StartVaticanBischof Varden ruft Kurie zu Wahrhaftigkeit und geistlicher Wachsamkeit auf

Bischof Varden ruft Kurie zu Wahrhaftigkeit und geistlicher Wachsamkeit auf

Bei den Fastenexerzitien in der Paulinischen Kapelle rief der norwegische Trappistenmönch und Bischof von Trondheim, Erik Varden, vor Papst Leo XIV. und der Römische Kurie eindringlich zur Treue zur Wahrheit und zur geistlichen Wachsamkeit auf. In seinen Betrachtungen sprach er über Versuchung sowie über die Realität von Fall und Korruption. Dabei mahnte er, dass die Kirche nur glaubwürdig bleiben könne, wenn sie ihre eigene geistliche Sprache bewahre und Heiligkeit konkret lebe.

Wachsamkeit gegenüber Ehrgeiz und Zeitgeist

In seiner fünften Meditation über den „Glanz der Wahrheit“ rief Erik Varden zur Wachsamkeit gegenüber Versuchungen auf. Mit einem Verweis auf Bernhard von Clairvaux erinnerte er daran, dass kein Mensch frei von Versuchungen sei. „Wenn jemand zufällig von einer befreit ist, kann er sicher eine andere erwarten“, zitierte er den Abt von Clairvaux. Zugleich blickte der norwegische Bischof auf den Ehrgeiz. Dieser sei die „Verneinung der Wahrheit“ und lasse „Tugenden rosten, die Heiligkeit verfaulen, die Herzen erblinden“. Er bezeichnete ihn als eine „nicht sehr subtile Form der Habsucht, Mutter der Heuchelei“.

Glaubwürdig werde der christliche Wahrheitsanspruch, so Varden vor Papst und Kurie, nur durch gelebte Heiligkeit. Voraussetzung dafür sei, dass die Kirche ihre eigene Sprache bewahre. Sie dürfe nicht der Versuchung erliegen, „mit den Moden der Welt Schritt zu halten“. Die Kirche sei ein „Leib, der sich langsam bewegt“. Ihr Weg bestehe vielmehr darin, ihre eigene Sprache zu sprechen: die Sprache „der Bibel und der Liturgie, ihrer Väter und Mütter, Dichter und Heiligen, die auch heute noch geboren werden“. So bleibe sie imstande, ewige Wahrheiten neu zu verkünden, bleibe aktuell und könne auch heute wie in der Vergangenheit Orientierung bieten.

Kirchliche Korruption als tiefste Krise

Im Zentrum der sechsten Meditation stand das Psalmwort „Tausend fallen an deiner Seite“. Erik Varden unterschied dabei zwischen Stürzen, die den Menschen zur Demut und Umkehr führen können, und solchen, die in Zerstörung münden.

Mit deutlichen Worten sprach der Trappist über kirchliche Korruption und Missbrauch. Die schwerste Krise der Kirche sei nicht durch äußeren Widerstand entstanden, sondern aus ihrem Inneren heraus. Die daraus entstandenen Wunden verlangten Zeit zur Heilung.

Zugleich wandte sich Varden gegen eine rein säkulare Sichtweise, die in Katastrophen nur Monster und Opfer erkenne. Die Kirche verfüge – sofern sie sich daran erinnere – über feinere und wirksamere Instrumente zur Aufarbeitung und Erneuerung. Nachdrücklich warnte er zudem vor einem Dualismus, der geistliches Leben und konkrete Wirklichkeit voneinander trennt. Das geistliche Leben sei kein Zusatz zum übrigen Dasein. „Es ist seine Seele“, so Varden abschließend.

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