Angesichts der Eskalation im Nahen Osten und im Iran rief Papst Leo XIV. in großer Sorge zu einem sofortigen Stopp der Gewalt auf. Nach dem Mittagsgebet auf dem Petersplatz mahnte er, Stabilität und Frieden entstünden nicht durch Drohungen oder Waffen, sondern allein durch einen „vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog“. Zugleich äußerte er sich besorgt über die zunehmenden Spannungen zwischen Pakistan und Afghanistan und bekundete den Flutopfern der schweren Überschwemmungen in Brasilien seine Nähe.
Dort kam es im Bundesstaat Minas Gerais nach heftigen Regenfällen zu schweren Überschwemmungen. Auch zahlreiche Erdrutsche trafen mehrere Städte schwer. Nach Angaben der zuständigen Behörden kamen bei der Naturkatastrophe mindestens 30 Menschen ums Leben, mindestens 39 werden vermisst. Der Papst versicherte den Betroffenen seine Gebete: „Ich bete für die Opfer, für die Familien, die ihr Zuhause verloren haben, und für alle, die sich an den Hilfsmaßnahmen beteiligen.“
Forderung nach Dialog in Nahost
Mit „tiefer Sorge“ nahm er auch die Ereignisse im Nahen Osten und im Iran in den Blick. „Stabilität und Frieden entstehen nicht durch gegenseitige Drohungen oder Waffen, die Zerstörung, Leid und Tod säen, sondern nur durch einen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog“, so der Papst im Anschluss an das Angelusgebet.
Mit Blick auf eine „drohende Tragödie“ mahnte der Papst die Konfliktparteien, ihrer moralischen Verantwortung gerecht zu werden und die Gewaltspirale zu durchbrechen, bevor sie in einen „unüberwindlichen Abgrund“ führe. Zugleich forderte er, der Diplomatie wieder Vorrang einzuräumen. Sie müsse das Wohl der Völker in den Mittelpunkt stellen, die sich nach einem gerechten und friedlichen Zusammenleben sehnten. Abschließend rief er dazu auf, weiterhin für den Frieden zu beten.
Erneute Spannungen zwischen Pakistan und Afghanistan
Mit Sorge äußerte sich der Papst auch zu den zuletzt gemeldeten, „beunruhigenden“ Zusammenstößen zwischen Pakistan und Afghanistan. Er rief die Verantwortlichen eindringlich dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Nur der Dialog könne den Weg zu Harmonie ebnen, betonte er. Frieden sei ein Geschenk Gottes und allein imstande, die Wunden zwischen den Völkern zu heilen.
Der Konflikt zwischen den beiden Nachbarstaaten hat sich zuletzt deutlich verschärft. Nach einer Offensive der in Kabul herrschenden Taliban sprach Islamabad von einem „offenen Krieg“. Hintergrund sind seit Langem erhobene Vorwürfe Pakistans, die afghanischen Machthaber gewährten Extremisten der Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) sowie anderen Rebellen Rückzugsräume. Die Taliban weisen dies zurück und beschuldigen ihrerseits Pakistan, Kämpfer des Islamischer Staat (IS) zu unterstützen.
Demütige Herrlichkeit Gottes
Zuvor hatte Papst Leo XIV. im Rahmen seiner Katechese beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz die Verklärung des Herrn in den Mittelpunkt gestellt (vgl. Mt 17,1–9). Er erinnerte an die Szene auf dem Berg Tabor, wo Jesus vor den Augen der Jünger Petrus, Jakobus und Johannes im Licht erschien, begleitet von Mose und Elija.
Mit Blick auf diese biblische Begebenheit betonte der Papst, das menschgewordene Wort stehe zwischen Gesetz und Prophetie. Christus sei die lebendige Weisheit, in der jedes göttliche Wort seine Erfüllung finde; alles, was Gott den Menschen geboten und eingegeben habe, komme in ihm zu seinem endgültigen Ausdruck.
Zugleich unterstrich er den besonderen Charakter dieser Offenbarung: Sie sei erhaben und feierlich, zugleich aber demütig und vertraut. In der Verklärung werde eine „menschliche Herrlichkeit Gottes“ sichtbar. Vor dem leuchtenden Antlitz Jesu und seinen strahlend weißen Gewändern erkannten die Jünger eine Herrlichkeit, die nicht auf äußeren Effekt ziele, sondern sich in einer feierlichen, beinahe intimen Nähe offenbare.
