Glauben

Bischof Ackermann: Wie Gebetssprache und Bittgebet uns zur Gottesnähe führen

Am letzten Tag der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz predigte Stephan Ackermann in Würzburg über die Bedeutung der Gebetssprache der Liturgie und die zentrale Rolle des Bittgebets. Dabei betonte der Trierer

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Andreas Nachbar
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Bischof Ackermann: Wie Gebetssprache und Bittgebet uns zur Gottesnähe führen
(c) Deutsche Bischofskonferenz / Marko Orlovic

Am letzten Tag der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz predigte Stephan Ackermann in Würzburg über die Bedeutung der Gebetssprache der Liturgie und die zentrale Rolle des Bittgebets. Dabei betonte der Trierer Bischof, dass das Gebet nicht nur um konkrete Bitten geht, sondern letztlich um die Nähe Gottes selbst – eine Erfahrung, die auch nach Jahren noch das geistliche Leben bereichern könne.

Bittgebet als „Testfall des Glaubens“

Zum Abschluss der Frühjahrs-Vollversammlung betonte Ackermann die besondere Kraft der Gebetssprache der Liturgie: „Sie erweist ihren Sinn und ihre Größe da, wo sie mir in meinem Beten aushilft, weil mir selbst die richtigen Worte fehlen. Ich bin dankbar, dass ich mich in die Sprache der Liturgie hineinbegeben kann wie in ein vertrautes, bergendes Haus.“ Er fügte hinzu, dass die Gebetssprache des Gottesdienstes auch nach Jahren noch Neues schenken könne: „Dann ist sie stark, wenn ich selbst nach Jahrzehnten in ihr noch Neues entdecke, das mein geistliches Leben bereichert.“

Besonders ging der Trierer Bischof auf das Bittgebet ein, das im Zentrum der Tageslesungen stehe: „Ist nicht das Bittgebet der Testfall des Glaubens?! Warum fordert uns Jesus auf zu bitten, und wir erleben doch so oft, dass unsere Bitten nicht erhört werden? Will Gott sie nicht erhören? Kann er es nicht?“, fragte Ackermann.

Er räumte ein, dass auf diese Fragen selbst nach klassischen Antworten oft „eine gewisse Ratlosigkeit“ zurückbleibt. Diese lasse sich nicht vollständig überwinden und sollte auch nicht geleugnet werden. „Es bleibt eine Spannung, auch im Leben des gläubigsten Menschen“, so der Trierer Bischof.

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Gottesnähe ist das Ziel des Gebets

Zur Verdeutlichung verwies Ackermann auf ein Wort von Papst Leo der Große: „Sinngemäß hat er einmal gesagt: ‚Denkt daran, dass wir im Gebet letztlich um nichts Geringeres bitten als um Gott selbst‘ (Sermo 92,3). Mir hilft dieser Gedanke.“

Er betonte, dass man Gott nicht wie einen Gegenstand erbitte. Vielmehr gehe es darum, „um seine Nähe, um seine Gegenwart zu bitten; darum zu bitten, dass Gott mir nahe ist und ich seine Nähe spüren darf, was auch immer geschieht.“ Gott sei das eigentliche Ziel des Betens, das über alle einzelnen Bitten hinausweise. „Damit werden unsere konkreten Bittgebete nicht überflüssig, aber sie stehen im umfassenden Horizont des lebendigen Gottes.“

Zur Vertiefung zitierte Ackermann das Jesuswort aus dem Lukas-Evangelium (Lk 11,13): „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.“

Vor diesem Hintergrund machte der Bischof deutlich, dass das größte Geschenk Gottes der Heilige Geist sei: „Der Geist ist nichts anderes als das Innerste Gottes selbst – sein Leben, seine Liebe. In dieser Liebe schenkt sich uns Gott selbst. Nichts Geringeres gibt er uns. Darin liegt die endgültige Erfüllung all unserer Bitten“, erklärte Ackermann.

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