Bischof aus Charkiw lädt Papst Leo XIV. in die Ukraine ein
Für die Menschen in Charkiw ist der Krieg längst trauriger Alltag. Bischof Pavlo Honcharuk setzt deshalb auf ein starkes Zeichen aus Rom – und hat Papst Leo XIV. eingeladen, bei einem möglichen Ukraine-Besuch auch in die frontnahe Stadt zu kommen.
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Der Bischof von Charkiw-Saporischschja, Pavlo Honcharuk, hat Papst Leo XIV. bei einer Audienz am Freitag in Rom zu einem Besuch in der Ukraine eingeladen. Ein Besuch in der umkämpften Stadt Charkiw wäre für die Menschen ein starkes Zeichen der Solidarität, sagte der Bischof. Angesichts der anhaltenden russischen Angriffe äußerte er zugleich Zweifel an den bisherigen Friedensbemühungen. Bereits am vergangenen Sonntag hatte Papst Leo XIV. seinen Blick auf die Ukraine gerichtet und beim Angelusgebet erneut ein Ende der Gewalt gefordert.
Russische Angriffe „eine Maschine des Todes“
Ein Besuch von Papst Leo XIV. in der Ukraine sollte nach Ansicht des Bischofs von Charkiw-Saporischschja unbedingt auch die schwer umkämpfte Großstadt Charkiw einschließen. „Das wäre ein großes Zeichen für uns“, sagte Pavlo Honcharuk. Sollte der Papst tatsächlich in die Ukraine reisen, „dann muss er nach Charkiw kommen“.
Die Stadt im Nordosten des Landes liegt unweit der Front und wird immer wieder von russischen Angriffen getroffen. Im Frühjahr 2022 war Charkiw zeitweise von russischen Truppen besetzt.
Der bislang einzige Papstbesuch in der Ukraine fand 2001 statt. Damals reiste Johannes Paul II. nach Kyiv. Nach Beginn der russischen Invasion hatte Papst Franziskus einen Besuch in der ukrainischen Hauptstadt an die Aussicht auf eine Reise nach Moskau geknüpft.
Nach Angaben Honcharuks versicherte ihm Papst Leo XIV., „er tue alles, was nur möglich sei, um diesen Krieg zu beenden“. Der Bischof würdigte die Bemühungen des Vatikans auf diplomatischer und spiritueller Ebene. Dies sei für die Menschen wichtig, „weil es uns fühlen lässt, dass wir nicht allein sind“.
Mit Blick auf die Situation in seiner Diözese sprach Honcharuk von einer dramatischen Lage. „Wir sehen ja alle, was geschieht“, sagte er. Die wiederholten Angriffe auf Zivilisten und Lagerhäuser seien eine „richtiggehende Maschine des Todes“. Viele Menschen kämen ums Leben, darunter auch Kinder; zahlreiche Familien verlören ihr Zuhause.
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Von den politischen Bemühungen um ein Ende des Krieges zeigte sich der Bischof ernüchtert. Die öffentlichen Erklärungen zu möglichen Friedensinitiativen erschienen ihm wie ein „Spiel“. Seine Einschätzung: „Wenn da irgendetwas möglich wäre, dann hätte man es längst gemacht.“
Herzen für den Frieden öffnen
Bereits am vergangenen Sonntag hatte Papst Leo XIV. beim Angelus angesichts der heftigen russischen Angriffe in der Ukraine eindringlich zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. Er forderte, „die Zerstörung zu stoppen“ und „die Herzen für den Dialog und den Frieden zu öffnen“.
Der Papst zeigte sich zugleich solidarisch mit der ukrainischen Bevölkerung. „Mein Herz ist mit dem Leid der Bevölkerung vereint, die seit Jahren in Angst und Schrecken lebt“, sagte Leo XIV. Mit Blick auf die laufenden Vermittlungsbemühungen äußerte er die Hoffnung, dass die Anstrengungen zur Wiederaufnahme von Verhandlungen „konkrete Früchte tragen“ und Raum für Diplomatie schaffen.
Zum Abschluss rief der Papst zum Gebet für Frieden in den weltweiten Konflikten auf: „Lasst uns unsere Gebete zum Herrn erheben, damit in allen Konflikten der Welt Eintracht die Oberhand gewinne!“
Über Andreas Nachbar
Redakteur / Autor bei GodMag.
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