Bei der Generalaudienz am Mittwoch hat Papst Leo in seiner fortlaufenden Katechese zur Konzilskonstitution Dei Verbum betont, dass die göttliche Offenbarung kein abstraktes Lehrsystem, sondern eine persönliche Begegnung sei. In Jesus Christus schenke Gott sich selbst, trete in einen Dialog des Bundes mit den Menschen und offenbare ihnen zugleich ihre wahre Identität als seine Kinder, berufen zu einem Leben in Fülle.
Gott begegnet dem Menschen in Christus
In der Generalaudienz an diesem Mittwoch betonte Papst Leo, dass sich Gott nicht durch abstrakte Lehren, sondern in einem „Dialog des Bundes“ offenbare. Diese Offenbarung gleiche einem Gespräch unter Freunden, führte der Pontifex aus. „Es handelt sich also um eine auf Vertrautheit beruhende Beziehung, die nicht nur Ideen vermittelt, sondern eine Geschichte teilt und zur Gemeinschaft in der Gegenseitigkeit aufruft.“ Die Erfüllung der Offenbarung finde jedoch in einer historischen und persönlichen Begegnung statt. Diese geschehe, indem sich Gott selbst schenke „und wir entdecken, dass wir in unserer tiefsten Wahrheit erkannt werden“. Diese Begegnung vollziehe sich nach den Worten des Papstes in Jesus Christus.
Christus offenbare den Vater, indem er die Menschen in seine eigene Beziehung zu Gott hineinnehme. Durch das Wirken des Heiligen Geistes erhielten sie Zugang zum Vater und Anteil an der göttlichen Wirklichkeit. Wahre Gotteserkenntnis vollziehe sich daher nicht von außen, sondern innerhalb dieser lebendigen Beziehung zwischen Gott und Mensch.
In Christus, so Leo weiter, erkannten die Gläubigen Gott so, wie sie selbst von ihm erkannt seien. Gott habe sich im Sohn mitgeteilt und zugleich die wahre Identität des Menschen als Kind Gottes offenbart, das nach dem Bild des Wortes geschaffen sei. Wer Christus begegne, erkenne im Blick des Vaters sowohl die Wahrheit Gottes als auch die eigene Berufung zu einem Leben in Fülle.
Die Wahrheit Gottes zeigt sich im Menschlichen
Weiter verdeutlichte Leo, dass Jesus Gott gerade durch sein wahres und vollständiges Menschsein offenbart. Als das fleischgewordene Wort, das unter den Menschen wohnt, zeige Christus den Vater nicht nur durch seine Lehre, sondern durch sein ganzes Leben. In Anlehnung an Dei Verbum erinnerte der Papst daran, dass Jesus derjenige sei, der durch seine Worte und Taten, Zeichen und Wunder ebenso wie durch seinen Tod, seine Auferstehung und die Sendung des Heiligen Geistes die göttliche Offenbarung vollendet und abschließt.
Um Gott in Christus wirklich zu erkennen, führte Leo aus, müsse der Mensch die Ganzheit der Menschlichkeit Jesu annehmen. „Gottes Wahrheit offenbart sich nicht vollständig, wenn sie dem Menschlichen etwas wegnimmt, so wie die Integrität der Menschlichkeit Jesu die Fülle der göttlichen Gabe nicht mindert. Es ist die ganzheitliche Menschlichkeit Jesu, die uns die Wahrheit des Vaters verkündet“, so Leo wörtlich.
Abschließend verwies das Kirchenoberhaupt auf die daraus erwachsende Gewissheit des christlichen Glaubens. Wer sich auf den Weg Jesu einlasse, dürfe darauf vertrauen, dass nichts ihn von der Liebe Gottes trennen könne. In Christus erkenne der Gläubige Gott als Vater und könne sich ihm mit Zuversicht anvertrauen, so Papst Leo zum Abschluss seiner Katechese.
