Glauben

Seligsprechung von Erzbischof Fulton Sheen rückt nach jahrelanger Verzögerung näher

Nach jahrelanger Unterbrechung steht die Seligsprechung des US-amerikanischen Erzbischofs Fulton J. Sheen offenbar kurz bevor. Der Vatikan habe seine Zustimmung erteilt, teilte Peoria-Bischof Louis Tylka mit, und ebne damit den

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Seligsprechung von Erzbischof Fulton Sheen rückt nach jahrelanger Verzögerung näher
(c) Bildnachweis: Beitragsbild @ ABC Radio - Wikimedia Commons - Public Domain

Nach jahrelanger Unterbrechung steht die Seligsprechung des US-amerikanischen Erzbischofs Fulton J. Sheen offenbar kurz bevor. Der Vatikan habe seine Zustimmung erteilt, teilte Peoria-Bischof Louis Tylka mit, und ebne damit den Weg für eine Seligsprechung noch in diesem Jahr. Zuvor war das Verfahren 2019 unter anderem wegen ungeklärter Fragen im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen vorübergehend ausgesetzt worden.

Fulton Sheen: Ein Leben für die Verkündigung

Fulton Sheen, 1919 zum Priester geweiht, prägte über Jahrzehnte die katholische Medienlandschaft in den USA. Nach seiner Tätigkeit als Professor an der Catholic University of America moderierte er von 1930 bis 1950 die Radiosendung „The Catholic Hour“ auf NBC. 1951 ernannte ihn der Vatikan zum Weihbischof von New York. Schon bald trat er auch im Fernsehen auf und erreichte mit Sendungen wie „Life is Worth Living“ (1952–1957) und „The Fulton Sheen Program“ (1961–1968) ein breites Publikum – für seine Arbeit erhielt er sogar einen Emmy.

1966 übernahm Sheen die Leitung der Diözese Rochester, die er bis 1969 führte. Nach seinem Rückzug aus dem aktiven Dienst ernannte ihn Papst Paul VI. zum Titularerzbischof. Sheen starb 1979; seine sterblichen Überreste wurden zunächst in der St. Patrick’s Cathedral in New York beigesetzt, bevor sie nach einem langwierigen Rechtsstreit in seine Heimatdiözese Peoria überführt wurden.

Anerkanntes Wunder ebnete den Weg zur Seligsprechung

Für Bischof Louis Tylka bleibt Sheen „eine der bedeutendsten Stimmen der Evangelisierung in Kirche und Welt des 20. Jahrhunderts“. Er bewundere Sheens „lebenslanges Engagement im Dienst der Kirche“ und seine „tiefe Verehrung der Gottesmutter und der Eucharistie“. Besonders hervorzuheben sei Sheens Fähigkeit, „das Evangelium zu verkünden und eine echte Verbindung zu den Menschen aufzubauen“. So seien „unzählige Seelen zu einer Begegnung mit Jesus“ geführt worden, die nicht nur Sheens eigenes Leben, sondern vor allem das vieler anderer nachhaltig verändert habe.

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Im Juli 2019 erkannte Papst Franziskus ein Wunder an, das der Fürsprache Sheens zugeschrieben wird, und setzte den 21. Dezember 2019 als geplantes Datum für die Seligsprechung fest. Das Wunder betraf die unerwartete Genesung eines 2010 tot geborenen Kindes, das auf wundersame Weise zum Leben erwachte, nachdem die Eltern Sheens Fürsprache angerufen hatten.

Verzögerung durch Missbrauchsdebatte und Insolvenzverfahren

Die für Dezember 2019 angesetzte Seligsprechung war auf Bitten mehrerer US-Bischöfe verschoben worden. Laut dem US-Portal „The Pillar“ erschwerte auch das Insolvenzverfahren der Diözese Rochester den Fortgang des Verfahrens. Hinzu kamen Befürchtungen, Sheen könnte während seiner Amtszeit als Bischof von Rochester (1966–1969) Fälle sexuellen Fehlverhaltens unzureichend behandelt haben. Konkret ging es um den früheren Priester Gerard Guli, der Anfang der 1960er Jahre des Missbrauchs von Erwachsenen beschuldigt worden war und sich 1967 an Sheen gewandt haben soll.

Msgr. James Kruse, damals Direktor für kanonische Angelegenheiten der Diözese Peoria, erklärte gegenüber der Catholic News Agency, Sheen habe Guli jedoch nie wieder in den priesterlichen Dienst aufgenommen; dies habe erst sein Nachfolger, Bischof Joseph Hogan, getan. Weiterhin berichtete „The Pillar“, dass in den Akten des New Yorker Generalstaatsanwalts keine neuen oder ungelösten Vorwürfe gegen Sheen zu finden seien.

Bischof Tylka betonte, man arbeite eng mit dem Dikasterium für Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Vatikan zusammen, um die Details der bevorstehenden Seligsprechung festzulegen. Ein konkretes Datum stehe noch nicht fest, doch nach Angaben von Quellen, die dem Verfahren nahestehen, sei eine Feier im September wahrscheinlich.

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