Am 25. Januar feiert die katholische Kirche das Fest der Bekehrung des Apostels Paulus. Paulus, einst namentlich Saulus von Tarsus, verfolgte mit fanatischem Eifer die frühen Christen und war maßgeblich an der Steinigung des heiligen Stephanus beteiligt. Doch eines Tages auf dem Weg nach Damaskus erlebte er ein einschneidendes Ereignis, das sein Leben veränderte.
Wer war Saulus?
Saulus wurde um das Jahr 10 nach Christus in Tarsus in der Region Zilizien geboren. Er wuchs in einer streng pharisäischen Familie auf und übernahm die Traditionen und den strikten Glauben seines Vaters. Dieser war nicht nur pharisäischer Jude, sondern auch Zeltmacher – ein Handwerk, das Saulus später ebenfalls erlernte. Von seinem Vater erbte er zudem das römische Bürgerrecht, das ihm im Laufe seines Lebens viele Vorteile verschaffte. Schon früh fiel Saulus als energischer Verteidiger des jüdischen Glaubens auf und entwickelte sich zu einem erbitterten Gegner der Christen. Die Apostelgeschichte beschreibt ihn als zentrale Figur hinter der Verfolgung der ersten Christen, einschließlich der Steinigung des heiligen Stephanus.
Stephanus warf seinen Zuhörern bei der Rede vor dem Hohen Rat vor, sich dem Heiligen Geist zu widersetzen: „Als sie das hörten, waren sie in ihren Herzen aufs Äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen gegen ihn“ (Apg 7,54). Die Zuhörer tobten, doch Stephanus ließ sich nicht beirren und setzte noch einen drauf: „Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“ (Apg 7,56). Das war zu viel für sie, und so trieben sie ihn aus der Stadt hinaus und steinigten ihn. Zuvor jedoch legten sie die Gewänder nieder – vor die Füße des Saulus –, um sie nicht zu beschmutzen.
Die Begegnung mit Jesus – Wendepunkt im Leben des Saulus
Saulus, Jude und Mitglied der strenggläubigen Pharisäer, hatte sich der konsequenten Einhaltung des mosaischen Gesetzes verschrieben – und genau diese Überzeugung trieb ihn zu einer erbitterten Verfolgung der ersten Christen. Nachdem er die Anhänger in Jerusalem vertrieben hatte, setzte er seinen Feldzug bis nach Damaskus fort, wo sich viele von ihnen versteckt hielten. Doch hier sollte sich sein Leben auf dramatische Weise wenden.
Auf dem Weg nach Damaskus wurde Saulus von einem blendenden Licht umhüllt und stürzte zu Boden. Eine Stimme sprach zu ihm: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ Verwirrt fragte er: „Wer bist du?“ Die Antwort lautete: „Ich bin Jesus, den du verfolgst.“ Saulus, erschüttert und geblendet, fragte weiter: „Was soll ich tun, Herr?“ Christus antwortete: „Geh nach Damaskus, dort werde ich dir meinen Willen zeigen.“
Drei Tage lang blieb Saulus blind, fastend und betend, bis der Priester Hananias zu ihm kam. Mit Liebe und Geduld taufte Hananias ihn, öffnete ihm nicht nur die Augen, sondern auch das Herz – und aus dem eifrigen Verfolger wurde der leidenschaftliche Apostel Paulus.
Paulus’ Beginn als Apostel und Missionar
In Damaskus beginnt Paulus seine Predigttätigkeit und legt damit den Grundstein für seine Mission als Apostel. Nach einiger Zeit reist er nach Jerusalem, wo er Petrus und die anderen Apostel trifft. Anfangs begegnen sie ihm mit Misstrauen, doch schließlich nehmen sie ihn auf und berichten ihm ausführlich von ihrem Leben mit Jesus.
Nach seiner Rückkehr in seine Heimatstadt Tarsus setzt Paulus seine Evangelisation fort, stößt jedoch immer wieder auf Unverständnis aufgrund seiner tiefen Veränderung. Später zieht er weiter nach Antiochia, um Kontakt mit der dortigen Gemeinde aufzunehmen. Mit unerschütterlichem Eifer und der festen Überzeugung, die Botschaft Christi allen Völkern zu verkünden, entwickelt sich Paulus zum ersten wahren Missionar der Kirchengeschichte. Durch seine unermüdliche Missionstätigkeit verdient er sich den Ehrentitel „Apostel der Völker“. Er, der einst Christen bis aufs Blut verfolgt hatte, starb schließlich vor den Toren Roms selbst als Märtyrer.
