Papst Leo XIV. hat am Fest der Taufe des Herrn in der Sixtinischen Kapelle 20 Kinder getauft und die Taufe als ein grundlegendes Geschenk Gottes an den Menschen hervorgehoben. Bei der feierlichen Messe – zum ersten Mal in seinem Pontifikat – betonte der Papst, dass der Glaube nicht auferlegt, sondern geschenkt werde. Der Glaube, so der Papst, sei für das Leben unverzichtbar, „denn mit Gott findet das Leben Erlösung“.
Taufe als Geschenk des Glaubens von Anfang an
Es gehört zur festen Tradition, dass Päpste am Fest der Taufe des Herrn Kinder taufen. So auch Papst Leo XIV., der an diesem Sonntag erstmals seit seiner Wahl am 8. Mai das Sakrament der Taufe spendete. In einer feierlichen Messe in der Sixtinischen Kapelle unter den bekannten Fresken Michelangelos taufte er 20 Kinder von Vatikanangestellten – acht Mädchen und zwölf Jungen.
In seiner Predigt sprach sich Leo XIV. ausdrücklich für die Kindstaufe aus. Der Glaube sei kein späteres Zusatzangebot, sondern ein Geschenk, das dem Leben von Anfang an Sinn verleihe. Wie Eltern ihren Kindern Nahrung und Kleidung nicht vorenthielten, so sollten sie ihnen auch den Glauben nicht vorenthalten, betonte der Papst. Mit Gott, so Leo XIV., finde das Leben Erlösung.
Gott offenbare seine fürsorgliche Liebe, unterstrich Leo XIV., auch durch die Eltern, die für ihre Kinder um den Glauben bitten. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass sich die Rollen im Laufe des Lebens ändern. „Sicherlich wird der Tag kommen, an dem sie zu schwer werden, um sie auf den Armen zu halten; und es wird auch der Tag kommen, an dem sie euch stützen werden“, so der Papst, der im Anschluss kurz die Taufriten aufgriff.
Das Taufwasser, erklärte Leo XIV., stehe für die Reinigung im Heiligen Geist, das weiße Gewand für das neue Leben, das Gott schenke, und die an der Osterkerze entzündete Taufkerze für das Licht des auferstandenen Christus, das den Lebensweg erhelle.
Taufe Jesu als Zeichen göttlicher Nähe und Barmherzigkeit
Beim Angelusgebet am Sonntagmittag nahm Papst Leo XIV. das Evangelium des Tages in den Blick, das von der Taufe Jesu im Jordan berichtet. Es beschreibt, wie der Geist Gottes wie eine Taube auf Jesus herabkommt, während die Stimme des Vaters aus dem Himmel spricht: „Dies ist mein geliebter Sohn“.
In der Betrachtung dieses Ereignisses betonte der Papst, dass Gott der Welt nicht fernbleibe, sondern den Menschen in ihrem Leben, ihren Leiden und Hoffnungen nahekomme. In Jesus Christus, dem fleischgewordenen Wort, trete Gott selbst in die Geschichte ein und eröffne ein Liebesvorhaben, das der gesamten Menschheit gelte. Dass sich Jesus taufen lasse, obwohl er ohne Sünde sei, zeige nach den Worten Leos XIV. die grenzenlose Barmherzigkeit Gottes.
Zugleich erinnerte der Pontifex daran, dass die Taufe alle Gläubigen in die Gemeinschaft der Kirche aufnehme. Der Tag lade dazu ein, das Sakrament als großes Geschenk neu in Erinnerung zu rufen und den Glauben glaubwürdig zu leben. Mit Blick auf die am Vormittag getauften Neugeborenen sprach Leo XIV. von einer wachsenden Familie des Glaubens, die Gottes Liebe feiere. Die Taufe begleite den Menschen ein Leben lang, sagte der Papst: Sie sei Licht in dunklen Zeiten, Quelle der Versöhnung in Konflikten und Hoffnung über den Tod hinaus.
