Mit einem eindringlichen Appell zu Hoffnung, Barmherzigkeit und Frieden hat Papst Leo XIV. das neue Jahr eröffnet. In seiner Neujahrsmesse im Petersdom, an der rund 5500 Gläubige teilnahmen, bezeichnete er jeden Tag als Chance für ein neues Leben aus der Liebe Gottes. Vor dem Hintergrund des Hochfestes der Gottesmutter Maria und des Weltfriedenstags rief der Papst zu einem „entwaffnenden Frieden“ auf, der nicht aus Gewalt, sondern aus Vergebung, Vertrauen und Freiheit wächst.
Hoffnung und Vertrauen zum Jahresbeginn
„Es ist schön, so auf das beginnende Jahr zu blicken: als einen offenen Weg, den es zu entdecken gilt, auf den wir uns dank der Gnade begeben können“, sagte Papst Leo XIV. mit Blick auf das neue Jahr. Christen seien dabei als freie Menschen unterwegs, die Freiheit weitergeben, aus der Erfahrung der Vergebung leben und, getragen vom Vertrauen in die Nähe und Güte Gottes, der sie auf diesem Weg begleite, selbst zur Vergebung bereit sind.
Papst Leo XIV. rief dazu auf, den Beginn des Jahres im Vertrauen auf Gottes Nähe zu begehen. Mit Blick auf die kommenden Tage bat er darum, die Geborgenheit von Gottes väterlicher Zuwendung und den Zuspruch seines Segens zu erfahren, „damit wir immer besser verstehen und uns stets bewusst sind, wer wir sind und zu welchem wunderbaren Ziel wir unterwegs sind.“
An der Neujahrsmesse nahmen neben zahlreichen beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatinnen und Diplomaten auch Sternsinger aus Deutschland teil. Sie brachten nach der Predigt die Gaben zum Altar.
Besinnung auf Barmherzigkeit
Zur Messe am 1. Januar, an dem die Kirche das Hochfest der Gottesmutter Maria feiert und zugleich den Weltfriedenstag unter dem diesjährigen Leitwort eines „unbewaffneten und entwaffnenden Friedens“ begeht, zog Papst Leo XIV. unter den Klängen des Marienhymnus „Salve, Mater misericordiae“ in den Petersdom ein.
In seiner Predigt stellte Papst Leo XIV. zunächst die Gottesmutter Maria in den Mittelpunkt. Mit ihrem Ja habe sie dazu beigetragen, dass Gottes Erbarmen und seine Güte in Jesus Christus ein menschliches Gesicht erhalten hätten. Papst Leo XIV. erinnerte daran, dass Gott „nackt und schutzlos“ als Kind in Betlehem zur Welt gekommen sei. Das lehre uns, dass die Welt nicht durch Gewalt, Verurteilung oder Unterdrückung gerettet werde. Heil entstehe vielmehr aus dem beharrlichen Bemühen, „zu verstehen, zu vergeben, zu befreien und alle anzunehmen, ohne Berechnung und ohne Angst“, so der Pontifex weiter.
Krippe als Zeichen des entwaffnenden Friedens
Papst Leo XIV. betonte, dass in Maria zwei „entwaffnende Wirklichkeiten“ zusammenkämen: Gott, der auf seine göttlichen Privilegien verzichte, und der Mensch, der sich vertrauensvoll seinem Willen überlasse und in einem Akt vollkommener Liebe seine Freiheit einbringe. Zum Abschluss rief der Pontifex die Gläubigen dazu auf, sich am Beginn des neuen Jahres gläubig zur Krippe zu begeben – dem Zeichen schlechthin des „entwaffnenden Friedens“ und des Segens.
An der Krippe solle man sich an die Wunder erinnern, die der Glaube an Jesus Christus in der Heilsgeschichte und im eigenen Leben bewirkt habe, betonte Papst Leo XIV. Weiter ermutigte er dazu, wie die demütigen Zeugen der Grotte Gott zu loben und zu preisen für alles, was wir gesehen und gehört haben. „Möge dies unser Vorsatz für die kommenden Monate und für unser ganzes christliches Leben sein.“
