StartWeltChristen weltweit erinnern an das Leiden Jesu: Einschränkungen der Osterfeierlichkeiten

Christen weltweit erinnern an das Leiden Jesu: Einschränkungen der Osterfeierlichkeiten

Christen auf der ganzen Welt gedachten des Leidens Jesu Christi und nutzten die Feiern, um gegen Kriege, Unrecht und Gewalt zu mahnen. In Konfliktregionen wie Jerusalem, Nigeria und Syrien sorgten Sicherheitsbedenken für Einschränkungen in Gottesdiensten. Die deutschen Bischöfe – Kardinal Reinhard Marx (Erzbistum München-Freising), Erzbischof Herwig Gössl (Erzbistum Bamberg) und Bischof Michael Gerber (Bistum Fulda) – betonen das Kreuz als Zeichen der Menschlichkeit und als Grenze politischer Macht.

Angst vor Gewalt überschattet Osterfeierlichkeiten

In Jerusalem begleitete Franziskanerkustos Francesco Ielpo die 14 Stationen des Leidenswegs Jesu entlang der Via Dolorosa. Wegen des anhaltenden Kriegs war die traditionelle Kreuzwegprozession auf wenige Franziskaner beschränkt, und die israelische Polizei sicherte die Altstadt mit einem Großaufgebot. Auch der Prozessionsweg wurde größtenteils abgesperrt. Kleine Gruppen von Christen aus der Altstadt gingen den Kreuzweg vereinzelt, während die heiligen Stätten – darunter die Grabeskirche – seit Ende Februar auf Anordnung der Behörden geschlossen bleiben. Gottesdienste der Kar- und Osterwoche finden nur noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Doch auch in anderen Teilen der Welt überschattet die Angst vor Gewalt die Feierlichkeiten: In mehreren katholischen Diözesen Nigerias wurden aus Sorge vor Angriffen die Osternachtgottesdienste vorverlegt, wie der vatikanische Pressedienst Fides berichtete.

Auch in Syrien prägt die Sorge um die Sicherheit der Gläubigen die Osterfeiern. Kirchen gaben diese Woche bekannt, dass sie aus Angst vor christenfeindlichen Angriffen ausschließlich in Kirchengebäuden und Innenräumen kirchlicher Einrichtungen feiern werden. Aufnahmen, teils von den Angreifern selbst, teils heimlich von Anwohnern gefilmt, zeigen Vandalismus und Diebstahl an Autos, Geschäften, Cafés und anderem Eigentum, begleitet von Drohungen und Beleidigungen. Als Reaktion darauf kündigte das melkitische griechisch-katholische Patriarchat von Antiochien, Jerusalem und dem ganzen Osten sowie Alexandria gemeinsam mit den meisten Gemeinden in Syrien an, dass die Osterfeierlichkeiten angesichts der „derzeitigen entmutigenden Umstände“ auf Gebete innerhalb der Gotteshäuser beschränkt bleiben.

Das Kreuz gegen Gewalt – für Menschlichkeit und Zusammenhalt

Vor dem Hintergrund von Unsicherheit und Gewalt betonen Kirchenvertreter die symbolische Kraft des Kreuzes. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx bezeichnete es als „provozierend und heilsam zugleich“ und machte deutlich, dass „totalitäre Machtfantasien – und seien sie noch so religiös verbrämt – mit dem Kreuz Christi unvereinbar“ seien. Solche Machtfantasien führten „in die schlimmsten menschlichen Abgründe“ und seien Quelle von Fanatismus und Diktatur. Christen stünden demgegenüber für eine „universale Menschheitsfamilie, die zusammengehört und gemeinsam einen Weg gehen muss“.

Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl kritisierte Kriege als „Schande für die Menschheit“ und verurteilte die Todesstrafe: „Heute werden munter Kriege vom Zaun gebrochen, Menschen werden massenhaft, oft von der eigenen Regierung, verfolgt und gezielt umgebracht, um die eigene Macht, das eigene Überleben zu sichern. Probleme lassen sich nicht mit Gewalt lösen.“ Auch der Fuldaer Bischof Michael Gerber warnte, dass „vieles zu Bruch geht, was über Jahrzehnte selbstverständlich gewesen ist: der Frieden in Europa, die Stabilität von Bündnissen und die Einheit der EU“. Zugleich beobachte man eine Zunahme von Gewalt und gesellschaftlicher Polarisierung.

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