StartGlaubenBegegnung in der Fastenzeit – Zuhören und Wertschätzung im Mittelpunkt

Begegnung in der Fastenzeit – Zuhören und Wertschätzung im Mittelpunkt

In weniger als einer Woche beginnt am Aschermittwoch die österliche Bußzeit. In der im Volksmund auch als Fastenzeit bekannten Zeit bereiten wir uns auf Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi, vor. Diese Zeit der Besinnung und Umkehr lädt dazu ein, das eigene Leben und den Umgang miteinander zu reflektieren. Der Linzer Bischof Manfred Scheuer ruft in diesem Zusammenhang zu einer „Unterbrechung des Alltäglichen“ auf, um wieder vermehrt aufeinander zu hören und wertschätzend miteinander umzugehen.

Fastenzeit: Eine Zeit der Besinnung und Umkehr

In der österlichen Bußzeit, besser bekannt als Fastenzeit, richten wir unseren Blick auf die Auferstehung Jesu Christi. Gleichzeitig erinnert diese Zeit an das Fasten Jesu in der Wüste. Der Zeitraum der Fastenzeit variiert von Jahr zu Jahr, erstreckt sich jedoch immer über insgesamt 46 Tage. Streng genommen fasten wir an vierzig Tagen, denn an den sechs Sonntagen darf das Fasten unterbrochen werden. In dieser Zeit lädt die Kirche dazu ein, sich bewusst auf Buße und Umkehr zu besinnen und das Gebet sowie tätige Nächstenliebe in den Mittelpunkt zu stellen.

Als zwei strenge Fastentage gelten der Aschermittwoch und der Karfreitag. Die Fastenzeit wird ganz individuell gestaltet: So verzichten einige auf Alkohol, Süßigkeiten oder Fleisch, andere reduzieren Auto- oder Mediennutzung. Neben diesen Verzichtsformen nutzen viele Gläubige die Fastenzeit, um verstärkt in der Bibel zu lesen oder sich durch spirituelle Impulse auf Ostern vorzubereiten.

Mit der eigenen Haltung Brücken bauen

In der Zeit der Buße und Umkehr sind wir dazu eingeladen, das eigene Verhalten im Alltag zu reflektieren und die Begegnung mit unseren Mitmenschen bewusst zu gestalten. Genau darauf verweist der Linzer Bischof Manfred Scheuer in seinem Hirtenwort zur diesjährigen österlichen Bußzeit. Zuhören, respektvoll miteinander sprechen und anderen mit Wertschätzung begegnen – zu diesen Grundhaltungen ruft er auf. Scheuer warnt vor einer zunehmenden „Wortinflation“ in der Gesellschaft, die besonders durch digitale Medien und soziale Netzwerke verstärkt werde. Echte menschliche Begegnungen fänden immer seltener statt. Die bevorstehende Fastenzeit, so der Bischof, biete die Gelegenheit, den Alltag bewusst zu unterbrechen und sich wieder verstärkt um persönliche Gespräche und echte Begegnungen zu bemühen.

In seinem Hirtenwort greift Scheuer auch die christliche Tradition der „Werke der Barmherzigkeit“ auf, die der frühere Erfurter Bischof Joachim Wanke in zeitgemäße Alltagshaltungen übersetzt hat. Dazu zählen einfache Zusagen wie „Ich höre dir zu“, „Ich rede gut über dich“ oder „Ich bete für dich“. Scheuer betont: „Es sind Worte und Haltungen, die Brücken bauen, Freiräume eröffnen, Menschen zueinander führen und Abgründe von Angst und Fremdheit überwinden können.“

Zeit nehmen, Zeit schenken – Wertschätzung zeigen

Zeit für einander zu haben und wirklich zuzuhören sei „paradoxerweise gerade im Zeitalter technisch perfekter Kommunikation so wichtig wie nie zuvor“, betont Scheuer. Er verweist dabei auf ein zentrales Symbol des familiären Zusammenlebens: den gemeinsamen Tisch, an dem gegessen, gestritten, gespielt und gesprochen wird.

Aus einem respektvollen Miteinander erwachse Frieden, so der Bischof weiter. Dabei müsse man auch Kritik üben und Missstände benennen können. Entscheidend sei jedoch, dass dies stets in Wertschätzung geschehe – mit grundlegendem Wohlwollen, Respekt vor den Anliegen anderer und Achtung ihrer Würde. Dankbarkeit und Lob könnten wahre Wunder wirken, sowohl bei Kindern und Jugendlichen, die daran wachsen, als auch bei Erwachsenen.

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