StartVaticanPapst Leo XIV.: Qualität statt Quantität im Religionsunterricht

Papst Leo XIV.: Qualität statt Quantität im Religionsunterricht

In der Januar-Ausgabe des vatikanischen Magazins Piazza San Pietro widmet sich Papst Leo XIV. der drängenden Frage des Glaubens in Europa. Besonders Aufsehen erregt seine Antwort auf den Brief der Schweizer Katechetin Nunzia, die über das sinkende Interesse am Religionsunterricht klagt. Der Pontifex ermutigt sie, den Einsatz nicht nach der Zahl der Teilnehmer zu messen, sondern auf die Qualität der Glaubensvermittlung und die persönliche Ausstrahlung des Einzelnen zu vertrauen.

Wenn der Samen auf dürren Boden fällt

Auf dem Cover der Januar-Ausgabe des vatikanischen Monatsmagazins Piazza San Pietro prangt in Großbuchstaben das Wort „FRIEDE“, ein Ausdruck der Sehnsucht der Christenheit nach Harmonie und Zusammenhalt, wie die Redaktion erklärt. Prominente Stimmen, darunter UN-Generalsekretär António Guterres, unterstreichen die Bedeutung des Themas: Frieden sei der „Imperativ unserer Zeit“.

Traditionell beginnt das Heft mit einem Dialog zwischen Papst und Leserschaft. Diesmal wendet sich Leo XIV. an Nunzia, eine 50-jährige Katechetin aus Laufenburg in der Schweiz. In ihrem Brief schildert sie mit viel Engagement die ernüchternde Realität ihres Alltags: „Ich säe, aber die Pflänzchen wachsen nur schwer. Kinder und Familien bevorzugen Sport und Feste.“ Sie beschreibt eine Situation, die vielen engagierten Christen in Europa bekannt ist: Das Vertrauen in Gott schwindet, Eltern zeigen oft Gleichgültigkeit gegenüber religiöser Praxis, und in den Gottesdiensten finden sich bis auf wenige Ausnahmen hauptsächlich Senioren. In ihrer Verzweiflung bittet die Schweizer Katechetin den Papst um ein Gebet für die ihr anvertrauten Jugendlichen und um den Mut, trotz der widrigen Umstände weiterzumachen.

Qualität zählt mehr als Quantität – Papst ermutigt zum authentischen Glaubenszeugnis

In seiner Antwort greift Papst Leo XIV. die Sorgen der Schweizer Katechetin auf und ordnet sie in den größeren Kontext der „alten Christenheit“ Europas ein. Er betont, dass jede Stunde im Religionsunterricht wertvoll sei – selbst wenn nur wenige Kinder teilnehmen. „Das Problem sind nicht die Zahlen, sondern das immer deutlicher werdende Bewusstsein, sich als Teil der Kirche zu fühlen“, schreibt der Pontifex. Die Kirche dürfe nicht nur als Dienstleisterin für Sakramente oder religiöse Rituale wahrgenommen werden; vielmehr seien alle Gläubigen dazu aufgerufen, sich als lebendige Glieder des Leibes Christi zu verstehen.

Leo XIV. ermutigt Nunzia und andere Lehrende, trotz schwieriger Bedingungen weiterzumachen: „Als Christen brauchen wir immer die Bekehrung – und wir müssen sie gemeinsam suchen.“ Er erinnert daran, dass die Tür zum Glauben, das Herz Christi, immer offenstehe. In Zeiten sinkender Teilnehmerzahlen sei es vor allem die authentische Ausstrahlung des Einzelnen, die entscheidend sei, um die Freude des Evangeliums und die Hoffnung der Auferstehung weiterzugeben.

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