StartWirtschaft & PolitikChristliche Werte in der Politik: Haseloff und Erzbischof Gössl über gesellschaftliche Relevanz

Christliche Werte in der Politik: Haseloff und Erzbischof Gössl über gesellschaftliche Relevanz

Bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin hat der ehemalige Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff (CDU), die Bedeutung politischer Entscheidungsträger für die Präsenz christlicher Werte in der Gesellschaft betont. Haseloff kritisierte die abnehmende Relevanz christlicher Haltung in gesellschaftlichen Debatten. Bei der gleichen Veranstaltung äußerte sich auch der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl zur Frage, inwieweit sich die Kirche politisch äußern darf. In diesem Zusammenhang fordert er eine einheitliche politische Stimme der Kirche. Beide sehen in der aktiven Mitgestaltung durch Kirche und Politik einen Schlüssel, um christliche Prinzipien weiterhin wirksam zu vertreten.

Haseloff: Christliche Werte brauchen politische Fürsprecher

Christliche Themen spielen nach Ansicht des ehemaligen Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff (CDU), in gesellschaftlichen Debatten immer seltener eine Rolle. Nur politische Entscheidungsträger von Bedeutung könnten dies seiner Meinung nach ändern. „Die einzige Möglichkeit, noch etwas Christliches in die Gesellschaft zu tragen, ist über große Entscheidungsträger“, erklärte Haseloff am Freitag in Berlin bei der Veranstaltung zur Politischen Gestaltungskraft der Religion in der Konrad-Adenauer-Stiftung. Mitveranstalter war das Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Haseloff betonte, dass das Bekenntnis der politischen Eliten entscheidend dafür sei, ob christliche Werte in der Gesellschaft noch relevant bleiben. „Wenn ich an Talksendungen früherer Jahrzehnte denke, war die Kirche dort noch gefragt. Heute sieht das anders aus“, so Haseloff. Auch aktuelle Debatten wie die über das Bürgergeld berührten christliche Prinzipien. Ein Grundsatz für alle Arbeitsfähigen sei: Wer nicht arbeite, solle auch nicht essen. „Wenn sich Leute alimentieren lassen, ist das zutiefst unchristlich.“

Erzbischof Gössl fordert einheitliche kirchliche Haltung

Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl hat eine einheitliche politische Position der Kirche gefordert und auf die politische Dimension biblischer Figuren hingewiesen. Bei der Veranstaltung zur Politischen Gestaltungskraft der Religion in der Konrad-Adenauer-Stiftung, die gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken organisiert wurde, erklärte Gössl: „Immer wieder heißt es, Kirche solle sich nur darauf konzentrieren, den Glauben zu verbreiten. Das ist natürlich auch der Kernauftrag. Doch schon in der Bibel geht es politisch zu.“

Als Beispiel nannte der Erzbischof den Auftrag, den Mose von Gott erhalten habe, sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten zu führen. Auch das Leben von Jesus habe eine politische Dimension, betonte Gössl. Wenn sich die Kirche politisch äußere, müsse dies nach seiner Ansicht mit einer klaren, gemeinsamen Stimme geschehen. Zugleich kritisierte er eine allgemeine gesellschaftliche Schwierigkeit: die sinkende Bereitschaft, Kompromisse einzugehen. „Das ist keine kirchliche, sondern eine gesellschaftliche Schwierigkeit. Da ist die Kirche auch ein Kind ihrer Zeit“, so Gössl.

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