StartFamilieVatikan und Italien fordern bei Konferenz globales Verbot der Leihmutterschaft

Vatikan und Italien fordern bei Konferenz globales Verbot der Leihmutterschaft

Bei einer gemeinsamen Veranstaltung in Rom haben der Vatikan und die italienische Regierung ein entschiedenes internationales Vorgehen gegen Leihmutterschaft gefordert. Erzbischof Paul Richard Gallagher und Familienministerin Eugenia Maria Roccella kritisierten die Praxis als Ausbeutung von Frauen und Herabwürdigung von Kindern zu „verhandelbaren Objekten“ und warnten davor, dass jede rechtliche Regulierung die Kommerzialisierung weiter anheizen könne. Sie riefen die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Würde von Mutter und Kind über wirtschaftliche Interessen zu stellen.

Leihmutterschaft als „neue Form des Kolonialismus“

Unter dem Motto „Eine gemeinsame Front für die Menschenwürde“ trafen sich am Dienstagnachmittag im Palazzo Borromeo in Rom Erzbischof Paul Richard Gallagher, der vatikanische Außenbeauftragte, und die italienische Familienministerin Eugenia Maria Roccella. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Leihmutterschaft, die Papst Franziskus bereits als „verwerflich“ bezeichnete – eine Haltung, die auch Papst Leo XIV. kürzlich bekräftigte.
Gallagher machte deutlich, dass das Thema die gesamte Menschheit betreffe. Er verwies auf die Neujahrsansprache des Papstes vor dem diplomatischen Korps am 9. Januar und kritisierte, dass Schwangerschaften zunehmend zu „verhandelbaren Dienstleistungen“ würden. Dies entwerte das Kind zu einem „Produkt“ und instrumentalisiere den Körper der Mutter.

Er ging noch weiter und bezeichnete die Leihmutterschaft als eine „neue Form des Kolonialismus“, da häufig die materielle Not von Frauen in ärmeren Ländern ausgenutzt werde. „Menschen dürfen nicht Gegenstand von Transaktionen sein, auch wenn dies als großzügige Geste dargestellt wird“, betonte der Erzbischof. Hinter komplizierten rechtlichen Formulierungen verberge sich oft der einfache Verkauf von Kindern, bei dem die Interessen Erwachsener über das Wohl der Kleinsten gestellt würden. Ein Kind bleibe stets ein „Geschenk Gottes“ und dürfe niemals aus wirtschaftlichen Erwägungen eingefordert werden.

Verbot statt Regulierung

Gallagher kritisierte internationale Ansätze, die Leihmutterschaft nur zu regulieren statt vollständig zu verbieten. Eine rechtliche Rahmung könne die Nachfrage sogar steigern, warnte er: Einfachere und sicherere Verfahren würden mehr Menschen dazu bringen, auf Leihmutterschaft zurückzugreifen – mit der Folge, dass weitere Kinder für den Verkauf produziert würden. Seiner Ansicht nach sei die einzige konsequente Lösung die vollständige Abschaffung der Praxis.

Die italienische Familienministerin Eugenia Roccella unterstrich die strikte Haltung der Regierung, die Leihmutterschaft seit 2024 unter Strafe stellt – selbst wenn sie im Ausland in Anspruch genommen wird. Die Maßnahme ziele nicht darauf ab, Kinderrechte einzuschränken, sondern die „Vertraglichmachung“ von Elternschaft zu verhindern. Roccella wies zudem darauf hin, dass es bei Leihmutterschaft nichts Altruistisches gebe, wie etwa bei Blut- oder Organspenden, da sie auf kommerziellen Verträgen basiere. Sie rief zu stärkerer internationaler Zusammenarbeit auf, insbesondere innerhalb der Vereinten Nationen, um auf die zunehmende Vermarktung der Mutterschaft aufmerksam zu machen.

Die Veranstaltung schloss mit einem Appell an die internationale Diplomatie, dem Aufruf des Papstes zu folgen und die Würde jeder menschlichen Person unter allen Umständen zu achten. Gallagher betonte abschließend, dass die Kirche sich weiterhin weltweit für die Rechte von Kindern einsetzen und den Missbrauch verletzlicher Frauen bekämpfen werde.

VERWANDTE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

- Advertisment -

Beliebteste

Neue Kommentare

GodMag

Kostenfrei
Ansehen