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Papst Leo mahnt zu Wachsamkeit und Bescheidenheit: Gott kommt in Nähe, nicht im Spektakel

Papst Leo XIV. hat beim traditionellen Angelusgebet am Sonntag zu innerer Wachsamkeit, Bescheidenheit und einem Leben jenseits von Ruhm und äußerem Erfolg aufgerufen. Am Beispiel Johannes des Täufers erinnerte er daran, dass Gott nicht mit Spezialeffekten komme, sondern um unsere Mühen zu teilen. Im Anschluss an das Mittagsgebet rief der Papst zu Gebeten für Frieden in der Demokratischen Republik Kongo sowie für die Einheit der Christen zu Beginn der weltweiten Gebetswoche auf.

Wachsamkeit statt Ablenkung durch äußeren Erfolg

Beim Angelusgebet rief Papst Leo mit Blick auf das Tagesevangelium die Gläubigen dazu auf, dem Vorbild Johannes des Täufers zu folgen und aufmerksam für das Wirken Gottes zu bleiben. Gott begegne den Menschen nicht durch spektakuläre Effekte, sondern indem er ihre Mühen teile, betonte der Papst. Umso wichtiger sei es, sich nicht ablenken zu lassen, wenn Gott im Alltag gegenwärtig sei. Zugleich würdigte Leo die Haltung des Täufers, der trotz großer Beliebtheit und der Furcht, die er bei den religiösen Autoritäten in Jerusalem auslöste, nicht dem Reiz von Ruhm und Anerkennung nachgegeben habe. „Es wäre für ihn leicht gewesen, diesen Ruhm für sich zu nutzen, doch er gibt der Versuchung des Erfolgs und der Beliebtheit in keiner Weise nach“, so der Pontifex.

Stattdessen habe Johannes in Jesus den Erlöser erkannt, dessen Gottheit verkündet und sei danach, als seine Aufgabe erfüllt war, beiseitegetreten, um ihm Platz zu machen. Der Papst unterstrich die bleibende Aktualität dieses Zeugnisses. In der heutigen Gesellschaft würden Anerkennung, Zustimmung und öffentliche Sichtbarkeit häufig überbewertet, warnte er. Das habe keine guten Folgen, denn zu viel öffentliche Anerkennung eines Einzelnen könne das Verhalten von Menschen beeinflussen, Spaltungen verursachen und zu „kurzlebigen, enttäuschenden und einengenden Lebens- und Beziehungsstilen“ führen, so Leo weiter.

Wahre Erfüllung aus Gottes Nähe

Dem, wie er es nannte, „Glücks-Ersatz“ erteilte Papst Leo eine klare Absage. Er betonte, dass nicht Erfolg oder Ruhm den Menschen erfüllten, sondern die Gewissheit, von Gott geliebt und gewollt zu sein. Gottes Liebe zeige sich dabei nicht in spektakulären Inszenierungen, sondern in Nähe, Mitgefühl und der Bereitschaft, menschliche Lasten mitzutragen. Vor diesem Hintergrund mahnte der Papst, Zeit und Energie nicht Dingen hinterherzulaufen, die nur Schein seien. Am Beispiel Johannes des Täufers lasse sich lernen, Einfachheit und aufrichtige Worte zu schätzen und dem Leben Tiefe zu geben. Leo ermutigte die Gläubigen zudem, sich täglich „kurz in die Wüste zu begeben“, also einen Moment der Stille für Gebet, Innehalten und persönliche Besinnung zu nehmen.

Aufruf zu Gebeten für Frieden

Im Anschluss an das Angelusgebet mahnte Papst Leo Frieden in der Demokratischen Republik Kongo an. Viele Familien seien dort aufgrund der Gewalt gezwungen, ihr Land zu verlassen, und fänden sich nun in einer „ernsten humanitären Krise“ wieder. „Lasst uns beten, dass ein Dialog für Versöhnung und Frieden immer zwischen den Konfliktparteien herrscht.“

Zugleich verwies er auf den Beginn der Gebetswoche für die Einheit der Christen. In diesen Tagen seien alle katholischen Gemeinden eingeladen, ihre Fürbitten für die volle und sichtbare Einheit aller Christen zu intensivieren, sagte der Papst. Er erinnerte daran, dass diese ökumenische Initiative auf eine rund zweihundertjährige Geschichte zurückgehe und bereits von Papst Leo XIII. maßgeblich gefördert worden sei. Das diesjährige Leitwort entstammt dem Epheserbrief des Apostels Paulus: „Es gibt einen Leib und einen Geist, so wie ihr zu der einen Hoffnung eurer Berufung berufen wurdet“ (Eph 4,4).

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