25 Jahre nach 9/11: US-Kirchen erinnern an die Opfer und rufen zu Frieden auf
25 Jahre nach 9/11 ist die Erinnerung an die Anschläge untrennbar mit Trauer, aber auch mit der Frage nach den Folgen verbunden. US-Kirchen setzen zum Jahrestag ein Zeichen gegen Hass und für Frieden, Versöhnung und Hoffnung.

Ein Vierteljahrhundert nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gedenken Kirchen in den USA der fast 3.000 Todesopfer. Gottesdienste und interreligiöse Feiern verbinden die Erinnerung an die Verstorbenen mit einem Appell gegen Hass, für Versöhnung und für Hoffnung in einer von Kriegen und Spannungen geprägten Welt.
Es sind Bilder, die sich bis heute ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben. Am Morgen des 11. September 2001 werden in den USA vier Passagierflugzeuge entführt. Zwei von ihnen steuern innerhalb weniger Minuten die Türme des World Trade Centers in Manhattan an und schlagen in die Twin Towers ein. Rund 17.000 Menschen befinden sich zu diesem Zeitpunkt im gesamten Gebäudekomplex.
Wenig später sind die sonst so bunten und lebhaften Straßen New Yorks von Panik erfüllt. Der normale Straßenlärm wird von den Sirenen der zahlreichen Hilfskräfte übertönt. Insgesamt sterben 2.977 Menschen – in den Türmen, an Bord der Flugzeuge, im Pentagon und am Boden. Unter den Toten sind auch Hunderte Feuerwehrleute, Polizisten und andere Einsatzkräfte, die in die brennenden Gebäude eilen, um Menschen zu retten. In New York konnten bis heute rund 1.000 Opfer nicht eindeutig identifiziert werden.
Hinter den Anschlägen stehen 19 Terroristen des islamistischen Netzwerks Al-Qaida. Innerhalb weniger Stunden erschüttern sie nicht nur die USA, sondern verändern die politische und gesellschaftliche Ordnung weit über das Land hinaus. Auf die Anschläge folgen Kriege, neue Sicherheitsgesetze und eine massive Ausweitung staatlicher Überwachung. Zugleich prägt der 11. September das gesellschaftliche Klima über Jahrzehnte – mit Folgen, die bis heute spürbar sind.
Gedenken in New York
25 Jahre nach der Katastrophe erinnern katholische Bischöfe und Gemeinden in den USA mit Gottesdiensten und Gebeten an die Opfer. Neben dem Gedenken steht dabei auch der Aufruf zu Frieden und gesellschaftlichem Zusammenhalt im Mittelpunkt.
Paul S. Coakley, Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz der USA, hebt die Bedeutung des Glaubens für die Menschen während und nach den Anschlägen hervor. Dieser habe sie „aufgerichtet und getragen“. Angesichts aktueller Kriege und internationaler Spannungen ruft der Erzbischof von Oklahoma City dazu auf, sich als „Werkzeuge Christi für den Frieden“ zu verstehen.
In New York findet bereits am Vorabend des Jahrestages ein Gedenkgottesdienst in der St.-Patrick-Kathedrale statt. Erwartet werden unter anderem Angehörige der Opfer sowie Vertreter und aktive Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr. Die Kathedrale war bereits unmittelbar nach den Anschlägen ein zentraler Ort für Gebet und Gedenken.
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An einer interreligiösen Gedenkfeier am St.-Nicholas-National Shrine am World Trade Center nimmt Erzbischof Ronald A. Hicks teil. Gemeinsam mit dem griechisch-orthodoxen Erzbischof Elpidophoros und weiteren Religionsvertretern wird er der Opfer gedenken. In zahlreichen Pfarreien der Erzdiözese New York sind zudem weitere Gedenkgottesdienste geplant.
Hoffnung statt Verzweiflung
Auch die ukrainisch-katholischen Bischöfe in den USA haben zum 25. Jahrestag der Anschläge Stellung genommen. In einem Hirtenbrief rufen sie dazu auf, sich nicht auf die Erinnerung an die Ereignisse zu beschränken, sondern auch nach den Konsequenzen und Lehren des 11. September zu fragen.
Hass könne dazu führen, Menschen nicht mehr als „Kinder Gottes“, sondern als Feinde wahrzunehmen, warnen die Bischöfe. Zugleich verweisen sie auf die Solidarität und Hilfsbereitschaft, die nach den Anschlägen sichtbar geworden seien. Der 11. September habe auch gezeigt, „wozu Menschen angesichts einer Katastrophe fähig“ seien – zu Mut, Mitgefühl, Opferbereitschaft und Nächstenliebe.
Aus dem Gedenken leiten die Bischöfe deshalb eine Botschaft der Hoffnung ab. „Verzweiflung ist nicht die Sprache des Evangeliums. Hoffnung ist“, heißt es in ihrem Hirtenbrief.
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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