantwortung in der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Seit Anfang 2026 steht er als Vorsitzender an der Spitze des Gremiums.
Wechsel an die Spitze eines der mitgliederstärksten Bistümer Deutschlands
Mit der Ernennung durch den amtierenden Papst Leo XIV. übernimmt Wilmer die Leitung eines der mitgliederstärksten Bistümer Deutschlands. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren seine langjährige Erfahrung in der Bildungsarbeit sowie seine Kompetenz in der Führung nationaler und internationaler kirchlicher Strukturen. Ein Termin für die feierliche Amtseinführung im St.-Paulus-Dom steht bisher noch nicht fest.
Der stellvertretende Vorsitzende der DBK, Bischof Michael Gerber von Fulda, gratulierte Wilmer und betonte die Herausforderung des neuen Amtes: „Eine große Aufgabe liegt vor Dir, und ich wünsche Dir die Kraft und den Beistand Gottes. Die Teams in Bonn und Münster werden Dich tatkräftig unterstützen. Auch das Team in Hildesheim, das ich bei meinen Besuchen kennenlernen durfte, wird Dich während der Übergangsphase begleiten.“
Bischof Wilmer befürwortet umstrittene Positionen im Synodalen Weg
Beim deutschen Synodalen Weg stimmte Heiner Wilmer regelmäßig mit der Mehrheit der Bischöfe und der Synodalversammlung für teils weitreichende Änderungen der überlieferten kirchlichen Lehre. Bereits vor mehr als drei Jahren wurde Wilmer für eine Ernennung zum Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre ins Gespräch gebracht – ein Vorschlag, der offenbar auf erheblichen Widerstand stieß, unter anderem von Giovanni Battista Re.
Besonders auffällig war Wilmers Zustimmung zur Segnung homosexueller Paare, die er noch vor einer formellen Regelung des Vatikans befürwortete. Papst Franziskus hatte zunächst den Weg für solche Segnungen freigemacht, musste diesen Schritt aber aufgrund des massiven Widerstands zahlreicher Bischöfe weltweit später zumindest teilweise zurücknehmen. Tatsächlich hatte der Vatikan nur wenige Jahre zuvor ausdrücklich erklärt, dass eine solche Segnung nicht zulässig sei. In diesem Kontext positionierte sich der Synodale Weg – und Wilmer mit ihm – deutlich gegen die bisherige offizielle Linie der Kirche.
