StartVaticanPapst Leo XIV.: Hoffnung gründet auf der Menschwerdung Gottes

Papst Leo XIV.: Hoffnung gründet auf der Menschwerdung Gottes

Mit einem eindringlichen Appell an eine gelebte, menschennahe Spiritualität hat Papst Leo XIV. beim Angelusgebet am Sonntagmittag auf das bevorstehende Ende des Heiligen Jahres 2025 geblickt. Anlässlich der für heute geplanten Schließung der Heiligen Pforte im Petersdom und damit des von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahres 2025 erinnerte der Pontifex daran, dass christliche Hoffnung nicht aus Optimismus oder menschlicher Berechnung erwachse, sondern aus der Menschwerdung Gottes, die im Mittelpunkt des Heiligen Jahres unter dem Leitwort der Hoffnung stand. Zugleich ergebe sich aus der Menschwerdung für uns eine konkrete Verantwortung gegenüber Gott und unseren Mitmenschen, betonte Leo.

Hoffnung in Christus: Verantwortung gegenüber Gott und den Menschen

In seiner Ansprache beim Angelusgebet am Sonntagmittag hat Papst Leo XIV. die christliche Hoffnung klar von bloßem Optimismus oder menschlichen Berechnungen abgegrenzt. Wahre Hoffnung gründe vielmehr in Gottes Entscheidung, den Weg der Menschen mitzugehen, damit sie auf ihrer Lebensreise nicht allein sind.

Das Kommen Jesu in der Schwachheit des menschlichen Fleisches gebe der Hoffnung neue Kraft, sei aber zugleich mit einem klaren Auftrag verbunden, erklärte der Papst. So verpflichte die Menschwerdung die Gläubigen in zweifacher Hinsicht: „zu einer vertieften Beziehung zu Gott ebenso wie zu verantwortlichem Handeln gegenüber den Mitmenschen“, betonte Leo.

Gegenüber Gott bestehe diese Verpflichtung, weil er Mensch geworden sei und die menschliche Schwachheit zu seiner Wohnstätte erwählt habe. Das rufe dazu auf, „vom Fleisch Jesu her neu über Gott nachzudenken und nicht von einer abstrakten Lehre auszugehen“, erklärte er.

Gottes Nähe zeigt sich im Einsatz für den Menschen

Vor diesem Hintergrund mahnte der Papst, die eigene Spiritualität sowie die Ausdrucksformen des Glaubens immer wieder kritisch zu prüfen. Sie müssten wirklich „inkarniert“ sein, um Gott angemessen zu bezeugen. Nur so könne Gott als der erkannt werden, der den Menschen in Jesus begegnet – nicht als „fernen Gott, der in einem perfekten Himmel über uns wohnt, sondern als nahen Gott, der in unserer zerbrechlichen Welt wohnt“.

Gott begegne den Menschen konkret im Antlitz ihrer Brüder und Schwestern, unterstrich Leo XIV. Jeder Mensch sei Abbild Gottes und trage einen Funken seines göttlichen Lichts in sich, weshalb die unantastbare Würde jedes Einzelnen anzuerkennen sei. Deshalb sei die Menschwerdung ein Aufruf zu konkretem Handeln und zur „Förderung der Geschwisterlichkeit und der Gemeinschaft“. Denn so könne „die Solidarität zum Maßstab der menschlichen Beziehungen werden“.

Weil Gott Mensch geworden ist, gebe es keine echte Verehrung Gottes „ohne die Sorge um den Menschen aus Fleisch und Blut“.

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