Christenverfolgung

Christenverfolgung in Syrien: Einschüchterungen und Gewalt nehmen zu

Kriminalität, Diskriminierung und religiöse Einschüchterungen belasten Christen in Syrien zunehmend. Ein Pater aus Aleppo schildert die dramatische Lage.

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Andreas Nachbar
2 min Lesezeit
Christenverfolgung in Syrien: Einschüchterungen und Gewalt nehmen zu
(c) Wikimedia Commons - Vyacheslav Argenberg - CC BY-SA 4.0

Kriminalität, Diskriminierung und religiöse Einschüchterungen verschärfen die Lage der christlichen Minderheit in Syrien. Nach Angaben des Franziskaners Pater Fadi Azar aus Aleppo erleben Christen zunehmend Unsicherheit und Benachteiligung. Angriffe auf Kirchen und Friedhöfe, Drohungen durch radikal-islamistische Gruppen sowie Nachteile im Berufsleben verstärken die Sorge um die Zukunft. Besonders junge Christen denken angesichts der fehlenden Perspektiven erneut über eine Auswanderung nach. Die Kirche versucht, den Menschen mit Seelsorge und konkreter Hilfe beizustehen.

Christen erleiden gezielte Angriffe

Inflation und Arbeitslosigkeit verschärfen die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage. Gleichzeitig hat nach Angaben Azars die Kriminalität zugenommen. Er berichtet von Entführungen, Plünderungen und Diebstählen. Viele Menschen müssten deshalb inzwischen „deutlich mehr Vorkehrungen“ treffen, um sich und ihr Eigentum zu schützen.

Besonders bedrückend sind für die christliche Minderheit die Berichte über gezielte Angriffe auf religiöse Einrichtungen. Azar erinnert an den Anschlag auf die griechisch-orthodoxe Mar-Elias-Kirche in Damaskus vor gut einem Jahr im Juni 2025. Darüber hinaus seien christliche Friedhöfe geschändet und Kirchen mit christenfeindlichen Botschaften beschmiert worden.

Auch von religiösen Einschüchterungen berichtet der Franziskaner. Radikale islamistische Gruppen seien wiederholt mit Lautsprecherwagen durch Ortschaften gefahren und hätten Christen zum Übertritt zum Islam aufgefordert. Die Bedrohungen beschränkten sich dabei nicht auf den religiösen Bereich: Nach Angaben Azars kam es auch im Berufsleben zu Benachteiligungen. Christen hätten aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit Arbeitsplätze verloren oder seien in ihrer beruflichen Entwicklung behindert worden.

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Auswandern als häufiger Ausweg

Besonders die junge Generation steht vor einer schwierigen Entscheidung. Nach Einschätzung Azars denken viele junge Christen erneut darüber nach, Syrien zu verlassen. Ihnen fehle es vor allem an verlässlichen Perspektiven. Im Mittelpunkt stehe der Wunsch nach „einem Leben in Frieden und Sicherheit“.

Die Kirche versucht, den Menschen in dieser Situation beizustehen. Neben Seelsorge und der Spendung der Sakramente leisten die Pfarreien auch praktische Hilfe. Dazu gehören medizinische Anlaufstellen sowie die Ausgabe von Medikamenten, Lebensmitteln, Kleidung und Schulmaterial.

Dabei sieht Azar die Notlage nicht allein als Problem der Christen. Er hoffe auf internationale Unterstützung für alle Minderheiten in Syrien. Zum Abschluss richtet er einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit: „Bitte betet für Syrien und vergesst uns nicht.“

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Redakteur / Autor bei GodMag.

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