Christenverfolgung

Bischof Meier fordert entschlossenes Vorgehen gegen religiöse Verfolgung

Zum UN-Gedenktag für die Opfer religiöser Verfolgung richtet sich der Blick auf Regionen, in denen Glaube, Politik und Gewalt eng miteinander verknüpft sind. Bischof Bertram Meier nennt konkrete Beispiele und fordert mehr Einsatz für Religionsfreiheit.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Bischof Meier fordert entschlossenes Vorgehen gegen religiöse Verfolgung
(c) Wikimedia Commons - Joe Zachs - CC BY-SA 4.0

Staaten müssten Menschen unabhängig von ihrem Glauben schützen und Gewalt unterbinden. Zugleich fordert Meier auch die Religionsgemeinschaften auf, Radikalisierung und Fundamentalismus entgegenzutreten. Mit Blick auf Konflikte und Entwicklungen unter anderem im Nahen Osten, in Indien und in der Sahel-Region warnt er vor einer zunehmenden Verquickung von religiösem Extremismus und Nationalismus.

Religiös motivierte Gewalt nimmt zu

Angesichts dieser Entwicklung warnte Bischof Meier am Montag im Vorfeld des UN-Gedenktags für die Opfer religiöser Verfolgung am 22. August. Der Augsburger Bischof forderte dabei nicht nur die Staaten zum Handeln auf, sondern nahm auch die Religionsgemeinschaften in die Verantwortung. „Unsere Aufgabe als Religionsgemeinschaften ist es, Radikalisierung und fundamentalistischen Strömungen entgegenzutreten“, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz. Alle seien gefordert, Hass zu überwinden und Brücken zu bauen.

Der von den Vereinten Nationen ausgerufene „Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens“ wird am 22. August zum achten Mal begangen. Meier hält den Gedenktag angesichts der weltweiten Entwicklung für „notwendiger denn je“. Ausgrenzung und Verfolgung Andersgläubiger seien vielerorts weiterhin Alltag, die Gewalt nehme „weltweit eher zu, als dass sie zurückgeht“. Betroffen seien Juden, Christen und Muslime ebenso wie Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften und Menschen ohne religiöse Zugehörigkeit.

Blick auf konkrete Konfliktherde

Mit Blick auf konkrete Konfliktregionen verwies Meier auf unterschiedliche Formen religiös motivierter Gewalt und Unterdrückung. Besonders im Nahen Osten beobachtet er eine „fatale Verquickung von religiösem Fundamentalismus und nationalistischen Ideologien“. Im Heiligen Land verfolge die Hamas mit brutalen Mitteln ein national-religiöses Projekt. Zugleich greife die zunehmend gewalttätige Siedlerbewegung im Westjordanland religiöse Gebäude an und verletze damit auch die religiöse Identität von Muslimen und Christen, so Meier.

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Auch die Folgen des islamistischen Terrors in anderen Regionen seien gravierend. Die Gewalttaten des sogenannten „Islamischen Staats“ und ähnlicher Gruppen hätten in den vergangenen zwei Jahrzehnten zur massenhaften Flucht von Christen aus dem Irak und aus Syrien beigetragen und das Christentum dort an den Rand seiner Existenz gedrängt. Heute liege ein Schwerpunkt des islamistischen Terrors in der Sahel-Region.

Als weiteres Beispiel nannte Meier Indien, wo der Hindu-Nationalismus den Freiheitsraum nicht-hinduistischer Religionsgemeinschaften zunehmend einschränke. „In all diesen Kontexten werden Menschen zu Opfern von Hass und Gewalt“, betonte der Bischof.

Dabei komme die Unterdrückung nicht überall von denselben Akteuren: In Ländern wie Nicaragua, China und Nordkorea gehe Diskriminierung und Repression teilweise vom Staat aus. In anderen Fällen seien religiös-extremistische Gruppen wie der „Islamische Staat“ für Angriffe auf Andersgläubige verantwortlich. Die Deutsche Bischofskonferenz und die Deutsche Kommission Justitia et Pax setzen sich deshalb seit Jahren für den Schutz und die Förderung der Religionsfreiheit ein.

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Redakteur / Autor bei GodMag.

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