StartVaticanPapst Leo XIV.: Heilige Schrift und Tradition bilden eine untrennbare Einheit

Papst Leo XIV.: Heilige Schrift und Tradition bilden eine untrennbare Einheit

Bei der Generalaudienz am Mittwoch hat Papst Leo XIV. die enge und unauflösliche Verbindung von Heiliger Schrift und kirchlicher Tradition hervorgehoben. In Fortsetzung seiner Auslegung der Konzilskonstitution Dei Verbum betonte er, dass die göttliche Offenbarung weder auf einen einzelnen Text reduziert noch ohne die lebendige Weitergabe in der Kirche richtig verstanden werden könne.

Heilige Schrift und Tradition – Weitergabe des Wortes Christi

Bei der Generalaudienz setzte Papst Leo seine Katechesenreihe zur Auslegung der Konzilskonstitution Dei Verbum fort. Dabei betrachtete er zwei biblische Bilder zur Verdeutlichung, wie das Wort Christi in der Kirche weitergetragen wird. Zum einen hob er die Verheißung des Heiligen Geistes an die Jünger im Abendmahlssaal hervor, der sie lehren und an seine Worte erinnern werde. Zugleich kündigte Jesus an, dass der Geist der Wahrheit sie „in die ganze Wahrheit führen“ werde. Das zweite Ereignis, das Leo betrachtete, spielte in Galiläa. Dort beauftragte der auferstandene Christus die Jünger, alle Völker zu Jüngern zu machen und sie zu lehren, alles zu bewahren, was er ihnen aufgetragen habe. In beiden Situationen werde sichtbar, so Leo XIV., wie die Weitergabe des Wortes Christi ihren Ursprung habe.

Diesen Zusammenhang habe das Zweite Vatikanische Konzil klar formuliert und in der Konstitution Dei Verbum festgehalten, erinnerte der Pontifex. Wörtlich erklärte Leo: „Die Heilige Schrift und die Heilige Tradition sind eng miteinander verbunden und stehen in gegenseitiger Beziehung. Da beide aus derselben göttlichen Quelle stammen, bilden sie in gewisser Weise eine Einheit und streben dasselbe Ziel an.“ Somit mache das Konzil deutlich, dass Offenbarung nicht auf einen einzelnen Text reduziert werden könne.

Die kirchliche Tradition, so der Papst, wachse im Lauf der Geschichte in und mit der Kirche, die das Wort Gottes bewahrt, auslegt und im eigenen Leben verwirklicht. Der Katechismus der Katholischen Kirche greife diesen Gedanken mit einem Wort der Kirchenväter auf und betone, die Heilige Schrift sei eher im Herzen der Kirche verankert als in bloßen materiellen Trägern. Tradition erscheine damit nicht als starre Weitergabe festgelegter Inhalte, sondern als ein lebendiger Prozess, in dem der Glaube immer neu gelebt und verstanden werde.

„Die Heilige Schrift wächst mit denen, die sie lesen.“

In Anlehnung an die Worte Jesu unterstreiche das Konzil, dass die apostolische Tradition in der Kirche durch das Wirken des Heiligen Geistes lebendig bleibe. Papst Leo XIV. führte aus, dass sich dieses Weiterleben konkret im wachsenden Verständnis der Gläubigen vollziehe. Dies geschehe durch ihr Nachdenken und Studium, durch geistliche Erfahrung sowie in besonderer Weise durch die Verkündigung der Nachfolger der Apostel, denen ein verlässliches Charisma der Wahrheit anvertraut sei.

Zusammenfassend halte Dei Verbum fest, dass die Kirche in ihrer Lehre, in ihrem Leben und in ihrem Gottesdienst den Glauben bewahre und an kommende Generationen weitergebe. In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst an Gregor den Großen, der betont habe, die Heilige Schrift wachse mit jenen, die sie lesen. Auch Augustinus habe darauf hingewiesen, dass es nur eine einzige Botschaft Gottes gebe, die sich in der gesamten Schrift entfalte.

Das Wort Gottes, so der Papst, dürfe daher nicht als starre Größe verstanden werden, sondern als eine lebendige und organische Wirklichkeit, die sich im Raum der kirchlichen Tradition entfalte. Heilige Schrift und Tradition seien dabei untrennbar miteinander verbunden und so eng verflochten, dass sie nicht unabhängig voneinander bestehen könnten. In diesem Sinn spreche Dei Verbum von einem einzigen „Vermächtnis des Wortes Gottes“, das der Kirche anvertraut sei. Dieses „Depositum“ liege auch heute in den Händen der Kirche und müsse in den verschiedenen kirchlichen Diensten unverfälscht bewahrt werden.

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1 Kommentar

  1. Das Problem ist glaube ich in der heutigen Gesellschaft, dass sich die meisten als Gläubig bezeichnen und garnicht wirklich darüber nachdenken was Gläubig sein bedeutet.

    Ich sehe es oft in den Sozialen Medien, wie junge Menschen den Glauben präsentieren und ich denke mir dabei oft , ob sie das nur machen um gesehen zu werden.

    Wir sollten immer im Hinterkopf haben was Glaube wirklich heißt.

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