Christenverfolgung

Bischof in Mosambik erschossen aufgefunden – Täter unbekannt

In Mosambik ist der katholische Bischof Osório Citora Afonso tot in seiner Residenz in Quelimane aufgefunden worden. Nach Angaben der Polizei wurde der 54-Jährige erschossen. Die Ermittler gehen von einem gewaltsamen Eindringen auf das Gelände aus und ermitteln wegen Mordes. Die katholische Kirche im Land zeigt sich tief erschüttert und berät über das weitere Vorgehen.

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Andreas Nachbar
4 min Lesezeit
Bischof in Mosambik erschossen aufgefunden – Täter unbekannt
(c) Screenshot | YouTube

Der katholische Bischof Osório Citora Afonso von Quelimane ist am frühen Morgen des 6. Juni in seiner Residenz erschossen aufgefunden worden. Der 54-jährige Geistliche wurde demnach in einem Flur seines Hauses entdeckt. Der Mord an dem Bischof fällt in eine Zeit voller Spannungen in Mosambik. Erst vor wenigen Tagen warnte Bischof António Juliasse Ferreira Sandramo vor dschihadistischen Gruppierungen, die in der Provinz Cabo Delgado operieren. Papst Leo XIV., der sich auf einer Reise in Spanien befindet, bekundete seine Solidarität und schließt sich den Gebeten an, teilte das vatikanische Presseamt mit.

Bischof von Quelimane nach Schüssen in Residenz tot aufgefunden

Der katholische Bischof von Quelimane, Osório Citora Afonso, ist am Samstag in seinem Wohnhaus erschossen aufgefunden worden. Die Polizei ermittelt nach Angaben nationaler Medien wegen Mordes. Erste Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Täter das Gelände der Bischofsresidenz überwunden haben, indem sie Mauern überkletterten, und anschließend die Sicherheitsanlage außer Betrieb setzten. Danach sei auf den Geistlichen geschossen worden, wobei die Ermittler von einer modernisierten Kalaschnikow (AKM) als Tatwaffe ausgehen.

Die päpstliche Hilfsorganisation Kirche in Not (ACN) teilte in einer Pressemitteilung vom 6. Juni mit, dass die Leiche des Bischofs in einem Flur der Bischofsresidenz gefunden wurde. „Der Täter des Verbrechens ist weiterhin unbekannt“, heißt es weiter.

Reaktionen von Kirche und Staat

In einer Stellungnahme drückte Erzbischof Inácio Saúre von Nampula, Präsident der Bischofskonferenz Mosambik, seine Bestürzung aus und rief zu „Gelassenheit des Glaubens und brüderlicher Solidarität“ angesichts des „traurigen Ereignisses“ auf. Er habe die Nachricht, die die Kirche in Mosambik „in einen Zustand des Schocks“ versetzt habe, „mit tiefer Trauer“ aufgenommen. Nach Bekanntwerden des Todes rief er eine Krisensitzung ein, um die Situation vor Ort mit den Bischöfen zu besprechen.

Der 54-jährige Afonso verfügte über eine internationale Ausbildung und eine kirchliche Laufbahn mit Stationen in Kinshasa, Rom und Jerusalem. Er war unter anderem an der päpstlichen Botschaft in der Demokratischen Republik Kongo tätig und leitete ein Missionszentrum in Norditalien, bevor er in den Dienst der vatikanischen Missionsbehörden wechselte. 2023 wurde Afonso zum Bischof geweiht. Im Juli 2025 übertrug ihm Papst Leo XIV. die Leitung des Bistums Quelimane. Erst im April dieses Jahres wurde er zudem zum Verwalter des Erzbistums Beira ernannt.

Papst Leo XIV., der sich derzeit auf einer apostolischen Reise in Spanien befindet, hat den Tod des Bischofs nach Angaben des Vatikans „mit großer Betroffenheit“ aufgenommen. Wie das vatikanische Presseamt mitteilte, bete der Pontifex für die Hinterbliebenen sowie für ein Ende der Gewalt. Weiter hieß es: Der Papst „schließt sich in dieser Stunde der Verzweiflung im Gebet dem Volk der Diözesen und ganz Mosambiks an“, damit der Herr Trost spende, „jeden Mann und jede Frau in seiner Liebe behüte und die Hand der Gewalttätigen stille“.

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Auch der mosambikanische Präsident Daniel Chapo reagierte auf den Tod des Bischofs und bezeichnete ihn als „irreparabelen Verlust“ für die mosambikanische Gesellschaft und die christliche Gemeinschaft. Osório Citora Afonso habe sich „sein Leben lang durch seine Bescheidenheit, pastorale Hingabe und seine Predigt der Werte von Frieden und Versöhnung ausgezeichnet“, so der Staatschef.

Zunehmende Gewalt gegen Christen im Norden Mosambiks

Der Mord an Bischof Afonso ist ein weiteres grausames Beispiel der aktuellen Sicherheitslage im Norden des Landes, bei der Experten und Beobachter auf die anhaltende Gewalt durch islamistische Gruppen verweisen. Eine im April veröffentlichte Einschätzung der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit beschreibt, dass der sogenannte „Islamische Staat Mosambik“ seit 2017 eine „anhaltende Gewaltkampagne gegen sowohl christliche als auch muslimische Gemeinschaften“ führe.

In den vergangenen Jahren habe sich der Schwerpunkt der Angriffe jedoch zunehmend auf mehrheitlich christlich geprägte Regionen in der Provinz Cabo Delgado verlagert. Genannt werden unter anderem die Zerstörung und das Verbrennen von 18 Kirchen im Bezirk Chiúre im Jahr 2024 sowie die Enthauptung von sechs Christen in Ancuabe – demselben Gebiet, in dem auch eine kürzlich zerstörte Kirche liegt.

Die Kommission verweist zudem auf ein „umfassenderes Muster organisierter Zerstörung“ katholischer Infrastruktur in der Diözese Pemba, das ganze Gemeinden zur Flucht gezwungen habe. Erst wenige Tage vor dem Tod des Bischofs hatte der Bischof von Pemba, António Juliasse Ferreira Sandramo, laut Berichten gewarnt, dass dschihadistische Gruppen im Norden des Landes versuchten, ein „islamisches Kalifat“ zu errichten.

Wie die Hilfsorganisation Kirche in Not berichtete, sind seit Beginn der Aufstände 2017 mehr als 300 Katholiken getötet und mindestens 117 Kirchen und kirchliche Gebäude zerstört worden.


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Redakteur / Autor bei GodMag.

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