StartWeltBischof Bertram Meier beginnt viertägigen Dialog-Besuch in Sarajevo

Bischof Bertram Meier beginnt viertägigen Dialog-Besuch in Sarajevo

Mit einem klaren Fokus auf interreligiösen Austausch und politische Gespräche ist Bischof Bertram Meier am Dienstag zu einem viertägigen Arbeitsbesuch in Sarajevo eingetroffen. Der Vorsitzende der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz will vor Ort sowohl führende Vertreter der Religionsgemeinschaften als auch politische Entscheidungsträger treffen. Dabei versteht Meier seine Reise als Beitrag zur weiteren Verständigung in einer Stadt, die bis heute geprägt ist von historischen Konflikten und gelebter religiöser Vielfalt.

Aufbruch zu Dialog: Bischof Meier in Sarajevo

Gleich zu Beginn seines Aufenthalts ordnete Meier die Bedeutung Sarajevos ein: Die Stadt sei „ein Ort mit gegensätzlichen historischen Prägungen“, sagte der Bischof. Einerseits erinnere sie sichtbar an die Konflikte der Vergangenheit, andererseits werde sie aufgrund der langen Tradition des Zusammenlebens verschiedener Religionen vielfach als „Jerusalem Europas“ bezeichnet. Diese Ambivalenz präge auch seine Reise, die er ausdrücklich in die spirituelle und gesellschaftliche Spurensuche stellt, die bereits Papst Franziskus bei seinem Besuch 2015 beschrieben habe. Damals habe der Papst hervorgehoben, dass Sarajevo nach den Schrecken des Bosnien-Krieges den Schritt „von einer Kultur des Gegeneinanders … zu einer Kultur der Begegnung“ geschafft habe. „In den nächsten Tagen werde ich auf diesen Spuren unterwegs sein“, betonte Meier.

Bei seiner Reise wird der Augsburger Bischof unter anderem den Interreligiösen Rat von Bosnien und Herzegowina besuchen, der sich nach dem Bosnien-Krieg als zentrales Forum für Verständigung und Versöhnung etabliert hat. Zudem stehen Gespräche mit dem muslimischen Großmufti Husein Kavazović, dem katholischen Erzbischof Tomo Vukšić sowie Vertretern der Jüdischen Gemeinde Sarajevo auf dem Plan.

Versöhnung und interreligiöser Dialog im Fokus

Im Zentrum der Reise steht das bereits geplante Treffen mit dem Interreligiösen Rat, der seit Jahren eine Schlüsselrolle in der Versöhnungsarbeit nach dem Bosnien-Krieg spielt. Neben weiteren religiösen Einrichtungen wie der Fakultät für Islamische Studien wird Meier auch das Jugendpastoralzentrum Johannes Paul II. aufsuchen, das sich intensiv der interreligiösen Bildungsarbeit widmet. Ergänzt wird das Programm durch politische Gespräche, darunter ein Austausch mit dem deutschen Botschafter Alfred Grannas sowie ein Treffen mit dem Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, Christian Schmidt.

Ein weiterer Schwerpunkt von Meiers Besuch liegt auf dem Dialog mit Vertretern des Islam, der heute die Mehrheitsreligion in Bosnien und Herzegowina bildet. Gleichzeitig betonte der Bischof, dass ihm die Lage der katholischen Minderheit besonders am Herzen liege. Er wolle seine „tiefe Verbundenheit mit den Katholiken im Land“ zeigen, die sich „als kleiner werdende Gruppe mit großen Herausforderungen konfrontiert sehen“. Zugleich versteht Meier die Reise als Möglichkeit, die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen im Land gut drei Jahrzehnte nach dem Ende des Krieges und dem Abschluss des Dayton-Abkommens besser nachzuvollziehen. Ziel sei es, so der Bischof, „die Perspektiven der Menschen vor Ort noch klarer zu erkennen und einzuordnen“.

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