Von der Verteidigung des Lebens von der Empfängnis an über die Förderung der Ehe zwischen Mann und Frau bis hin zur Unterstützung familienfreundlicher öffentlicher Politiken – Papst Leo XIV., früher Bischof von Chiclayo, setzt als Kirchenoberhaupt klare Prioritäten. Weggefährten aus Nordperu erinnern sich an seinen unermüdlichen Einsatz für Menschenwürde und Nächstenliebe, der sowohl wissenschaftliche Forschung als auch pastorales Handeln einschloss und schon damals regionale Gesetzesinitiativen beeinflusste.
Beständiges Engagement für Familie, Leben und Ethik
Schon bevor er Papst wurde, setzte sich Leo XIV., damals Msgr. Robert Prevost, aktiv für die Stärkung der Familie ein. „Er betonte, dass junge Menschen erkennen sollten, wie wertvoll die Familiengründung ist, und sich bewusst darauf vorbereiten sollten“, berichtet Erika Valdivieso-López, akademische Vize-Rektorin der San Ignacio de Loyola Universität und ehemalige Leiterin des Instituts für Ehe und Familie an der USAT.
Darüber hinaus sah Prevost in wissenschaftlicher Forschung ein Werkzeug, um politische Maßnahmen zu entwickeln, die Familien gezielt unterstützen. Während seiner Zeit als Großkanzler der USAT förderte er deshalb sowohl das Familieninstitut als auch das Institut für Bioethik. Valdivieso-López erinnert sich: „Er engagierte sich leidenschaftlich für den Schutz des Lebens und die Anerkennung der Würde des Menschen – von der Unterstützung wissenschaftlicher Projekte bis hin zu pastoralen Initiativen.“
Wie Valdivieso-López betonte, habe sich Leo dabei nicht auf symbolische Gesten beschränkt. Selbst bei kleinen Anlässen, wie der Eröffnung des ersten Stillraums an der Universität oder bei der Übergabe von Informationsmaterialien des Instituts, sei er anwesend gewesen. Dieses aktive Engagement trug Früchte: Die damals initiierten Projekte legten den Grundstein für konkrete politische Veränderungen. Laut Valdivieso-López spielte diese Arbeit kürzlich eine Rolle bei der Verabschiedung eines Gesetzes in Peru, das den Familienansatz systematisch in öffentliche Politiken integriert.
Konsequente Verteidigung des Lebens
Die Verteidigung des Lebens war für Msgr. Robert Prevost, damals Bischof von Chiclayo, nicht nur eine persönliche Überzeugung, sondern eine öffentliche pastorale Verpflichtung. Bereits wenige Monate nach seinem Amtsantritt nahm er am 21. März 2015 aktiv an einem „Marsch für das Leben“ in der Stadt teil. Dabei richtete er eine klare Botschaft an die Teilnehmer: „Ich wollte mit Ihnen gehen, nicht als mein persönliches Zeugnis, sondern als Zeugnis unserer Kirche, unserer Gemeinschaft.“
In seiner Rede warnte Prevost vor Diskursen, die den Wert des menschlichen Lebens relativieren. „Manchmal wird versucht, Abtreibung als Hilfe für die Mutter darzustellen. Doch wir lassen uns nicht täuschen und müssen das menschliche Leben jederzeit verteidigen“, betonte er. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung von Einheit und Beharrlichkeit: „Wir müssen weiter kämpfen, gehen und marschieren, damit die Rechte jedes Menschen respektiert werden.“ Seine Botschaft schloss er mit einem eindringlichen Appell: „Wir werden gemeinsam gehen, vereint, um das Recht auf Leben zu verteidigen. Es lebe das Leben!“
Erst kürzlich erneuerte Papst Leo XIV. seine Pro-Life-Haltung und kritisierte Abtreibung als „größten Zerstörer des Friedens“ scharf. Bei einer Audienz am Samstag im Vatikan wandte er sich vor jungen Politikern den Worten der heiliggesprochenen Mutter Teresa (1910–1997) zu und bezeichnete ihre Botschaft als nach wie vor prophetisch. „Keine Politik kann den Völkern dienen, wenn sie die Ungeborenen vom Leben ausschließt oder den Menschen in materieller und spiritueller Not nicht hilft“, betonte der Papst.
Er machte deutlich, dass echter Frieden nur möglich sei, wenn die Menschheit den Krieg gegen sich selbst beendet: „Nur wer sich um die Kleinsten kümmert, kann wirklich Großes leisten.“ Die jungen Zuhörer rief Leo XIV. dazu auf, Frieden nicht nur zu respektieren, wenn er existiert, sondern aktiv zu verwirklichen, wo er fehlt.
Klare Moral und neue ethische Herausforderungen
In Fragen wie Abtreibung oder Geschlechtsideologie zeigte sich Msgr. Prevost nach Angaben von Erika Valdivieso-López stets eindeutig und ohne doktrinäre Mehrdeutigkeiten. „Er machte klar, dass die Ehe zwischen Mann und Frau besteht, dass das Leben vom Moment der Empfängnis an geschützt werden muss und dass Abtreibung weder erlaubt noch legalisiert werden sollte“, so die Expertin. Pater Jorge Millán, Leiter des Familienpastoralbüros der Diözese, betont, dass Papst Leo XIV. seine klare moralische Haltung stets mit tief empfundener pastoraler Nächstenliebe verband.
„Was die Kirche sagt, das ist es, was sie bekennt. In jeder Hinsicht. In moralischen oder ehelichen Angelegenheiten, wenn Zweifel aufkamen, habe ich mit ihm gesprochen, und er hat sie spektakulär gut geklärt“, so Valdivieso-López. Nach Ansicht der Expertin geht die Vision des Papstes über traditionelle Debatten hinaus und beachtet auch neue ethische Herausforderungen wie Biotechnologie, Transhumanismus und Gentechnik.
„Heute sprechen wir über Embryomanipulation, Kryokonservierung, Gametogenese-Studien – das Feld für ein Apostolat zur Verteidigung des Lebens ist deutlich breiter geworden“, erklärt sie. Valdivieso-López hofft deshalb, dass das Pontifikat durch neue Dokumente, Lehrschreiben und doktrinäre Klarstellungen die Position der Kirche in diesen Fragen weiter stärkt.
Ein Pontifikat zwischen Dialog und entschlossener Verkündigung
Angesichts der Spaltungen in der Welt zeigt Pater Jorge Millán ein differenziertes Bild von der Führungsrolle, die Papst Leo XIV. in der Kirche übernimmt. „Fehler innerhalb der Kirche entstehen oft nicht aus böser Absicht, sondern aus schwierigen pastoralen Umständen“, erklärt er. Zugleich sei der Papst in der Lage, klare Orientierung zu geben, ohne die Gemeinschaft zu gefährden: „Ein abruptes ‚Du irrst dich‘ wäre ein Mangel an Nächstenliebe.“
Millán beschreibt den Stil des neuen Pontifikats als Mischung aus Offenheit und klarer Verkündigung: „Papst Franziskus öffnete allen die Türen zum Eintreten. Leo XIV. setzt sich nun zu ihnen und sagt: ‚Das ist das Evangelium. Ich habe dich hereingelassen, ich verstehe dich – aber jetzt hör mir zu.‘“
