StartVaticanPapst Leo XIV. beim Angelus: Gebote als Weg zur Beziehung mit Gott

Papst Leo XIV. beim Angelus: Gebote als Weg zur Beziehung mit Gott

Beim Angelusgebet auf dem Petersplatz hat Papst Leo XIV. die Gläubigen dazu aufgerufen, die Gebote nicht als bloße äußere Pflicht zu verstehen, sondern als Einladung zu einer lebendigen Liebesbeziehung mit Gott und den Mitmenschen. Ausgehend von der Bergpredigt betonte er vor rund 25.000 Pilgern, die Erfüllung des Gesetzes finde ihren tiefsten Sinn in der Liebe, denn sie sei der Maßstab der „größeren Gerechtigkeit“, zu der Jesus seine Jünger führe.

Gebote als Weg in die Liebesbeziehung mit Gott und den Mitmenschen

Beim Angelus verweist Papst Leo auf das Evangelium dieses Sonntags, in dem Jesus drei zentrale Gebote aufgreift: „Du sollst nicht töten“, „Du sollst nicht die Ehe brechen“ und „Du sollst nicht lügen“. Hierzu erklärt Leo, dass Jesus betone, es genüge nicht, die Gebote einzuhalten, die „zu den Alten gesagt worden“ seien. Vielmehr lade Christus dazu ein, „in die Neuheit des Reiches Gottes einzutreten“. Damit offenbare er vor rund 25.000 Gläubigen auf dem Petersplatz die wahre Bedeutung der Gebote.

Zudem betonte der Papst mit Blick auf die Bergpredigt, die Gebote des mosaischen Gesetzes dienten dazu, „uns in eine Liebesbeziehung mit Gott und unseren Brüdern und Schwestern eintreten zu lassen“. Die von Jesus geforderte „größere Gerechtigkeit“ gehe daher über die Einhaltung von Vorschriften hinaus, sondern öffne für die Liebe und fordere konkrete Schritte im Alltag. Das, so der Papst weiter, sei der Unterschied zwischen einer rein formalen Religiosität und der Gerechtigkeit des Reiches Gottes.

Das Gesetz bezeichnete Leo als „Anfang eines Weges“ zu einem tieferen Verständnis Gottes und seines Plans. Nun aber sei Gott selbst in der Person Jesu mitten unter die Menschen getreten, erklärte Papst Leo XIV. In ihm habe das Gesetz seine Erfüllung gefunden. Durch Christus seien die Gläubigen zu Kindern des Vaters geworden und hätten die Gnade empfangen, in einer neuen Beziehung zu Gott sowie als Brüder und Schwestern untereinander zu leben.

„Mindestmaß an Gerechtigkeit“ genügt nicht

Jesus lehre, dass „wahre Gerechtigkeit Liebe ist“ – mit diesen Worten brachte Papst Leo XIV. seine Auslegung der Bergpredigt auf den Punkt. In jedem Gebot müsse in jedem konkreten Lebensbereich „ein Erfordernis der Liebe“ erkannt werden. Christlicher Glaube erschöpfe sich nicht im äußeren Befolgen von Vorschriften, sondern ziele auf eine innere Haltung, die das konkrete Leben präge.

In diesem Zusammenhang griff er auch auf seine Aufforderung zur Fastenzeit zu entwaffnenden Worten zurück. Erneut betonte der Papst, dass es nicht ausreiche, jemanden nicht physisch zu töten, wenn man ihn durch Worte verletze oder seine Würde missachte. Ebenso genüge eine bloß formale eheliche Treue nicht, wenn es an „Zuwendung, Zuhören, Achtung und Fürsorge“ fehle. Das Evangelium gebe damit eine klare Orientierung für den Alltag: Es gehe nicht um ein „Mindestmaß an Gerechtigkeit“, sondern um eine „große Liebe“. Diese werde durch Gottes Kraft möglich und führe zu einer neuen Beziehung zu Gott und den Mitmenschen.

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