StartVaticanPapst-Prediger Pasolini appelliert in Fastenpredigten zu Umkehr und sprachlicher Abrüstung

Papst-Prediger Pasolini appelliert in Fastenpredigten zu Umkehr und sprachlicher Abrüstung

Mit einem eindringlichen Appell zu Umkehr, Frieden und einer neuen Kultur des Zuhörens begannen am heutigen Freitag im Vatikan die traditionellen Fastenpredigten. Der Prediger des Päpstlichen Hauses, Pater Roberto Pasolini, stellt seine diesjährigen Ansprachen unter das Motto: „Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung“ (2 Kor 5,17) – Umkehr zum Evangelium nach dem heiligen Franziskus. Damit knüpft er an den 800. Todestag des Heiligen Franziskus von Assisi an. In einer von Kriegen und Spannungen geprägten Welt sei das Evangelium keine abstrakte Theorie, sondern eine Kraft, die das konkrete Leben und den Umgang miteinander verändern müsse, betont der Kapuzinerpater.

Christliche Hoffnung als Kraft in Krisenzeiten

ater Roberto Pasolini lädt in einer Zeit, in der das „Rauschen der Kriege“ das Gute übertöne, dazu ein, die „demütige Kraft der Liebe“ neu zu entdecken. Beginnend ab dem heutigen Freitag reflektiert er in den kommenden Wochen bis zur Karwoche jeden Freitag über Themen wie Freiheit, Hoffnung, Brüderlichkeit und Mission.

Pater Roberto Pasolini sieht den 800. Todestag des Heiligen Franziskus als „fast zwingend“ für die Wahl seines Predigtthemas. Der Kapuziner betont, dass der „Poverello von Assisi uns als konkreter Weg der Umkehr und des evangelischen Lebens dienen“ solle. Gerade in einer Zeit globaler Spannungen sei christliche Hoffnung immer „das Zeichen des Kreuzes“ – „gleichzeitig leuchtend und zerbrechlich“. Pasolini erinnert daran, dass Gott die Welt durch Liebe regiere und dem Bösen ausschließlich mit der Kraft des Guten begegne. „Deshalb sind die Wege des Friedens langsam: Sie hängen von Herzen ab, die bereit sind, die Logik des Kreuzes anzunehmen.“

Gleichzeitig warnt er vor einer Trennung von Glauben und Alltag: „Nur eine abstrakte Sicht des Glaubens kann sich eine Trennung zwischen dem Evangelium und dem konkreten Leben vorstellen.“ Ein solches Christentum bleibe auf Theorie oder unerreichbare Ideale reduziert. Doch wer das Evangelium wirklich lebe, spüre sofort eine Veränderung im eigenen Leben – und damit in der Welt.

Heiliger Franziskus als Wegweiser für Frieden und Menschlichkeit

Doch wie auch Papst Leo XIV. rückt der Papst-Prediger nicht nur die militärische Gewalt in den Blick, sondern thematisiert zudem die zunehmende verbale Aggression. Das „Fasten“ von verletzenden Worten, zu dem Papst Leo XIV. die Gläubigen aufrief, sei mehr als nur das Vermeiden bestimmter Begriffe – es bedeute „sprachliche Abrüstung“. Pasolini warnt davor, dass Gewalt nicht nur durch Waffen, sondern auch durch Worte entstehe. „Gewalt entstehe dort, wo man spricht, ohne zuzuhören, oder wo Worte nur zur Selbstdarstellung genutzt werden“, erklärt er. „Wir sind gewalttätig, wenn wir behaupten, den anderen zu kennen, ohne seine Beweggründe zu verstehen.“ Echte „sprachliche Abrüstung“ erfordere Geduld, die Bereitschaft zum Dialog und den Aufbau respektvoller Beziehungen auf Augenhöhe.

Für Pater Pasolini bleibt der Heilige Franziskus deshalb hochaktuell, weil er daran erinnert, dass Gott lebendig ist und das menschliche Leben prägt. In einer Zeit, in der das Christentum leicht zu einer reinen moralischen Pflicht oder ethischen Übung verkomme, zeige Franziskus den Weg zurück zum Wesentlichen. „Seine Aktualität hängt nicht von Feierlichkeiten ab, sondern von seiner Fähigkeit zu zeigen, dass ein mit Gott versöhntes Leben sofort menschlicher, einfacher und brüderlicher wird“, betont der Prediger.

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