StartVaticanPapst Leo XIV.: Besonnenheit und tätige Nächstenliebe im Geiste des heiligen Augustinus

Papst Leo XIV.: Besonnenheit und tätige Nächstenliebe im Geiste des heiligen Augustinus

Anlässlich des Gedenktages des heiligen Augustinus am 28. August betonte Papst Leo XIV. in einem Beitrag auf der Plattform X die Bedeutung des persönlichen Einsatzes für Gott und den Nächsten. In seiner Botschaft erinnerte der Papst daran, dass das Leben des Gründers der nach ihm benannten Ordensgemeinschaft, der auch der Papst angehört, zeige, dass jeder Mensch von Gottes Gaben und Talenten beschenkt sei. Unsere Berufung, Erfüllung und Freude sei es, diese im Dienst an Gott und den Nächsten zurückzugeben. Unterdessen äußerte sich Papst Leos Mitbruder Gabriele Pedicino in einem Interview mit der Zeitung La Repubblica. Nach dessen Einschätzung sei Papst Leo ein kluger, zurückhaltender Mensch. „Knalleffekte“ seien nicht zu erwarten, so der Leiter des Augustinerordens in Italien.

Keine übereilten Entscheidungen

Er habe nie den Eindruck gehabt, dass Papst Leo XIV. ein impulsiver Mensch sei, erklärte Pedicino am Donnerstag. Leo XIV. sei ein Mensch, der beobachte und zuhöre, erzählt der Augustinerpater aus seinen Erfahrungen mit Leo in dessen Zeit als weltweiter Leiter des Augustinerordens. Dieses Amt hatte der US-amerikanische Papst noch als Robert Francis Prevost von 2001 bis 2013 inne. Dabei habe sich Prevost als jemand gezeigt, der offen für andere ist, der Nähe ermöglicht und stets Zeit und Aufmerksamkeit für sein Gegenüber aufbringt.

Der Ordensmann zeigt sich überzeugt, dass Papst Leo XIV. wohlüberlegte und kluge Entscheidungen treffen wird – auch solche, die wegweisend für die Zukunft der Kirche sein könnten. Jedoch seien voreilige Entscheidungen von ihm nicht zu erwarten, betont Pedicino. Alles werde mit großer Sorgfalt abgewogen. „Große Knalleffekte“ passten ohnehin nicht zum zurückhaltenden und sanften Wesen des neuen Papstes.

Pedicino hält es für wenig sinnvoll, Leo XIV. mit seinen Vorgängern Franziskus und Benedikt XVI. zu vergleichen. Denn jeder Papst habe seine Besonderheiten und seinen Reichtum, der sich mit dem seiner Vorgänger verbinde. Er stehe „auf den Schultern der Giganten, die vor ihm kamen“. Papst Leo könne sicherlich von ihnen lernen, werde jedoch auch Abstand nehmen, da er seinen eigenen Stil und sein eigenes Charisma habe.

Tätige Nächstenliebe im Zentrum

Anlässlich des Gedenktags des heiligen Augustinus veröffentlichte Papst Leo, der sich bei seiner Wahl im Mai 2025 als „Sohn des Augustinus“ bezeichnet hatte, eine Botschaft zur Bekehrung des Bischofs von Hippo. Diese sei ein Beispiel dafür, wie innere Unruhe in der Beziehung zu Gott zur Ruhe finden könne. Schon früh verwies Papst Leo XIV. auf die Theologie des Augustinus.

So betrachtete er unter anderem beim Angelus die Bestimmung des eigenen Lebens in der Nächstenliebe und verwies auf den heiligen Augustinus. Man empfange für das, was man gebe, nicht materiellen Lohn, sondern das ewige Leben, zitierte er den Kirchenlehrer.

Ein weiteres Beispiel ist die Begegnung mit den Ordensfrauen am 30. Juni, bei der sich Leo auf die Schriften des Ordensgründers bezog. Hier betonte er, dass Gott dem Menschen in seinen Grundbedürfnissen begegne – als Nahrung, Licht oder Schutz. Diese Aussage verknüpfte er mit einem Appell zu gelebter Nächstenliebe.

Ein zentrales Anliegen des Papstes ist die Einheit der Kirche – ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch seine bisherigen Auftritte zieht. In seiner Predigt zur Amtseinführung am 18. Mai betonte Leo XIV., dass die Kirche aus Menschen bestehe, die in Eintracht mit ihren Mitmenschen leben und den Nächsten lieben. Diese Botschaft unterstrich er erneut beim gemeinsamen Mittagessen mit Bedürftigen am 17. August, wo er das Miteinander nicht nur als soziale Geste, sondern als Ausdruck gelebter spiritueller Gemeinschaft würdigte.

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