StartWeltAugsburger Bischof Meier reist nach Syrien: Solidarität mit bedrängten Christen

Augsburger Bischof Meier reist nach Syrien: Solidarität mit bedrängten Christen

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche in der deutschen Bischofskonferenz, Bertram Meier, befindet sich derzeit zu einem Solidaritätsbesuch in Syrien, um sich ein Bild von der Lage der christlichen Minderheit unter der neuen Übergangsregierung zu machen. Wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte, traf Meier nach einer Einreise über den Libanon in Damaskus ein. Im Mittelpunkt, angesichts wachsender Unsicherheit seit dem Machtwechsel, steht sein Anliegen, der christlichen Minderheit seine Solidarität zu bekunden. Geplant sind unter anderem Gespräche mit Vertretern christlicher Kirchen sowie diplomatischen Vertretern der Bundesrepublik Deutschland und des Heiligen Stuhls.

Syrien: Sorge um die Zukunft der Christen unter neuer Führung

Mehr als ein Jahr nach dem Sturz von Baschar al-Assad hat sich die Situation für die christliche Minderheit in Syrien deutlich verschärft. Während Christen ihren Glauben zuvor weitgehend unbehelligt ausüben konnten, gelten ihre Lebensumstände derzeit als unsicher. An der Spitze des Staates steht mit Ahmed al-Scharaa ein Übergangspräsident, der über Jahre hinweg international als Terrorist galt.

Vor dem Hintergrund der Machtübernahme durch die islamistische Miliz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) will sich der Augsburger Bischof vor Ort ein eigenes Bild der Lage machen, wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte. Trotz bestehender Sicherheitsrisiken versteht er seine Reise als Zeichen der Solidarität der katholischen Kirche in Deutschland mit den Christen im Land. Geplant sind Gespräche mit Vertretern christlicher Kirchen, mit Diplomaten der Bundesrepublik Deutschland und des Heiligen Stuhls sowie mit einer Ministerin aus dem Kabinett des Übergangspräsidenten.

Wie Bischof Meier erklärte, wolle er mit seiner Reise ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit setzen. Die Christen in Syrien dürften international nicht in Vergessenheit geraten, betonte er. Gerade in einer Zeit, in der Unsicherheit und Angst den Alltag vieler Menschen bestimmten, sei ihm die persönliche Präsenz vor Ort ein wichtiges Anliegen. Die katholische Kirche in Deutschland stehe weiterhin an der Seite der bedrängten Minderheit.

Zugleich verwies der Augsburger Bischof auf die jahrtausendealte Verwurzelung des Christentums im Land. „Angesichts der islamistischen Übergangsregierung, der anhaltenden Gewalt und mangelnder Perspektiven fühlen sie sich bedroht. Sollte diese Entwicklung anhalten, könnte sich die Auswanderung von Christen aus Syrien weiter verstärken“, warnte Meier. Vor Beginn des Bürgerkriegs lebten Schätzungen zufolge noch rund 1,5 Millionen Christen im Land; heute sind es demnach nur noch etwa 300.000. Es dürfe nicht dazu kommen, dass Syrien zu einem Land ohne Christen werde. Dies sei „nämlich ein immenser Schaden, nicht nur für das arabische Christentum, sondern auch für die syrische Kultur und Gesellschaft“, so der Weltkirche-Bischof weiter.

Zeichen der Solidarität mit syrischen Christen

Nach 13 Jahren Bürgerkrieg fand die jahrzehntelange Herrschaft des Assad-Clans im Dezember 2024 ein abruptes Ende. Doch die anfängliche Erleichterung über den politischen Umbruch wich rasch neuer Verunsicherung – vor allem unter religiösen und ethnischen Minderheiten wie Christen, Drusen und Kurden. Berichte über Massaker an Angehörigen der alawitischen Gemeinschaft sowie ein Selbstmordanschlag auf die griechisch-orthodoxe Mar-Elias-Kirche in Damaskus im vergangenen Jahr verstärkten die Angst vieler Menschen.

Im Rahmen seines Aufenthalts will Bertram Meier die betroffene Kirche besuchen und sich zudem über die Arbeit von Caritas Internationalis vor Ort informieren. Er reise mit zahlreichen offenen Fragen nach Damaskus, erklärte der Bischof: „Wie erleben die Christen vor Ort die aktuelle Situation? Was erwarten sie von einem neuen Syrien? Und was ist notwendig, damit die Christen wieder eine sichere Zukunft in dem Land haben, zu dem sie genauso wie alle Syrer gehören?“

Er wolle vor allem zuhören, die Sorgen und Hoffnungen der Menschen kennenlernen und ihnen seine Unterstützung zusichern, erläuterte er den Zweck seiner Reise nach Syrien.

VERWANDTE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

- Advertisment -

Beliebteste

GodMag

Kostenfrei
Ansehen